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Peru: Die schwimmende Heimat der Uros auf 3850 Metern Höhe

Peru: Die schwimmende Heimat der Uros

Der Titicacasee befindet sich in Peru, an der Grenze zum Nachbarland Bolivien. Er liegt auf einer Höhe von 3850 Metern und ist damit der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Mit einer Länge von mehr als 165 Kilometern und einer Breite von 60 Kilometern ist das tiefblaue Gewässer fast 13-mal so groß wie der Bodensee. Am Rande des riesigen Sees, in der Nähe der peruanischen Kleinstadt Puno, befinden sich zahlreiche kleine schwimmende Inseln – die Heimat der Uros.

Die Uros sind eine ethnische Gruppe, die vermutlich von den Pukinas, einem der ältesten Völker der Erde, abstammen. Die rund 40 Inseln, auf denen die Uros leben, befinden sich etwa 6 Kilometer vom Festland entfernt, zwischen der Bucht von Puno und der Halbinsel Capachica.

Die aufwendige Konstruktion der schwimmenden Inseln besteht hauptsächlich aus Totora-Schilf. Das Schilf wächst in der Region in Mengen und hat aufgrund der hohlen Struktur einen guten Auftrieb im Wasser. Die bis zu 2 cm dicken Schilf-Schichten werden in Bündeln zusammengebunden und kreuzförmig übereinandergelegt. Mit der Zeit verfaulen die unteren Schichten des Schilfs allerdings, weshalb die Uros immer wieder neue Schichten nachlegen müssen.

Auch die Häuser und Boote der Uros werden aus Totora-Schilf hergestellt. Die sogenannten „Balsa-Boote“ werden heute allerdings hauptsächlich verwendet, um Touristen das ursprüngliche Leben der Uros näher zu bringen. Auf den bunten Drachenbooten werden Rundfahrten angeboten und die Besucher dürfen sich im Paddeln ausprobieren. Die Schilfboote wurden früher vor allem zum Fischfang benutzt und sind heute vor allem beliebte Foto- und Postkarten-Motive. Die Uros selbst verwenden heute meist einfache Holz- und Motorboote zur Fortbewegung über das blaue Gewässer des Titicacasees.

Das Schilf dient allerdings nicht nur als Baumaterial, sondern wird auch als Nahrungsmittel verwendet. Die Wurzeln der Totora-Pflanze sind reich an Jod und auch Kinder sieht man immer wieder auf den hohlen Schilfrohren herumkauen. Früher dienten die grünen Stängel neben dem Fang von Fischen und Vögeln als viel genutztes Nahrungsmittel.

Vor etwa 200 Jahren lebten noch mehr als 4000 mehrköpfige Familien auf den Inseln, während heute nur noch circa 2000 Menschen auf den schwimmenden Schilfkonstruktionen beheimatet sind. Auf einer Insel leben heute durchschnittlich 5 Familien. Die ursprüngliche Sprache der Uros ist Uruquilla, das mit der indigenen südamerikanischen Chipaya-Sprache eng verwandt ist. Während der Kolonialzeit wurde Aymara, eine der meistgesprochenen indigenen Sprachen Südamerikas, immer häufiger verwendet. Mittlerweile wird allerdings überwiegend Spanisch gesprochen.

Ein Großteil des Volkes ist mit der Zeit nach Chulluni auf das peruanische Festland übergesiedelt. Von dort aus pendeln die Uros jeden Morgen auf ihre Inseln und fahren am Abend in ihren Schilfbooten wieder zurück. Es gibt eine Schulinsel, ein Gemeindehaus und einen über Solarzellen betriebenen Telefondienst. Außerdem verkaufen die Uros an zahlreichen Ständen Getränke, aus Schilf gefertigte Kunsthandwerke und bunte Teppiche und Decken an Besucher. Außerdem bieten kleine, aus Schilf erbaute Aussichtstürme einen spannenden Blick über die weite Insellandschaft im Titicacasee. Heute leben die Uros hauptsächlich vom Tourismus. Ungefähr die Hälfte der Inseln sind für den Tourismus freigegeben. Hier werden Besucher freundlich begrüßt und erhalten einen Einblick in das faszinierende traditionelle Leben der indigenen Bevölkerung.

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