Welt der Wunder

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Padel ist die neue Trendsportart.

Foto: Envato / bisualphoto

Faszination Padel: Trendsportart erobert Europa

Padel ist die neue Trendsportart. Die Mischung aus Squash und Tennis ist einfach zu erlernen und macht vom ersten Schlag an Spaß.

Padel ist eine Trendsportart, der in Spanien bereits mehr als vier Millionen Sportfans verfallen sind. Auch immer mehr Deutsche lieben Padel. Dazu zählt Jürgen Klopp. Die Fußball-Trainer-Ikone spielt nach eigenen Angaben fünfmal in der Woche Padel. „Für mich ist das die kommende Sportart. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit 47 Jahren oder so die beste Sportart meines Lebens kennenlerne“, sagte der Liverpool-Coach in einem Interview mit dem TV-Sender Sky. Mittlerweile ist sogar ein eigenes Klopp-Schlägermodell auf dem Markt.

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Ursprung der Sportart Padel liegt in Mexiko

Ursprung der trendigen Sportart ist Mexiko. 1965 wollte ein betuchter Mexikaner auf seinem Grundstück einen Tennisplatz bauen. Allerdings war die dafür vorgesehene Fläche zu klein und zudem von einer Mauer umgeben. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und die übliche Spielweise des Tennis an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst. So wurden die natürlichen Barrieren an den Enden und Seiten des Spielfeldes zum Teil des Platzes.

Prinz Alfonso von Hohenlohe ließ drei Jahre später in einem Hotel für den internationalen Jetset im spanischen Marbella gleich zwei dieser Padel-Courts errichten. Argentinische Hotelgäste waren von den Padel-Courts ebenfalls begeistert und importierten die Sportart nach Südamerika. In Argentinien entstand 1975 der erste Padel-Club. Heute ist Padel in Argentinien ein Nationalsport. Die Argentinier stellen neben den Spaniern die meisten Spielerinnen und Spieler in den Weltranglisten.

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Padel und Tennis: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

  • Der Padel-Court ist etwas kleiner als ein Tennisplatz und hinten und seitlich hinten von Glasscheiben begrenzt.
  • Auf dem Court stehen sich grundsätzlich zwei Paare gegenüber, die den Ball so ins gegnerische Feld spielen, dass er mehr als einmal auf dem Boden aufkommt oder für die Gegenspieler unerreichbar ist.
  • Prallt der Ball einmal auf den Boden, darf er danach eine der Glasscheiben berühren, bevor er zurückgeschlagen wird.
  • Gezählt wird beim Padel wie beim Tennis: 15, 30, 40, Vorteil, Einstand und Spiel. Ein Satz geht bis sechs (oder bis sieben im Tiebreak). Nach zwei gewonnen Sätzen einer Paarung ist die Partie entschieden.
  • Die Schläger (Rackets) sind kürzer und schwerer als Tennisschläger. Sie erinnern an Beachball-Rackets und weisen anstatt einer Bespannung eine glatte, perforierte Schlagfläche auf.
  • Padel-Bälle sind so groß wie der klassische Tennisball, allerdings etwas leichter und softer. Sie springen nicht so hoch und dynamisch ab wie Tennisbälle.
  • Der Untergrund eines Padel-Courts ist mit einem textilen Allwetterbelag mit Sand- oder Granulat-Einstreumaterial ausgestattet.
  • Das Netz hängt etwas tiefer als beim Tennis.
  • Der Aufschlag, der von unten mit einer Vorhand erfolgt, muss ins schräg gegenüberliegende T-Feld treffen. Misslingt der erste Versuch, darf der Aufschlagende einen zweiten Versuch durchführen.

Viele Deutsche Tennisclubs sehen im Padel eine gute Einstiegs-Sportart für spätere Tennisspieler. Tennis sei ohne intensives Training und regelmäßige Stunden beim Coach auch für balltalentierte Anfänger in den Beginner-Monaten nur mühsam zu erlernen. 

Padel-Spielende sehen sich als Community, in der es nicht so ernst zugeht wie auf dem Tenniscourt. Große Padel-Anlagen in den Ländern Süd-Europas locken meist mit cooler Bar, chilliger Musik und Relax-Areas.

Der Deutsche Padel Verband bestätigt: Auch in Deutschland ist die noch junge Sportart angekommen und wird immer beliebter. Die rund 1500 Padel-Sportler und Sportlerinnen teilen sich 170 Courts (Stand Mai 2022). Die Hälfte der Courts betreiben Padel-Clubs, die andere Hälfte ist frei buchbar auf kommerziellen Anlagen. Ziel einiger Sportplatzbauer: Die Zahl an Courts soll sich jährlich mindestens verdreifachen.

Bei einem Blick auf Südeuropa erscheinen solche Wachstumsraten keinesfalls utopisch. In Spanien gibt es bereits sechs Millionen Spielende auf fast 20.000 Courts. Spanien zählt neben Argentinien und Brasilien zu den aktivsten Padel-Ländern der Welt. Spanische Sportsender übertragen regelmäßig Padel-Matches großer Turniere live im TV. Populäre Turniere in Barcelona oder Madrid zählen bis zu 10.000 Zuschauende auf den Rängen.

In Italien schätzt der der dortige Verband die Zahl der Aktiven auf etwa 40.000 und die der Courts auf 5000.

Fazit: Padel hat das Zeug zur Trendportart. Inzwischen buhlen sogar zwei Verbände um die Vorherrschaft im Profi-Padelsport. Die Popularität durch Medienpräsenz wird also weiter zunehmen.

Drei Padel-Bälle und ein Padel-Racket.
Foto: Envato / twenty20photos