Einige Fitnessgeräte fallen in erster Linie durch ihr ungewöhnliches Design, ihre ungewöhnlichen Bewegungsabläufe oder ihre ungewöhnlichen Versprechen auf. Das spricht zwar nicht jeden Fitnessfan an, kann aber oft auch Bewegungsmuffel dazu motivieren, endlich den inneren Schweinehund zu besiegen und ein paar Pfunde zu verlieren.
Unser vorläufiges Fazit: Auch unkonventionelle Geräte können durchaus ihren Zweck erfüllen. Den viel ersehnten schnellen Weg zum gestählten Körper können jedoch auch diese Fitnessgeräte nicht bieten.
1. Das „Shake Weight“ – Muskelaufbau durch Vibrationen?
Das „Shake Weight“ ist ein äußerst handliches Trainingsgerät. Es sieht aus wie ein kurzer Stab, an dessen beiden Enden Gewichte befestigt sind. Durch schnelles Hin- und Herbewegen werden vor allem die Arme und Schultern trainiert. Die dabei entstehenden Vibrationen sollen die Muskelanspannung verstärken.
Inzwischen sind Experten der Meinung, dass Vibrationstraining die Muskelaktivierung tatsächlich fördern kann. Allerdings reicht die Wirkung nicht aus, um allein damit nachhaltige Erfolge zu erzielen. Vielmehr eignet sich Vibrationstraining als Ergänzung zu klassischem Krafttraining oder für kurze, intensive Einheiten zwischendurch.
Wer also auf der Suche nach einem schnellen, aber effektiven Armtraining ist, kann dem Shake Weight durchaus eine Chance geben, darf ohne komplementäres Training jedoch nicht mit auffallenden Erfolgen rechnen.
Quelle: YouTube / @jackedupfitness1
2. Der „Ab Roller“ – mehr Bauchmuskeln durch eine einfache Streckübung?
Ein „Ab Roller“ oder „Ab Wheel“ (beides abgeleitet vom englischen Wort „abs“, das „Bauchmuskeln“ bedeutet) ist ein Trainingsgerät, das durch kontrollierte Rollbewegungen vor allem die gerade Bauchmuskulatur, aber auch die Schultern, die Arme und den Rücken beansprucht. Eine übliche Trainingsanleitung: Auf den Boden knien und die Rolle mit beiden Händen greifen. Diese dann nach vorne rollen, während der Körper gestreckt wird. Danach mit angespanntem Bauch wieder in die Ausgangsposition zurückrollen.
Sportwissenschaftler und Fitnessexperten bestätigen, dass der Ab Roller nicht nur die Bauchmuskeln stärkt, sondern auch die Stabilität des gesamten Oberkörpers verbessert – vorausgesetzt, die Trainingstechnik stimmt.
Allerdings birgt die Anwendung auch Risiken: Bei falscher Ausführung, insbesondere wenn die Wirbelsäule nicht stabil gehalten wird, kann es zu einer Überlastung des Rückens kommen. Daher raten Experten, die Übung nur mit einer gut trainierten Rumpfmuskulatur durchzuführen. Wer diese Ratschläge beherzigt, profitiert von einem effektiven Training, das auch für Fortgeschrittene herausfordernd ist
Quelle: YouTube / @CoachStef
3. Der „Pilates Chair“ – das bequemste Trainingsgerät aller Zeiten?
Ein Stuhl mit Federn und Pedalen, der durch gezielte Übungen vor allem die Tiefenmuskulatur trainiert und somit Stabilität, Haltung und Gleichgewicht fördert. Das Gerät eignet sich auch für Reha-Zentren und die Physiotherapie, da es durch die federnde Bewegung die Rumpfmuskulatur gezielt anspricht und gleichzeitig die Wirbelsäule entlastet.
Praxiserfahrungen zeigen, dass der „Pilates Chair“ durchaus die Körperhaltung verbessern und Verspannungen vorbeugen kann, indem er eine dynamische Sitzposition ermöglicht und die Muskulatur kontinuierlich aktiviert.
Allerdings ersetzt auch dieses Gerät kein klassisches Krafttraining, da ihm der Widerstand für einen nennenswerten Muskelaufbau fehlt. Experten empfehlen daher, den „Pilates Chair” als Ergänzung zu anderen Trainingsformen einzusetzen, um ein ganzheitliches Bewegungsprogramm zu gewährleisten.
Quelle: YouTube / @HolisticMovementPilates
4. Bauchgürtel – Stromstöße für mehr Bauchmuskeln?
Gürtel mit eingebauten Elektroden, die gezielte elektrische Impulse an die Muskeln senden, sind ebenso bereits eine Weile auf dem Markt. Diese Impulse lösen unwillkürliche Muskelkontraktionen aus – ganz ohne aktive Bewegung des Nutzers. Diese Technologie, auch als Elektromyostimulation (EMS) bekannt, aktiviert dabei vor allem die tiefer liegenden Muskelfasern, die im Alltag oft nur unzureichend beansprucht werden.
Inzwischen ist erwiesen, dass der „Slendertone-Gürtel“ und ähnliche Produkte den Muskelaufbau tatsächlich leicht fördern. Doch davon abgesehen zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei dem „Shake Weight“, dem „Ab Roller“ und dem „Pilates Chair“. Auch der Slendertone-Gürtel ersetzt kein klassisches Kraft- oder Ausdauertraining: Für nachhaltigen Muskelaufbau, Kraftzuwachs oder Fettabbau bleibt zusätzliche körperliche Aktivität unverzichtbar.
Quelle: YouTube / @toptechde4436
5. VR-Cycling in virtuellen Welten
VR-Cycling verbindet einen klassischen Heimtrainer mit einer Virtual-Reality-Brille. Auf dieser läuft eine App, die eine 3D-Welt simuliert. Dadurch wird Nutzerinnen und Nutzern beim Training vermittelt, dass sie sich durch virtuelle Landschaften bewegen – von grünen Wiesen bis zu futuristischen Welten bieten gängige Apps eine beachtliche Bandbreite. Die vielseitigen visuellen Eindrücke sorgen für Abwechslung und können – je nach System – die Motivation zum Training um einiges erhöhen.
Inzwischen sind etliche VR-Cycling-Apps wie Zwift, Holofit oder Rouvy erhältlich. Diese synchronisieren zudem das Verhalten des Heimtrainers mit dem virtuellen Erlebnis: Steigungen im Spiel erhöhen den Widerstand am Heimtrainer und die Topografie und die Topografie der Strecke lässt sich auf diese Weise spüren.
Studien zeigen, dass VR-Cycling die wahrgenommene Anstrengung um bis zu 10 Prozent reduziert und hochintensives Training weniger schmerzhaft erscheinen lässt. Das macht Workouts abwechslungsreicher und kann die Trainingshäufigkeit durchaus erhöhen, da Nutzerinnen und Nutzer länger und intensiver trainieren.
Allerdings ist VR-Cycling noch kostspielig: Neben einer VR-Brille (z. B. Meta Quest) wird ein kompatibler Heimtrainer mit entsprechenden Sensoren benötigt. Für Einsteiger lohnt sich daher ein Blick auf günstigere Alternativen wie die App Kinomap, die ohne VR-Brille auskommen.
Quelle: YouTube / @RichieTobi
Häufig gestellte Fragen
Was ist Vibrationstraining?
Vibrationstraining ist eine Trainingsmethode, bei der Vibrationen die Muskelaktivität erhöhen sollen. Dazu kommen die vibrierende Hantel „Shake Weight“ oder spezielle vibrierende Trainingsplattformen zum Einsatz. Vibrationstraining wird oft in Kombination mit Kraftübungen eingesetzt.
Was ist EMS-Training?
EMS steht für Elektromyostimulation. EMS-Training setzt auf elektrische Impulse, die Muskelkontraktionen auslösen. EMS kommt in Fitness und Reha zum Einsatz, ersetzt aber kein aktives Training.
Eignet sich das Shake Weight zum Muskelaufbau?
Tester und Experten haben gute Erfahrungen mit dem Shake Weight gemacht, empfehlen das unkonventionelle Fitnessgerät aber nur als Ergänzung, nicht als alleinige Trainingsmethode.
Kann EMS wirklich Muskeln aufbauen?
Laut Experten ja. Allerdings gilt EMS insgesamt weniger effektiv als klassisches Krafttraining.
Kann man durch Vibrationstraining abnehmen?
Nein, mit Vibrationstraining als alleinige Methode nicht. Es unterstützt zwar die Muskelaktivierung, doch für den Fettabbau sind Ausdauersport und eine Umstellung der Ernährung erforderlich.
Schadet ein Ab Roller dem Rücken?
Bei falscher Ausführung ja. Die richtige Technik ist Voraussetzung für effektives Training.
Wie oft sollte man EMS-Training machen?
Maximal 2–3 Mal pro Woche, da die Muskeln Zeit zur Regeneration benötigen.
