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Einmaliger „Weihnachtskomet“

Einmaliger „Weihnachtskomet“

In der diesjährigen Vorweihnachtszeit haben Sternenfreundinnen und Sternenfreunde die einmalige Gelegenheit, Komet Leonard zu beobachten. Schon im Januar verwindet er auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen des Alls. Prof. Thomas W. Kraupe ist Astrophysiker und Direktor des Planetarium Hamburg. Gemeinsam mit Welt der Wunder verrät er, wann dieser besondere „Weihnachtskomet“ besonders gut zu sehen ist.

Rechtzeitig zum 3. Advent, am 12. Dezember, kommt Komet Leonard der Erde am nächsten. Dann ist er besonders hell und gut sichtbar. In einer Entfernung von 34 Millionen Kilometern zieht er an unserem Planeten vorbei. Dabei befindet er sich zwischen Erde und Sonne. „Vielleicht lässt sich Leonard sogar mit bloßem Auge erblicken. Aufgrund der Vorwärtsstreuung von Dampf und Staub könnte seine Helligkeit groß genug dafür werden“, sagt Prof. Kraupe. „Sollte dies nicht der Fall sein, hilft ein Fernglas.“
Rasend schneller „dreckiger Schneeball“
Kometen werden manchmal auch „dreckige Schneebälle“ genannt. Sie entziehen sich unseren Blicken, solange sie sich in Sonnenferne befinden. Erst in Sonnennähe verwandelt sich das Eis des Himmelskörpers zu Gas. Gleichzeitig reißt die dort vorherrschende Hitze Staubbrocken aus ihm heraus. Ein Komet hinterlässt also eigentlich zwei Schweife – einen aus Wasserdampf und einen aus Staubteilchen.
Komet Leonard reist mit etwa 70 Kilometern pro Sekunde unglaublich schnell durch unser Sonnensystem. So wandert er auch vergleichsweise rasch als diffuser Lichtfleck über den Himmel. In den ersten beiden Dezemberwochen durchquert er die Sternbilder Bärenhüter, Schlange, Herkules und Schlangenträger. Erfahrene Himmelsbeobachterinnen und -beobachter sehen ihn mit einem Fernglas vor Beginn der Morgendämmerung. 
Ab Mitte Dezember zeigt sich „Weihnachtskomet“ Leonard hoffentlich wieder am Abendhimmel. Er zieht am 18. Dezember in nur 4,2 Millionen Kilometern Entfernung an Venus vorbei. Wenn er sich gegen die Abenddämmerung durchsetzen kann, erkennen wir ihn gegen 17 Uhr als diffuses Objekt mit Schweif sehr horizontnah im Südwesten unterhalb der hell leuchtenden Venus.
Interessierte sollten allerdings auf Überraschungen vorbereitet sein“, sagt Prof. Kraupe. „Schließlich hat ihn noch niemals zuvor jemand beobachtet. Daher ist auch nicht bekannt, wie porös dieser dampfende Brocken ist und wie viel Staub oder Gas er freisetzen wird. Kometen, so sagt man auch, sind wie Katzen – in ihrem Verhalten nicht vorhersagbar.“
Auf Nimmerwiedersehen
„Die Zeit vor Weihnachten wird die einzige Chance sein, um Komet Leonard zu beobachten“, schließt Prof. Kraupe. „Nach seinem Vorbeiflug an der Sonne am 3. Januar 2022 wird er auf seiner lang gestreckten hyperbolischen Flugbahn aus dem Sonnensystem hinausgeschleudert.“

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