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Lästiger Lebensretter: Warum Staub wichtig für uns ist

Ein lästiger Lebensretter

Staubwolke

Ob als Wollmaus unter dem Bett oder als unsichtbarer Schmutz in der Luft: Staub ist allgegenwärtig. Und er hat eine wichtige Funktion: Ohne ihn gäbe es kein Leben auf der Erde.

Staubwolke
twenty20photos/ Envato

Staub schwebt als kaum sichtbarer Partikel mit beliebiger Form und Struktur in der Luft. Ist er größer als zehn Mikrometer, gehört er zu den Grobstäuben; ist er kleiner, zählt man ihn zu den Feinstäuben.

Vor 4,6 Milliarden Jahren bestand die Erde nur aus einer Wolke aus Gas und Staub. Diese Wolke war das Ergebnis eines explodierten Sterns, einer so genannten Supernova. Dabei wurde eine riesige Menge Material ins Weltall geschleudert, aus der sich nach und nach unser Sonnensystem bildete. Auch heute noch fliegt jede Menge Sternenstaub durch das Universum – Jahr für Jahr rieseln bis zu 1,5 Millionen Tonnen zu uns auf die Erde.

Persönliche Staubwolke

Auch wenn der Staub damit die Grundlage unseres Lebens ist – im Alltag ist er meist nur lästig. Gegen den Kot von Milben, der in jedem Hausstaub zu finden ist, sind etwa fünf Millionen Deutsche allergisch. Nur die Trockenheit und Kälte der Wintermonate machen den kleinen Plagegeistern das Leben schwer. Neben Milbenkot schweben auch Schwermetalle, Schimmelpilzsporen und Viren um uns herum. Jeder Mensch ist von einer individuellen Staubschicht umgeben: In der sogenannten „Personal Cloud“ tragen wir tausende kleine Partikel, zum Beispiel unsere eigenen Haut- und Haarschuppen, mit uns herum.

Luftverschmutzung durch Feinstaub

Auch Industrie- und Autoabgase produzieren täglich neuen Staub. Die Konzentration von Staubpartikeln in einer Stadt ist mit 100.000 Partikeln pro Kubikzentimeter Luft bis zu hundertmal höher als über den Ozeanen.

Und auch das Wasser verursacht durch seine Gischt immer neuen Staub: Beim Branden der Wellen an die Küste lösen sich tausende kleiner Seesalzpartikel, die vom Wind weit ins Inland getragen werden.

Gesundheitsgefährdende Kleinorganismen

Auch biologische Partikel wie Viren, Bakterien oder Pollen gehören zum Staub in unserer Luft. Einen besonders großen Anteil bildet der Bodenstaub, etwa aus der Sahara, der durch Luftströmungen in die ganze Welt getragen wird.

Auch bei Waldbränden oder anderen Verbrennungsprozessen entsteht Feinstaub. So kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Behinderungen des Flugverkehrs, weil riesige Aschewolken in Folge von Vulkanausbrüchen in der Atmosphäre schwebten.

Staub als lebensnotwendiger Sonnenschirm

Doch der tägliche Staub hat auch wichtige Funktionen. Staubkörner brechen das Sonnenlicht und verhindern so, dass es ungehindert auf die Erde niederbrennt – eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben auf unserer Erde.

Darüber hinaus wäre eine Welt ohne Staub auch eine Welt ohne Regen: Jeder Partikel dient in der Atmosphäre als Keimzelle für Regentropfen. Nur mit Hilfe von größeren Staubteilchen kann es regnen.

Nährstoffreiche Schmutzpartikel werden zum Luftfilter

Die größeren Wüstenstäube tragen darüber hinaus wertvolle Nährstoffe und Mineralien mit sich. Diese düngen das Meer an Orten, die Kilometer von der Küste entfernt sind und unterstützen damit das Planktonwachstum. Wenn dieses sich vermehrt, kann es mehr Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre filtern und so dem Treibhauseffekt entgegenwirken.

Zudem bildet Plankton die Grundlage der Nahrungskette im Meer. Wenn kein Staub mehr wertvolle Nährstoffe ins Meer tragen könnte, hätte das verheerende Folgen für das Leben in den Ozeanen – und damit auch für uns auf dem Festland.

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