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Australiens Dingos sind vom Aussterben bedroht

Australiens Dingos sind vom Aussterben bedroht

Seit Tausenden von Jahren streifen Dingos durch die Ebenen Australiens. Doch inzwischen steht die aggressive Unterart des Wolfs, eines der Symboltiere Australiens, wegen jahrhundertelanger Vermischung mit Hunden vor dem Aussterben.

Damit könnte der Dingo das Schicksal des Beutelwolfs oder Tasmanischen Tigers teilen, von dem 1936 vermutlich das letzte Exemplar im Zoo starb. Um den Genpool der Dingos zu erhalten, werden die Tiere in Gefangenschaft in einer rauen Berggegend westlich von Sydney gezüchtet und dann in Naturparks ausgewildert. “Obwohl sie wie ein Hund aussehen, vier Beine haben und mit dem Schwanz wedeln, sind sie wilde Tiere und man muss sie respektieren und so behandeln”, sagt die Präsidentin der australischen Gesellschaft zur Erhaltung des Dingos, Amanda McDowell.
 
Funde von Fossilien zeigen, dass es die wolfartigen Wildhunde in Australien seit mindestens 3.500 Jahren gibt. Richtige Dingos bellen nicht und pflanzen sich nur ein Mal pro Jahr fort. Inzwischen sind jedoch rund 90 Prozent der als Dingos bezeichneten wilden Hunde im australischen Hinterland Mischlinge. “Die Art ist wirklich kurz vor dem Aussterben”, sagt McDowell. “Viele glauben, dass es da draußen noch eine Menge Dingos gibt. Doch tatsächlich sind sie alle nur Kreuzungen, nicht reine Dingos.”
Nach Angaben des Biologen Mike Letnic von der University of New South Wales begann die Vermischung der Arten nahe den großen Städten mit der Ankunft der ersten Europäer und ihren Haushunden 1788. “An der Ostküste gibt es Hinweise auf viele Kreuzungen mit Hunden, und in diesen Gegenden sind die Dingos gefährdet”, sagt Letnic. “Grundsätzlich ausgestorben” seien sie in Gegenden mit Schafzucht und Weizenanbau. “Und die Dingos, die noch da sind, werden von Viehhaltern verfolgt”, betont der Biologe. In der Wüste im Zentrum des Kontinents gebe es dagegen noch robustere Dingo-Populationen.

Dingos sind keine Haustiere

Mit dem sensationellen Fall von Azaria Chamberlain erlangten die Raubtiere internationales Aufsehen: 1980 verschwand das neun Wochen alte Baby in Uluru im Zentralaustralien aus einem Zelt. Die Mutter Lindy Chamberlain gab an, sie habe einen Dingo weglaufen sehen. Doch für die Öffentlichkeit war schwer vorstellbar, dass ein wilder Hund ein Baby verschleppen könnte, und so wurde die Frau wegen Mordes verurteilt. Rund drei Jahre verbrachte sie im Gefängnis, bis zufällig ein Kleidungsfetzen des Kindes nahe einer Dingo-Höhle gefunden wurde und neue Ermittlungen begannen. Erst 2012, also 32 Jahre später, räumte die Justiz in einem abschließenden Urteil ein, dass der Säugling von einem Dingo verschleppt worden sein musste. 

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