April 1977, Karlsruhe. Der Wagen des Generalbundesanwalts Siegfried Buback hält an der Kreuzung Linkenheimer Landstraße und Moltkestraße an einer roten Ampel. Während der Mercedes wartet, rollt von hinten langsam eine Suzuki GS 750 mit zwei Personen heran. Als das Motorrad die rechte Seite der blauen Limousine erreicht, zückt einer der beiden Personen eine halbautomatische Heckler&Koch und feuert 15 Schüsse ab – Siegfried Buback, der mächtigste Jurist der BRD, ist tot.
Historische Einordnung
Im Jahr 1977 startet die RAF die sogenannte „Offensive 77“. Auftakt ist die Ermordung Bubacks. Im Juli töten RAF-Terroristen den Vorstandssprecher der Dresdner Bank und Berater von Bundeskanzler Helmut Schmidt Jürgen Ponto bei einem Entführungsversuch in seinem Haus. Im September entführt das RAF-Kommando „Siegfried Hausner“ Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer.
Die Terroristen töten bei der Geiselnahme den Chauffeur und drei Polizisten. Nach 44 Tagen wird Schleyer tot in einem Kofferraum gefunden. Im Oktober kapern Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“ von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main mit 91 Menschen an Bord, um die sogenannte „erste RAF-Generation“ (u.a. Gudrun Ensslin und Andreas Baader) aus deutschen Gefängnissen freizupressen.
