Frage der Woche

Kann man im Moor versinken?

Moore galten lange Zeit als gefährliche und unheimliche Orte. Doch kann man im Schlamm der Moore wirklich versinken?

Moor

© Imago/imagebroker

Dem Volksglauben nach wimmelte es im Moor vor Irrlichtern, Geistern, Dämonen und anderen Schauergestalten. Weit verbreitet waren die Legenden über Menschen, die im Moor verschwanden und niemals zurückkehrten. Doch wie gefährlich sind die finsteren Sümpfe tatsächlich?

Moore sind eine amphibische Landschaft, weder Land noch Wasser. Ihr Boden ist weich und tückisch, und immer wieder gibt es Löcher im Morast. Tatsächlich ist es jedoch sehr schwer, ein Lebewesen im Moor zu versenken. So kann ein Mensch zwar einsinken, aber nicht untergehen.

Nicht ungefährlich

Der Grund dafür liegt in der Physik des Auftriebs. In einem See geht ein Mensch normalerweise unter, denn die Dichte des menschlichen Körpers ist größer als die des Wassers. Demgegenüber hat der Moorschlamm eine wesentlich höhere Dichte als Wasser. Ungefährlich sind Moore trotzdem nicht. Einmal stecken geblieben, kann es für einen Menschen unmöglich sein, sich ohne Hilfe zu befreien. Im kalten Schlamm kühlt sein Körper dann nach und nach aus – und im schlimmsten Fall stirbt er.

Dieses Schicksal erlitten wahrscheinlich einige der zahlreichen bislang in Deutschland entdeckten Moorleichen. Archäologische Funde deuten aber auch darauf hin, dass es in der Frühgeschichte üblich war, Menschen im Moor zu opfern oder hinzurichten. Denn durch die konservierenden Eigenschaften des Moors blieben die Körper gut erhalten.
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