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Wie gefährlich ist die Pest im Jahr 2026?

Foto: Envato / davidpereiras

Wie gefährlich ist die Pest im Jahr 2026?

In einem Institut, das Pesterreger erforscht, stirbt eine junge Frau. Moskau spricht von einer Lungenentzündung. Die USA haben hingegen verkündet, den Fall genau zu beobachten.

Was geschah in Irkutsk?

Die 28-jährige Daria Shipilova ist in der Nacht zum 2. Oktober in Irkutsk an den Folgen einer schweren Erkrankung gestorben. Sie war Mitarbeiterin des dortigen Anti-Pest-Forschungsinstituts. Laut Berichten soll sie im September ein Reagenzglas mit dem Pesterreger Yersinia pestis zerbrochen haben. Die russische Aufsichtsbehörde Rospotrebnadzor gibt eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft als Todesursache an und bestreitet, dass es zu einem Laborunfall gekommen ist.

Die USA vermuten einen Pestfall

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA beobachteten die Lage genau. Russische Stellen melden, dass Kontaktpersonen keine Symptome zeigen und die Tests negativ ausgefallen seien. Eine unabhängige Laborprüfung liegt jedoch bislang nicht vor. Bei einem Institut, das mit Pesterregern arbeitet, ist genau diese Prüfung jedoch erforderlich. Bis dahin bleibt jede Gewissheit Spekulation.

Ist die Pest heute noch tödlich?

Die Weltgesundheitsorganisation nennt für die Beulenpest eine Sterblichkeit von 30 bis 60 Prozent ohne Behandlung. Bei der Lungenpest endet die Erkrankung ohne Behandlung immer tödlich. Erste Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit, meist nach ein bis sieben Tagen.

Die Lungenpest verläuft innerhalb von Stunden und wird per Tröpfcheninfektion übertragen

Bei der Lungenpest kann die Inkubationszeit auf 24 Stunden sinken. Ohne Behandlung droht der Tod innerhalb von 18 bis 24 Stunden nach Krankheitsbeginn. Erkrankte geben die Bakterien beim Husten an andere Menschen weiter. Deshalb müssen Patienten isoliert werden. Helfer mit direktem Kontakt erhalten eine sieben Tage andauernde Antibiotika-Prophylaxe.

Welche Symptome hat die Lungenpest?

Zu den typischen Symptomen der Lungenpest zählen plötzlich auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Husten, Atemnot und Brustschmerzen. Zunächst kann der Husten trocken sein, später kann es zu blutigem oder schaumigem Auswurf kommen. Werden die Symptome nicht behandelt, kann sich die Erkrankung schnell zu einer schweren Lungenentzündung und Ateminsuffizienz entwickeln.

Wie verbreitet ist die Pest heute?

In den Jahren zwischen 1999 und 2008 meldete die WHO durchschnittlich 2334 Fälle pro Jahr, während es 2018 2.43 waren. In den Jahren 2013 bis 2018 entfielen 80 Prozent der Fälle auf Madagaskar und 14 Prozent auf die Demokratische Republik Kongo. In den USA werden laut CDC im Durchschnitt sieben Fälle pro Jahr gemeldet. Bei der Recherche konnten keine belastbaren Gesamtzahlen für das Jahr 2026 gefunden werden. Die genannten Daten stammen aus früheren Jahren.

Die Pest überträgt sich über ein Bakterium – Antibiotika entscheiden über Leben und Tod

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Pest heute als gut behandelbar ein, sofern frühzeitig Antibiotika eingesetzt werden. Die Pest zeichnet sich durch einen äußerst raschen Verlauf aus. Dieser ist auf die schnelle Vermehrung des Bakteriums im Körper zurückzuführen. Auf diesem Weg gelangt das Bakterium in die Organe, die es schädigt. Antibiotika bekämpfen die Erreger, können bereits entstandene Schäden jedoch nicht mehr rückgängig machen.

Gemäß den Angaben der WHO beträgt die Überlebensrate bei Lungenpest nur 18 bis 24 Stunden. Die ersten Symptome ähneln zudem denen anderer Infektionen, sodass die richtige Diagnose oft zu spät gestellt wird.

Der letzte Pestfall in Deutschland liegt mehr als 80 Jahre zurück

Der letzte dokumentierte Pestfall in Deutschland wurde im Jahr 1945 registriert. Seitdem wurde hierzulande kein weiterer autochthoner oder eingeschleppter Pestfall bekannt. Das Robert Koch-Institut stuft die Pest in Europa heute als ausschließlich historisch bedeutsam ein.

Definitionen und Begriffserklärungen zum Pestfall in Sibirien

Pest

Die Pest ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird. Die Übertragung erfolgt durch Nagetiere und Flöhe.

Beulenpest

Die häufigste Form ist die Beulenpest. Sie befällt die Lymphknoten, die sich zu schmerzhaften Beulen entzünden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Lungenpest

Die Lungenpest ist die gefährlichste Form. Sie befällt die Lunge, wird durch Tröpfchen übertragen und endet ohne frühe Behandlung nahezu immer tödlich.

Drei Kurzantworten zum Pestfall in Sibirien

Wie gefährlich ist die Pest im Jahr 2026?

Die Pest ist lebensbedrohlich, wenn die Behandlung zu spät beginnt. In Deutschland ist das Risiko einer Ansteckung laut aktueller Daten jedoch sehr gering.

Ist der Fall in Russland bestätigt?

Russische Behörden sprechen von einer Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Eine unabhängige Bestätigung, dass es sich um einen Pestfall handelt, fehlt.

Lässt sich die Pest behandeln?

Antibiotika wirken gegen die Pest – allerdings nur, wenn die Behandlung innerhalb der ersten 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome beginnt.

Häufig gestellte Fragen zum Pestfall in Sibirien

Wie kann man sich mit der Pest anstecken?

Meist erfolgt die Übertragung über Flohbisse oder den Kontakt mit infizierten Tieren. Zusätzlich kann sich die Lungenpest von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Wie schnell zeigen sich Symptome?

Bei der typischen Form tritt sie nach ein bis sieben Tagen auf, bei der Lungenpest mitunter schon nach 24 Stunden.

Gibt es eine Impfung gegen Pest?

Es wurden bereits Impfstoffe gegen die Pest entwickelt. Allerdings werden diese nicht routinemäßig eingesetzt. Sie sind vor allem für Personen mit erhöhtem beruflichem oder wissenschaftlichem Risiko bestimmt, wie etwa für Laborpersonal. Bei einer Infektion helfen wirksame Antibiotika, sofern die Behandlung früh genug beginnt. In Deutschland ist bisher keine Impfung gegen die Pest zugelassen.

Wo tritt die Pest heute auf?

Vor allem in Madagaskar und im Kongo. Laut CDC entfallen über 90 Prozent der weltweiten Fälle auf Afrika. Vereinzelt gibt es Fälle in den USA, in Asien und Südamerika.

Was sollten Reisende beachten?

Bei einer Fiebererkrankung nach einer Reise in ein Pestgebiet sollten Sie sofort ärztlichen Rat suchen und Ihre Reiseroute nennen. Antibiotika auf eigene Faust einzunehmen, empfiehlt die WHO nicht.

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