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Wünsch dir was: Sternschnuppen schauen im Jahr 2022

Foto: Envato / Twenty20photos

Wünsch dir was: Sternschnuppen schauen im Jahr 2022

Neben zwei Sonnenfinsternissen und zwei Mondfinsternissen erscheinen 2022 auch zahlreiche Sternschnuppenströme am Firmament.

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Ob in romantischen Stunden auf dem heimischen Balkon, im Urlaub am Strand oder fernab der Zivilisation. In diesem Jahr bekommen wir besondere Himmelsereignisse zu Gesicht – vorausgesetzt wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Highlights im Kalenderjahr 2022 sind neben zwei Mond- und zwei Sonnenfinsternissen viele Sternschnuppenströme, die auch von Deutschland aus zu sehen sein werden. Ein Überblick.

Januar 2022

Das neue Jahr startet mit zahlreichen Meteoriten, auch umgangssprachlich Sternschnuppen genannt. Vom 1. bis 10. Januar sind die Quadrantiden unterwegs. Seinen Höhepunkt erreicht der Sternschnuppenstrom in der Nacht von 3. auf 4. Januar. Nach Mitternacht stehen die Chancen gut, von Deutschland aus rund hundert Objekte pro Stunde zu sehen – vielleicht sogar noch mehr.

Um den 18. Januar sind die sogenannten Gammaursae-Minoriden sichtbar. Allerdings tauchen dann nur etwa fünf Sternschnuppen pro Stunde auf.

Wer sich warm anzieht, kann im Winter ein beeindruckendes Schauspiel am Himmel beobachten. Zu keiner anderen Jahreszeit strahlen die Sterne so hell. Um jedoch viele Himmelskörper und auch die Milchstraße zu sehen, müssen sich Hobby-Astronominnen und Astronomen fernab großer Städte begeben. Denn die urbane Lichtverschmutzung verdeckt einige beeindruckende Konstellationen.

Februar 2022

Im Februar können Sie kleinere Sternschnuppenströme beobachten, darunter die Aurigiden. Diese könnten wieder aktiv werden. Beobachter:innen in der Südhemisphäre könnten zudem am Monatsbeginn die Alpha-Centauriden sehen, um den 25. Februar dann die Delta-Leoniden. Zum Monatsende hin tauchen die ersten Virginiden am Morgenhimmel auf.

März 2022

Am 20. März erreicht Venus ihre größte westliche Elongation, ihren Winkelabstand, von der Sonne. Das bedeutet: Der Winkelabstand zwischen den zwei Himmelskörpern ist ideal, um Venus am Morgenhimmel zu sehen. Ansonsten bietet der Monat März nicht viel: Sternschnuppen sind kaum am Himmel.

April 2022

Mitte April lohnt sich ein Blick in den Himmel wieder. Zwischen dem 16. und 25. April sind die Lyriden aktiv. Wer sie sehen möchte, sollte gegen Mitternacht (22 Uhr bis 4 Uhr) nach ihnen Ausschau halten – und schnell sein. Denn die Lyriden sind zügig unterwegs: Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometer pro Sekunde.

Ihren Höhepunkt erreichen die Meteorschauer am 22. April, dann flitzen zehn bis zwanzig Meteore über den Nachthimmel. Andere Meteorschauer lassen sich von Deutschland aus nur schlecht betrachten.

Am 30. April ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis. Sie beginnt in den Abendstunden am Samstag – ist jedoch von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus nicht zu beobachten. Wer sie sehen möchte, muss in Küstenbereiche der Antarktis, südwestliche Küstenstriche Südamerikas oder südöstliche Bereiche des Pazifiks reisen.

Mai 2022

Den kompletten Monat über bescheren uns im Mai die Eta-Aquariiden Wünsch-dir-was-Momente. Der Strom, auch Mai-Aquariiden genannt, ist vor allem am 5. Mai gut sichtbar. Dann können Sie im Schnitt 20 Sternschnuppen pro Stunde zählen, maximal sogar 60 bis 70 Stück. Doch ob diese sich in Deutschland zeigen, ist ungewiss. Viel wahrscheinlicher erscheinen die Aquariiden nämlich in den Tropen.

Ebenfalls im Mai unterwegs sind die Eta-Lyriden, die ihren Höhepunkt am 8. des Monats haben.

Am 16. Mai können Europäer:innen eine totale Mondfinsternis beobachten. Sie beginnt am frühen Montagmorgen. Dann wandert der Mond zunächst in den Halbschatten und anschließend in den Kernschatten der Erde. Das Ereignis lässt sich nicht nur von Europa aus mitverfolgen, sondern auch aus Nord- und Südamerika, dem Atlantischen Ozean und Afrika.

Juni 2022

Wer Glück und Geduld hat, kann um den 13. Juni herum das zweite Maximum des Scorpius-Sagittarius-Stromes sehen. Den ganzen Monat über ist er aktiv. Eine Sternschnuppe zu beobachten ist jedoch schwierig, da sie von unseren Breiten aus nur selten zu sehen sind. Besser stehen die Chancen am 7. und 8. Juni, wenn die Libriden aktiv sind.

Ebenfalls zu Gesicht bekommen können Sie die Juni-Bootiden gegen Ende des Monats. Auch mit etwas Glück sichtbar: Die Corviden, die zwischen dem 24. Juni und dem 1. Juli auftauchen und am 26. Juni ihren Höhepunkt erreichen.

Juli 2022

In diesem Monat stehen die Chancen gut, viele Sternschnuppen über den Himmel huschen zu sehen. Im Juli geht es weiter mit den Delta-Aquariden, die zwischen dem 12. Juli und 19. August den Himmel erleuchten. Deren Maximum ist gegen 30. Juli zu erwarten. Nicht nur dieser Strom erreicht Ende Juli seinen Höhepunkt: Auch die Alpha-Capricorniden lassen sich dann am besten beobachten.

Der Strom, der zwischen dem 2. Juli und 14. August aktiv ist, zählt bis zu 10 Sternschnuppen pro Stunde. Mitte Juli können Sie zudem die ersten Sternschnuppen des wohl bekanntesten Schwarms, des Perseiden-Stromes, entdecken. Seinen Höhepunkt erreicht dieser Strom Anfang August. Die Perseiden haben ihren Namen vom Sternbild Perseus, aus dessen Zentrum sie kommen.

August 2022

Zu Beginn des Monats lassen sich vor allem Meteore des Perseiden-Stroms sehen – besonders gut zwischen dem 9. und 13. August. Der ideale Abend ist der 12. August, an dem weitere Meteore auftreten. Der Sternschnuppen-reichste Strom des Jahres erreicht dann bis zu hundert Objekte pro Stunde. Am besten lassen sich die Sternschnuppen zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens beobachten.

Allerdings kann der Vollmond Mitte August dabei stören. Bis zum 24. August sind noch Nachzügler zu erwarten. Auch die Kappa-Cygniden sind im August zu bestaunen, sie erreichen ihr Maximum am 17. August. Ebenfalls rund um diesen Tag huschen wenige Sternschnuppen des Capheiden-Stroms über den Nachthimmel.

September 2022

Im September geht das Himmelspektakel weiter: In der Nacht zum 1. September ist der Strom der Alphaaurigiden besonders gut sichtbar. Mehr als hundert der schnellen Sternschnuppen sind dann unterwegs. Ab dem 9. September wartet mit den Epsilon-Perseiden der nächste Strom auf – jedoch mit verhaltenen rund zehn Stück pro Stunde. Ende September tauchen die Süd-Tauriden auf, die am 10. November ihr kleines Maximum von zehn Stück pro Stunde erreichen. Zu guter Letzt sind da noch die Delta-Aurigiden. Einzelne Sternschnuppen des Stroms erscheinen zwischen 17. September und 9. Oktober.

Oktober 2022

Den 9. Oktober sollten sich Hobby-Astronom:innen im Kalender notieren. An diesem Tag erreichen die Oktober-Draconiden ihren Höhepunkt. Eine Weile darauf, rund um den 21. Oktober, erscheinen die Orioniden mit etwa 20 Sternschnuppen pro Stunde. Wer sie beobachten will, sollte ab 24 Uhr nachts nach ihnen Ausschau halten.

Eines der Jahreshighlights ereignet sich am 25. Oktober: eine partielle Sonnenfinsternis. Von Mitteleuropa aus ist sie am Vormittag und am Mittag in geringen, zeitweisen Phasen zu sehen. Der dunkle Neumond bedeckt dabei einen Teil der Sonnenscheibe. Die Finsternis lässt sich zu Beginn in Island beobachten, das Ende ist am besten vom arabischen Meer zwischen der arabischen Halbinsel und der Westküste Indiens zu bestaunen.

In Deutschland startet die Finsternis um kurz nach 11 Uhr und endet gegen 13 Uhr. Zu viel sollten Sie jedoch nicht erwarten. Wie Hans-Ulrich Keller in seinem Buch „Kosmos Himmelsjahr 2022“ (Kosmos) schreibt, handelt es sich „um eine eher bescheidene Sonnenfinsternis, was den Bedeckungsgrad der Finsternis betrifft“. Der Bedeckungsgrad nimmt demnach von Nordosten nach Südwesten ab. Sprich: In Kiel ist die Sonne noch zu knapp 31 Prozent bedeckt, in Berlin sind es 32 Prozent und in Stuttgart hingegen gerade einmal 21 Prozent.

Laut Keller ist bei jeder Sonnenbeobachtung Vorsicht geboten. Der Astronom rät, niemals direkt und ungeschützt in die Sonne zu sehen. „Schwere Augenschäden bis zur vollkommenen Erblindung drohen! Schon gar nicht ein Fernglas oder Teleskop auf die Sonne richten, wenn es nicht über spezielle Filter oder entsprechende Sonnenbeobachtungseinrichtungen verfügt“, warnt der Experte. Sein Tipp: Im Fachhandel spezielle Sonnensichtbrillen, auch „Sofi-Brillen“ genannt, kaufen. Zudem empfiehlt er, eine öffentliche Sternwarte zu besuchen, die spezielle Führungen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis anbietet.

November 2022

Laut Keller ist bei jeder Sonnenbeobachtung Vorsicht geboten. Der Astronom rät, niemals direkt und ungeschützt in die Sonne zu sehen. „Schwere Augenschäden bis zur vollkommenen Erblindung drohen! Schon gar nicht ein Fernglas oder Teleskop auf die Sonne richten, wenn es nicht über spezielle Filter oder entsprechende Sonnenbeobachtungseinrichtungen verfügt“, warnt der Experte. Sein Tipp: Im Fachhandel spezielle Sonnensichtbrillen, auch „Sofi-Brillen“ genannt, kaufen. Zudem empfiehlt er, eine öffentliche Sternwarte zu besuchen, die spezielle Führungen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis anbietet.

Sie ist zwar da – aber von Europa aus nicht zu sehen. Am 8. November ereignet sich eine totale Mondfinsternis. Doch der Mond ist in den Vormittagsstunden in Deutschland nicht sichtbar. Den Beginn des Ereignisses können Sie stattdessen in Nord- und Südamerika beobachten, in voller Länge im Nordwesten der USA, im Westen Kanadas, in Alaska, im Pazifik, in Japan und in Nordostasien. Das Ende ist in Südostasien, Ozeanien und Australien sichtbar.

Dezember 2022

Auch zum Monatsende hin lohnt sich der Blick in den Himmel, vor allem in der Nacht von 13. auf 14. Dezember. Bis zu 120 Meteore der Geminiden sind unterwegs. Danach erstrahlen vom 16. bis 25. Dezember die Ursiden am Firmament. Wer in der Nacht von 21. auf 22. Dezember in den Himmel blickt, kann rund 10 Sternschnuppen pro Stunde erspähen, möglicherweise auch bis zu 30 pro Stunde. Am 19. Dezember erreicht ein kleiner Strom sein Maximum: die Coma-Bereniciden.

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