Welt der Wunder

Nicht glauben, sondern wissen

Die geschichtliche Entwicklung der Zahnkorrektur

Wer schön sein will, muss leiden. Dieser Satz könnte seine Wurzeln in den Anfängen der Geschichte der Zahnkorrektur haben. So ist aus frühzeitigen Erzählungen von Herausbrechen der Zähne mittels Speerspitze oder Steinschlag zu lesen, um Engstände der Zähne zu regulieren oder auch das Abschleifen mit einer Feile. In der modernen Zahnmedizin gibt es heute die unterschiedlichsten Ansätze, Fehlstellungen der Zähne so schonend wie möglich zu korrigieren. Aber bis zu diesem heutigen Standard war es ein langer und für die Patienten beschwerlicher Weg.
Die ersten kieferorthopädischen Ansätze gab es schon vor mehr als 2000 Jahren
Zahn- und Kieferfehlstellungen sind beileibe keine Diagnose der Moderne. Schon in der Antike, 400 v. Chr., beschreibt Hippocrates über solche Fälle. Auch der römische Arzt Aulus Cornelius Celsus (25 v. Chr.) kann davon berichten. Er war es auch, der den Leuten empfahl Zahnfehlstellungen durch dauerhaften Fingerdruck zu korrigieren oder Milchzähne zu entfernen, um den nachkommenden Zähnen Platz zu machen. Galenos von Pergamon riet im zweiten Jahrhundert n. Chr. zum abschleifen von Zähnen, sofern die Zähne zu eng standen. Das Wissen der alten Griechen und der Römer hinsichtlich der Möglichkeiten der Zahnkorrektur geriet bis ins Mittelalter in zunehmend in Vergessenheit. 

Neuentwicklungen im Mittelalter
Erst 1619 entdeckte der italienische Anatom Fabricius das Verfahren, Zähne bei Zahnengstand zu ziehen, wieder. Dann dauert es gut weitere 100 Jahre bis der französische Zahnarzt Pierre Fauchard ein Buch mit dem Titel „Le Chirurgien Dentiste“ schrieb. In diesem erkennt er schon damals nicht nur die Wichtigkeit der Zahnpflege und gibt dafür Tipps, sondern widmet sich auch ein ganzes Kapitel der Zahnkorrektur. So beschreibt er eine Zahnspange aus gebogenen Metallstreifen, welche mit Draht an den Zähnen fixiert wurde. Zur damaligen Zeit gehörte Fauchard zu den Pionieren auf seinem Gebiet und gilt heute als der Vater der Kieferorthopädie. Der Engländer John Hunter beschrieb 1750 erstmals eine festsitzende Zahnspange aus Metall, welche er auch testete. Die Zahnspange steckt zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen. Der Bedarf war damals aufgrund von weit bedeutenderen Problemen eher gering. Dies sollte sich aber mit dem 19. Jahrhundert ändern. 
Weiterentwicklung der Zahnspange im 19. Jahrhundert
Mit Edward Hartley Angle begann ab dem Jahr 1855 die Neuzeit für die Zahnkorrektur und Kieferorthopädie. Er legte das Fundament für die heute noch verwendete feste Zahnspange. Sogenannte „Brackets“ (aus dem Engl. „Halterung“) wurden dabei auf die Zähne aufgeklebt. Dies war eine extrem große Innovation und eröffnete zahlreichen Menschen den Zugang zur Kieferorthopädie. Mit dieser Edge-Wise-Technik war die moderne feste Zahnspange geboren!
Jedoch war die aus teuren Materialien gefertigten Spange damals nur für wohlhabende Patienten eine Option zur Zahnstandkorrektur.
Bis ungefähr 1930 dominierte die festsitzende Zahnspange in Europa. Nachdem durch erste Röntgenaufnahmen herauskam, dass die festen Spangen Schäden an den Zahnwurzeln verursachten, fand auch die lose Zahnspange Einzug in Europa, denn diese galt als deutlich weniger schädigend. 

Ein weiterer bahnbrechender Durchbruch im 20. Jahrhundert
Die nächste bahnbrechende Errungenschaft auf dem Weg der Kieferorthopädie kam Mitte des 20. Jahrhunderts: Harold D. Kesling entwickelte als Behandlungsansatz die schrittweise Regulierung mithilfe transparenter Kunststoffzahnschienen, die sogenannte Alinger-Therapie. Heute nutzt man dabei ein spezielles grafisches Computerverfahren. Es ermittelt den Status quo des Gebisses und hält die Entwicklung in verschiedenen Kiefermodellen fest. Die Behandlung wird entsprechend in einzelnen Phasen mit individuellen Zahnschienen unterteilt, die jeweils 14 Tage getragen werden. 
Unsichtbare Zahnschiene als Alternative zur festen Zahnspange
Bis heute haben sich feste und herausnehmbare Zahnspangen für kieferorthopädische Behandlungen gleichermaßen etabliert. Je nach Alter des Patienten sowie der Art und Schwere der Zahn- oder Kieferfehlstellung wird entweder eine feste oder herausnehmbare Zahnspange eingesetzt.
Es gibt mittlerweile moderne und ästhetische sowie unsichtbare Therapieoptionen. So gibt es herausnehmbare, hauchdünne, transparente Zahnschienen aus Kunststoff. Sie können für jeden Patienten individuell angepasst werden und bringen die Zähne in die gewünschte Position.
Die Schienen haben einige Vorteile gegenüber einer festen Zahnspange. So sind sie unsichtbar, verursachen keine Reizung des Mundraums durch Metall bzw. Drähte, sind weniger schmerzhaft als eine feste Zahnspange und vermitteln ein komfortables Tragegefühl.

Eine bemerkenswerte Entwicklung von damals bis heute
Die Geschichte der Zahnkorrektur hat sich rasant weiterentwickelt und ist von herausragenden Persönlichkeiten, Chirurgen und Zahnmedizinern geprägt worden. Stetig finden weitere zahnmedizinische Fortschritte, Optimierungen und Neuerungen statt.Besonders die Behandlungsmethoden mit nahezu unsichtbaren Zahnschienen ermöglichen ein völlig neues Gefühl der Diskretion. Durch die Möglichkeit die Zahnschienen flexibel zu jeder Zeit herauszunehmen, senkt die Methode effektiv das Kariesrisiko und reduziert die Nachteile des Aufklebens der Halterungen auf den Zahn. Die Bemühungen der Kieferorthopädie, den Menschen ein strahlendes und gesundes Lächeln zu ermöglichen, sind von den Anfängen her erkennbar und von diesem Ziel ist die Kieferorthopädie bis zum heutigen Tag nicht abgewichen. Weitere Infos unter: https://www.smileunion.de/
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