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Spiegeltest belegt Intelligenz von Delfinen und anderen Tieren

Spiegeltest belegt Intelligenz von Delfinen und anderen Tieren

Delfine schwimnmen im Wasser, sodass ihre Rückenflossen zu sehen sind

Delfine sind sehr intelligent. Sie verfügen über Ich-Bewusstsein, Persönlichkeit und Einfühlungsvermögen. Ihr Sozialverhalten ist hoch komplex. Sie benutzen Werkzeuge, geben sich individuelle Namen, trauern um ihre Toten, können Verhaltensweisen, sogar artübergreifend, beispielsweise auch von Menschen, nachahmen und an ihre Nachfahren weitergeben, entwickeln also eine eigene Kultur.

Immer wieder überraschen die flinken Meeressäuger mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten und die Art und Weise, wie sie ihr Zusammenleben gestalten. Dennoch hat die Forschung bislang erst einen Bruchteil dessen, was es alles noch zu entdecken gibt, herausgefunden. Doch das, was man jetzt schon weiß, reicht für viele Wissenschaftler aus, Delfinen den Status von „nichtmenschlichen Personen” zuzusprechen. Wegen ihrer großen Menschenähnlichkeit werden Delfine auch als „unser Ebenbild im Meer” bezeichnet.

Delfine erkennen ihr Spiegelbild

Delfine wissen, wer sie sind und können sich folglich auch in einem Spiegel selbst erkennen. Dahinter verbirgt sich die Annahme, dass das Selbsterkennen im so genannten Spiegeltest ein erstes Anzeichen für ein höheres Bewusstsein ist. Lange Zeit wurde dieses Ich-Bewusstsein nur Menschen und Menschenaffen wie Gorillas oder Schimpansen zugesprochen. Seit 2006 weiß man: Auch Elefanten haben dieses Bewusstsein. 2008 bestand erstmals ein Vogel den Spiegeltest: Elster Gerti an der Universität Bochum. Später  erkannten sich noch drei weitere von fünf Elstern an der Universität Frankfurt. 

Meeresbiologin Diana Reiss und Verhaltensforscherin Lori Marino von der Emory Universität in Atlanta unterzogen zwei Große Tümmler dem berühmten Spiegeltest im New Yorker Aquarium und brachten damit erstmals die Fähigkeit der Selbsterkenntnis bei Delfinen zum Vorschein. Die Wissenschaftlerinnen installierten Spiegel im Tümmler-Becken. Anschließend wurden die Tiere mit einer nicht giftigen Tinte am Körper markiert oder sie wurden – als Gegentest – nur am Körper berührt, so als ob eine Markierung angebracht worden sei.

Das Ergebnis: Die Tümmler schwammen jedes Mal direkt auf den Spiegel zu, um die Markierung genauer darin zu betrachten. Dabei drehten und wanden sie sich, um die bemalte Stelle besser sehen zu können. Dabei erkannten sie auch, wenn sie ohne Markierung nur berührt wurden. Diese Delfine verbrachten bedeutend weniger Zeit vor dem Spiegel als die mit Tinte bemalten Tiere. Die nicht markierten Delfine zeigten außerdem kaum Interesse an der Kennzeichnung ihrer Artgenossen. Die Studie zeige, dass „ein gegenüber Menschen und Menschenaffen völlig unterschiedlich aufgebautes Gehirn zu Dingen in der Lage ist, die man bislang nur diesen zugeschrieben hat”, sagt die Evolutionsbiologin Irene Pepperberg von der University of Arizona.

Für alle, die sich intensiver mit den flinken Meeresjägern beschäftigen, sind diese Forschungsergebnisse allerdings keine Überraschung. „Für Tiere mit komplexen sozialen Beziehungen ist es überaus sinnvoll, über Selbsterkennung und Selbstbewusstsein zu verfügen, da sie ständig Entscheidungen über ihr soziales Umfeld treffen müssen”, meint Richard Conner von der University of Massachusetts in Dartmouth, der als Erster bei Delfinen so genannte Superallianzen von mehr als 14 Tieren dokumentierte. Immerhin:  Jetzt ist auch wissenschaftlich untermauert, dass Delfine uns Menschen ähnlicher sind, als viele bisher vermutet hatten.

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