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Das Lexikon der Super-Persuasion

Das Lexikon der Super-Persuasion

  • Anker

    iStock/blinow61

    Egal, ob beim Taschengeld oder bei Kundengesprächen – Studien zeigen: Wer bei Verhandlungen das erste Angebot abgibt, die erste Forderung ausspricht, stärkt seine Machtposition und ist klar im Vorteil gegenüber den anderen. „Anchoring“ (zu Deutsch: Ankern) nennen amerikanische Verhandlungsexperten diese Technik.

  • Augenkontakt

    iStock/KatarzynaBialasiewicz

    Intensiver Augenkontakt zählt zu den emotional wirkungsvollsten Manipulationstechniken. Der Grund: Er entzündet das Gehirn wie ein Feuerwerk. Besonders das Gefühlszentrum, die Amygdala, wird auf diese Weise angesprochen. Tatsächlich fanden Wissenschaftler heraus, dass das Überzeugen leichter fällt, wenn man während einer Konversation etwa 55 Prozent der Zeit des Gesprächs dem Gegenüber in die Augen blickt. Verkürzt man diese Dauer, sinken die Chancen, den Gesprächspartner zu überzeugen. Doch Vorsicht: Bei mehr als vier Sekunden andauerndem Augenkontakt empfindet Ihr Gegenüber den Blick als unangenehm.

  • Verhör

    Imago/Scherf

    „Haben Sie schon aufgehört, Ihre Frau zu schlagen?“ Wer auf diese Frage zu schnell antwortet, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit den Konflikt verlieren. Denn: Antwortet der Gegner voreilig und intuitiv, kann ihn das nur in ein schlechtes Licht rücken – die Frage impliziert schließlich eine (böse) Unterstellung. Antwortet er mit „Ja“, gibt er zu, seine Frau geschlagen zu haben. Antwortet er mit „Nein“, gibt er dagegen (unfreiwillig) zu, seine Frau immer noch zu schlagen. In einem Verhör nutzen Polizisten diese Frageweise in der Hoffnung, dass der Verdächtige sich intuitiv verrät.

  • Gespräch mit Ärztin

    iStock/JackF

    Ein Überzeugungstrick, der häufig im Alltag angewendet wird, ist das sogenannte Framing. Hierbei werden Sachverhalte so dargestellt (in einem Rahmen präsentiert = framing), dass das Opfer eine Entscheidung trifft, die keine logische Grundlage hat. So kam eine Studie deutscher Ärzte zu dem Ergebnis, dass 49 Prozent aller Patienten einer anstehenden Operation zustimmen würden, wenn diese zu 99 Prozent ohne Komplikationen verläuft. Bekamen die Patienten jedoch die Information, dass in einem von 100 Fällen Komplikationen auftreten können, sank die Zustimmung auf gerade einmal 27 Prozent – obwohl der Inhalt beider Informationen identisch ist. Je nach der Art und Weise, wie man Informationen präsentiert, kann man so die Entscheidungen seines Gegenübers lenken.

  • Schild

    iStock/Campre83

    Versuchen Sie, vor dem Streitgespräch mögliche Gegenargumente des Kontrahenten zu sammeln, und überlegen Sie, wie sie diese Contras entkräften können. So behalten Sie die Kontrolle und können den Ablauf des Konflikts bestimmen, indem Sie die Argumente des Gegners vorwegnehmen („Jetzt könnten Sie entgegnen, dass xyz. Darauf sage ich: abc“)

  • Zwei Männer

    iStock/sharpshutter

    Wer beispielsweise ein Geheimnis verrät, erwartet vom Eingeweihten, dass auch der ihm bei nächster Gelegenheit ein Geheimnis anvertraut. Instinktiv streben Menschen immer danach, in ausgewogenen Beziehungen zueinander zu stehen. Persuasion-Profis umgehen dagegen dieses Gleichgewicht und verlangen über einen längeren Zeitraum überhaupt keine Gegenleistung für ihre kleinen Gefälligkeiten. Sie gehen quasi in Vorleistung. Am Ende fordern sie dann einen gigantischen Gefallen, den der andere ohne schlechtes Gewissen nicht ablehnen kann.

  • Lachende Menschen

    iStock/shironosov

    Wer seine Botschaft mit Humor präsentiert, ist oft überzeugender. So machte es z. B. ein Bettler in London. Anstatt ein Schild mit dem Schriftzug „Mein Hund hat Hunger. Ich brauche Geld“ zu halten, trug er ein Schild mit der Aufschrift: „Sammle für Bier“. Mit dieser Aussage hatte er nicht nur die meisten Lacher auf seiner Seite, ihm konnte auch niemand vorwerfen, unehrlich gewesen zu sein. Das Resultat seiner Humor-Strategie: Am Ende des Tages hatte der Bettler so viel Geld wie nie zuvor in seinem Hut.

  • Vortrag

    iStock/skynesher

    Ob bei einer Konferenz im Büro oder bei einem Referat in der Schule – wer andere überzeugen will, ist oft selbst Attacken ausgesetzt. Ein Beispiel: Jemand versucht, eine Idee oder ein Konzept vorzutragen. Statt zuzuhören, gibt es Zwischenrufe von Kollegen. Rhetorik-Experten raten in diesem Fall zu einer einfachen Gegenstrategie: Der Angegriffene muss nur den Zwischenruf aufnehmen und dazu eine Frage stellen. „Ein einfaches ,Was meinen Sie damit?‘ oder ,Können Sie das bitte noch mal wiederholen?‘ reicht, und man hat den Ball zurückgespielt. Das ist die sogenannte Hörfehlermethode – die können Sie immer einsetzen“, sagt der Rhetorik-Experte Rolf Ruhleder.

  • Wörterbuch

    Imago/imagebroker/bergsteiger

    Sie liegen hinten und haben schon alle Ihre Argumente genannt, Ihre Munition aufgebraucht? Greifen Sie zu aktuellen (!) Schlagworten, die beim Gegner Emotionen auslösen („Verschwörung“), die Bilder im Kopf entstehen lassen („Terroranschlag“) oder sehr weit gefasst sind („soziale Verantwortung“). Das Schlagwort lenkt den Gegner von seinem Argument ab. Wird es im Wortgefecht präzise eingebaut, konzentriert sich der Gegner unterbewusst nur noch auf die Bedeutung dieses Schlagwortes. Er ist abgelenkt, geschwächt und überlässt Ihnen die Offensive.

  • Gähnender Mann

    Imago/Westend61

    Misserfolg ist – wie Müdigkeit und Gähnen – äußerst ansteckend. Studien an amerikanischen Universitäten belegen: Wer von erfolgreichen Menschen umgeben ist, wird später auch erfolgreich. Und umgekehrt. Wer dagegen von Verlierern umgeben ist, läuft wie sie Gefahr, nie überzeugen zu können, obwohl die Leistung stimmt.

  • Pfeil

    iStock/mariusz_prusaczyk

    Wiederholungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Botschaften im Gehirn verankert werden können. „Wiederholungen sind sogar mächtiger als die Wahrheit“, sagt der Mental-Coach Jochen Mai. „Unser Gehirn glaubt irgendwann, die Botschaft sei wahr.“ Laut Studien des Institute for Social Research an der Universität Michigan steht dahinter simple Gewohnheit – die Assoziationen dringen irgendwann automatisch in unser Gedächtnis.

  • Dominosteine

    iStock/juliehagan

    „Das Alkoholverbot sollte von 18 auf 16 Jahre gesenkt werden“ – „Und als Nächstes dann auf 14 Jahre? Und dann auf zwölf? Auf zehn? Und bald werden schon Kinder Bier trinken! Wollen Sie das?!“ Um dem Gegner seine Glaubwürdigkeit zu nehmen, bauen Sie ein Worst-Case-Szenario auf. Dafür nehmen Sie sein Argument Schritt für Schritt so lange auseinander, bis das „Endprodukt“ so erschreckend klingt, dass selbst Ihr Gegner es nicht mehr verteidigen will. Dank dieses Dominoeffekts bleibt dem Gegner am prägnantesten im Gedächtnis haften, was zuletzt gesagt wurde: das grausamste Szenario, der Worst Case. Ihrem Gegner bleibt nichts anderes übrig, als daraufhin zurückzurudern und sein Argument freiwillig zurückziehen.

  • Uhren

    iStock/naumoid

    Diese Persuasiontechnik ist die absolute Last-Exit-Strategie. In diesem letzten Versuch räumt der Manipulator dem Gegenüber die kürzestmögliche Bedenkzeit überhaupt ein – nämlich quasi gar keine. Denn sobald Menschen unter Zeitdruck stehen, geben sie sehr viel leichter nach. Motto: „Du kannst dich entscheiden. Ich bin in fünf Minuten weg und dann auch erst einmal nicht zu erreichen.“ Studien ergaben: Mit solchen und ähnlichen Aussagen wird negativer Stress beim Konfrontierten erzeugt. Er fühlt sich unter Druck gesetzt, und in den meisten Fällen entscheidet er sich zugunsten der fragenden Person.

  • Händedruck

    iStock/g-stockstudio

    Joachim begrüßt seinen neuen Arbeitskollegen Frank mit einem ernsten Blick: „Willkommen an Bord. Es wird zwar schwer für dich, hier in der Firma Kontakte zu knüpfen, die meisten hassen es, während der Arbeit angesprochen zu werden. Aber wenn du Hilfe brauchst, frag mich einfach.“ Was wie ein freundliches Angebot klingt, ist bei genauerer Analyse der erste Schachzug von Joachim, um Frank zu manipulieren, damit dieser in Zukunft nach seinem Willen handelt. Dabei benutzt Joachim die Zensur-Technik: Bei diesem Trick versucht der Manipulator zu verhindern, dass sein Opfer Informationen von anderen Quellen erhält, und gibt nur bestimmte Informationen preis.

Menschen nutzen alle möglichen Strategien, um andere von ihrer Meinung zu überzeugen. Nicht alle sind moralisch unbedenklich, doch wer die Dominanz der anderen brechen will, sollte sie zumindest kennen.

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