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In den Regenwald statt auf den Teller: 80 Schleichkatzen in die Freiheit entlassen

In den Regenwald statt auf den Teller: 80 Schleichkatzen in die Freiheit entlassen

Anfang April 2021 konnten 100 Schleichkatzen Ihrem traurigen Schicksal Interessen werden. Nach ihrer Rettung wurden in das Schutzzentrum der WTG- Partnerorganisation Save Vietnam‘s Wildlife (SVW) verbracht Hier wurden sie über Monate gepflegt und auf ihrer Auswilderung vorbereitet. Über 80 der Tiere befinden sich inzwischen wieder in ihrem natürlichen Lebensraum in den Wäldern Vietnams.

Im April 2021 gelang der Forstbehörde gemeinsam mit der Abteilung zur Prävention von Umweltkriminalität und der lokalen Polizei in der vietnamesischen Provinz Bac Giang ein beeindruckender Schlag gegen den illegalen Wildtierhandel: Die Konfiszierung von 100 Larvenrollern aus der Familie der Schleichkatzen. 
Um den Tieren eine schnelle tiergerechte Versorgung und damit eine Überlebenschance zu ermöglichen, verständigten die Behörden die Partnerorganisation der Welttierschutzgesellschaft, Save Vietnam’s Wildlife, die das eigens für solche Einsätze etablierte Bereitschaftsteam aussandten. Eingepfercht in kleinen Drahtkäfigen fand das Team die Tiere am Ort der Konfiszierung vor – wie lange sie bereits unter diesen Bedingungen ausharren mussten, bevor sie durch die Behörden konfisziert worden waren, ist unklar. Leider waren einige Tiere bereits so geschwächt, dass sie unmittelbar verstarben. 
Aufgrund der großen Anzahl der Tiere lag direkt der Verdacht nahe, dass es sich bei ihnen nicht um ursprünglich wildlebende Individuen, sondern um Zuchttiere handeln könnte. Die Klärung der Herkunft der Tiere durch die Behörden beanspruchte mehrere Monate, doch letztendlich bestätigte sich der erste Verdacht dann doch: Die Tiere stammten von einer Farm in der Provinz Ha Giang, wo sie für den Verzehr gezüchtet worden waren. Neben den Händler*innen konnte auch die oder der Käufer*in der Tiere ermittelt werden. Alle Beteiligten an diesem illegalen Geschäft wurden inzwischen zu hohen Geldstrafen verurteilt. 
Erstversorgung und Transport ins Schutzzentrum 
Nach der notwendigen Erstversorgung durch die Mitarbeiter*innen des Bereitschaftsteams und der Kontrolle des Gesundheitszustandes jedes einzelnen überlebenden Tieres galt es, die Schleichkatzen schnellstmöglich tiergerecht im Schutzzentrum unterzubringen. Nach einigen Tagen zur Eingewöhnung in der neuen Umgebung des Quarantänebereiches wurden die Tiere ausführlichen Gesundheitschecks unterzogen und auf Krankheiten getestet. Letzteres war in diesem Fall besonders wichtig, da Tiere, die von Zuchtfarmen stammen, erfahrungsgemäß häufig Krankheitserreger in sich tragen, die auch für die anderen Tiere gefährlich werden könnten. Zudem wurden sie gegen Parasiten behandelt und geimpft. 
Intensive Vorbereitung auf die Auswilderung 
Dadurch, dass die Tiere nie zuvor in der Wildnis gelebt und die Nahrungsquellen des natürlichen Lebensraumes nicht kennengelernt hatten, legten die Pfleger*innen ein besonderes Augenmerk auf die Beobachtung der Anpassungsfähigkeit und der natürlichen Instinkte der Tiere, beispielsweise bei der Reaktion der Tiere auf das neue Umfeld und das bereitgestellte Nahrungsangebot. Sie stellten fest, dass die Tiere sehr gut auf beides reagierten. 
Doch zur Vorbereitung auf die Auswilderung mussten die natürlichen Instinkte der Tiere noch intensiv trainiert werden: Dafür wurden sie mit Ortungsgeräten ausgestattet und in halbwilde Gehege – die so genannte „Semi-Wildnis“ – verbracht, wo die eigenständige Nahrungssuche und ihre Fähigkeit zu Klettern engmaschig überwacht wurden. Anhand der Beobachtungen wurde die Anpassungs- und Überlebensfähigkeit der bis dahin in Gefangenschaft gehaltenen Schleichkatzen an die natürliche Umgebung bewertet. 
Das erfreuliche Ergebnis: Nach Monaten in der Obhut von Save Vietnam’s Wildlife und dem intensiven Training ihres bald „wilden Lebens“ waren die Instinkte der Tiere größtenteils wiederhergestellt. Mit der Zuversicht, dass die Tiere in der Lage sein würden, sich in ihrem biologischen Lebensraum zurechtfinden, konnte ihr Weg in die Freiheit beginnen. Inzwischen wurden 80 Tiere ausgewildert und befinden sich in ihrer natürlichen Umgebung mit guten Aussichten auf einen zweiten Lebensabschnitt in Freiheit.