Welt der Wunder

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Hauptnahrungsmittel: Hautschuppen

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Hausstaubmilben: der Feind in meinem Bett

Kleine Ursache, große Wirkung – so ist es bei der Hausstaubmilbe, einem Tier, das manchen Menschen große Beschwerden bereitet. Dabei sind die weißen Tierchen nur zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter groß. Welt der Wunder stellt die kleinen Plagegeister vor.
Ihr Kot kann Allergien auslösen
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Ihr Kot kann Allergien auslösen

Hausstaubmilben gehören zu den Spinnentieren und sind prinzipiell für den Menschen unschädlich, da sie keine Krankheiten übertragen. Doch ihre Exkremente haben es in sich. Der Kot von Hausstaubmilben löst bei vielen Menschen Allergien aus. In Deutschland sollen rund 4,5 Millionen Menschen an einer Hausstaubmilbenallergie leiden. Damit rangieren die Tierchen auf Platz zwei der Allergene hinter Blütenpollen.

Hauptnahrungsmittel: Hautschuppen
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Hauptnahrungsmittel: Hautschuppen

Der Fachbegriff für Hausstaubmilben lautet Dermatophagoides, was Hautfresser bedeutet, denn die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Hautschuppen. Jeder Mensch verliert rund ein bis Gramm Hautschuppen täglich. Das reicht als Nahrung für bis zu 1,5 Millionen Hausstaubmilben. Tausende der winzigen Tiere können deswegen in einem Gramm Hausstaub überleben.

Kotkügelchen im Hausstaub
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Kotkügelchen im Hausstaub

Allergieauslöser sind Eiweißbestandteile im Kot der Milben. Im Schnitt setzt eine Hausstaubmilbe pro Tag 20 Kotkügelchen ab. Damit produziert das winzige Tier während seines kurzen Lebens etwa das 200-fache seines Körpergewichts an Exkrementen. Im Schnitt leben Hausstaubmilben einen Monat. Nur ein Gramm Hausstaub kann bereits mehr als 250.000 Kotkügelchen enthalten.

Bett ist bevorzugter Ort
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Bett ist bevorzugter Ort

Besonders wohl fühlen sich Hausstaubmilben in unserem Bett, da die Lebensbedingungen für sie dort perfekt sind. Die Tiere mögen es feucht und warm, vor allem Matratze und Kopfkissen bieten ihnen deswegen die perfekte Umgebung. Wir sondern im Schlaf über unseren Schweiß und die Atemluft bis zu einem halben Liter Wasser ab. Und es gibt die Nahrungsquelle Hautschuppen im Überangebot. Deswegen tummeln sich rund 4.000 Milben in einem Gramm Bettstaub.

Hochsaison von Mai bis Oktober
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Hochsaison von Mai bis Oktober

In der warmen Jahreszeit ist bei den Hausstaubmilben Paarung und Fortpflanzung angesagt. Ein Weibchen kann von Mai bis Oktober in nur einem Monat zwischen 30 und 80 Eier legen. Dadurch können sich im Bett in der warmen Sommersaison bis zu zehn Millionen Milben ansammeln.

Großes Sterben mit schweren Nebenwirkungen
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Großes Sterben mit schweren Nebenwirkungen

Mit dem Beginn der Heizperiode setzt ein Massensterben bei den Hausstaubmilben ein. Die trockene Heizungsluft macht einem Teil der Milbenpopulation den Garaus. Für Allergiker steigt dadurch die Belastung merklich an, der abgesetzte Milbenkot und die Kadaver werden staubtrocken und verteilen sich so vermehrt in der Atemluft.

Kampf im Schlafzimmer
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Kampf im Schlafzimmer

Wie kann man sich gegen die kleinen Plagegeister wehren? Kühl schlafen ist eine Maßnahme, wärmer als 18 Grad Celsius sollte es im Schlafzimmer nicht sein. Außerdem sollte man sich spätestens nach acht Jahren eine neue Matratze anschaffen. Andernfalls wird die Milbenpopulation zu groß. Es ist ratsam, Bettwäsche regelmäßig alle drei Monate bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

Schutzbezüge und Schlafanzug
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Schutzbezüge und Schlafanzug

Milbenschutzbezüge, so genannte Encasings, für Kissen, Matratzen und Bettdecken können Erleichterung verschaffen. Mit dem Tragen eines Schlafanzugs geben Sie weniger Schweiß und Hautschuppen an das Bett ab, was das Wachstum der Milbenkolonie reduziert.

Zur Erholung ins Gebirge
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Zur Erholung ins Gebirge

Staubsauger mit milbendichten Mikrofiltern bringen Allergikern Entlastung beim Hausputz, der häufig und gründlich stattfinden sollte. Auf glatte Böden und Ledersofas umzustellen ist ebenfalls empfehlenswert. Leider ist die Haltung von Haustieren bei dieser Allergie nicht förderlich. Eine Reise ins Hochgebirge hingegen erleichtert die Situation deutlich, da Milben in diesen Höhen nur sehr selten vorkommen.

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