Wie sich die Wetterlage über Deutschland aktuell verändert
Ein von Skandinavien aus nach Süden ziehendes Tiefdrucksystem tauscht momentan die Luftmassen über Mitteleuropa aus. Dadurch wird die Hitze der vergangenen Wochen weiter nach Süden verdrängt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der kräftigen Schauer und Gewitter zu. Diese können regional auch unwetterartig verlaufen.
Die zweite Augusthälfte startet wechselhaft und spürbar kühler
Jan Schenk, Meteorologe und Leiter von The Weather Channel Germany, rechnet ab etwa dem 15. August mit einer deutlichen Wetterumstellung. Anstatt der bisherigen Höchstwerte von 30 Grad werden voraussichtlich vielerorts nur noch etwa 25 Grad erreicht. Vor allem im Norden Deutschlands soll es durch Regen und dichte Wolken zeitweise deutlich kühler werden. Laut Schenk sind trotzdem einzelne freundliche und trockene Tage möglich.
Ein Tiefdruckgebiet bestimmt vorerst das Wetter – und hohe Regenwahrscheinlichkeit
Für den Wetterumschwung ist ein Zusammenspiel aus einem Blockadehoch über dem Atlantik und einem Tief über Skandinavien verantwortlich. Ein Blockadehoch ist ein langlebiges Hochdruckgebiet, das die normale Westströmung der Atmosphäre blockiert und dadurch Wetterlagen über längere Zeit festhält.
Diese Konstellation lenkt polare Luftmassen bis nach England und streift auch Teile Deutschlands. Entlang dieser Luftmassengrenze nimmt die Gefahr für kräftige Schauer und Gewitter deutlich zu.
Laut Schenk liegt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich viel Regen ab Mitte August bei 75 Prozent. Die Prognosemodelle von wetterprognose-wettervorhersage.de sehen für den Zeitraum vom 16. bis 28. August eine leicht erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit voraus.
Wie verlaufen die letzten Augusttage? Die Wettermodelle sind sich noch nicht einig
Sowohl das europäische als auch das amerikanische Vorhersagemodell zeigen für die Zeit nach dem 20. August verschiedene Möglichkeiten auf. Beide gehen von einem sogenannten Omegahoch aus. Ein Omegahoch, auch Omegalage genannt, ist ein stabiles Hochdruckgebiet, das von zwei Tiefdruckgebieten flankiert wird und dadurch eine charakteristische, dem griechischen Buchstaben Omega (Ω) ähnelnde Wetterlage bildet.
Allerdings setzen beide Modelle das Omegahoch an verschiedenen Positionen an. Je nach Lage des Hochs pendeln sich die Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad ein. Bis Ende August sind daher erneute Schauer und Gewitter möglich.
Liegen wechselhafte Wochen vor uns?
Eine nachhaltig stabile Wetterlage ist nach aktuellem Stand der Modelle bis Ende August nicht in Sicht. Zwischen dem 26. und 27. August ist über weiten Teilen des Landes ein kurzzeitiger Anstieg auf 24 bis 28 Grad möglich.
Laut den Kontrollläufen der Vorhersagemodelle könnte sich das wechselhafte Muster anschließend fortsetzen. Ein Kontrolllauf ist eine normale Wetterberechnung, die mit den aktuellsten Messdaten und den üblichen Einstellungen des jeweiligen Modells durchgeführt wird. Er zeigt, wie sich das Wetter nach der aktuellen Einschätzung des Modells entwickeln könnte. Andere Modellläufe können abweichende Bedingungen oder leicht veränderte Berechnungen verwenden. Sie werden mit dem Kontrolllauf verglichen.
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Ein typischer deutscher Spätsommer?
Damit zeigt der Sommer 2026 ein für den deutschen Spätsommer typisches Muster. Auf eine Hochsommerphase folgt häufig eine wechselhafte Übergangszeit. Ob sich daraus ein stabiler Spätsommer mit erneutem Hochdruck entwickelt, entscheidet sich frühestens in der letzten Augustwoche.
Wer in der zweiten Augusthälfte verreisen oder aufwendige Gartenarbeiten durchführen möchte, sollte daher regelmäßig kurzfristige Vorhersagen berücksichtigen. Diese stellt unter anderem der Deutsche Wetterdienst zur Verfügung. Prognosen, die mehrere Wochen umfassen, bleiben naturgemäß unsicher und ändern sich häufig von Tag zu Tag. Wenn Sie eher mit wechselhaftem Wetter als mit einer durchgehenden Hitzeperiode rechnen, liegen Sie nach aktuellem Stand auf der sicheren Seite.
Definitionen und Begriffserklärungen zum Wetter Mitte August 2026
Meridionale Grundströmung
Eome Luftströmung, die überwiegend in Nord-Süd- oder Süd-Nord-Richtung verläuft. Sie transportiert Luftmassen über weite Distanzen und sorgt für ausgeprägte Wetterumschwünge, anders als eine westliche Strömung mit gleichmäßigerem Wetter.
Blockadehoch
Ein Blockadehoch ist ein ortsfestes Hochdruckgebiet, das die übliche Luftströmung von West nach Ost unterbricht. Es zwingt Tiefdrucksysteme, das Hoch zu umrunden, wodurch sich Wetterlagen über Tage oder Wochen kaum verändern.
Omegawetterlage
Bei dieser Wetterlage wird ein Hochdruckgebiet von zwei Tiefdrucksystemen eingerahmt, sodass die Druckverteilung auf der Wetterkarte an den griechischen Buchstaben Omega (Ω) erinnert. Sie sorgt meist für stabiles, länger anhaltendes Wetter über der betroffenen Region.
Häufig gestellte Fragen über das Wetter Mitte August 2026
Wie wird das Wetter in der zweiten Augusthälfte?
Ab Mitte August wird das Wetter wechselhafter und kühler. Es gibt dann mehr Schauer und Gewitter.
Wird es in der zweiten Augusthälfte kälter?
Die Temperaturen sinken vielerorts von rund 30 auf etwa 25 Grad, regional auch unter 20 Grad.
Gibt es in der zweiten Augusthälfte mehr Regen?
Laut mehreren Prognosen liegt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlichen Regen bei etwa 75 Prozent.
Ab wann ändert sich das Wetter im August 2026?
Nach übereinstimmenden Prognosen beginnt der Wetterwechsel ab etwa dem 15. August. Ausgelöst wird er durch ein Tief über Skandinavien.
Wie stark sinken die Temperaturen in der zweiten Augusthälfte?
Die Höchstwerte werden voraussichtlich von über 30 Grad auf etwa 20 bis 25 Grad zurückgehen. Es wird jedoch um den 26. und 27. August herum kurze wärmere Phasen geben.
Ist in der zweiten Augusthälfte mit Unwettern zu rechnen?
Die Gefahr von kräftigen, regional unwetterartigen Schauern und Gewittern wird voraussichtlich zunehmen – insbesondere in den ersten Tagen nach dem Wetterumschwung.
Wird es im September wieder wärmer und trockener?
Erste Prognosen deuten auf eine erneute Umstellung mit weniger Regen im September hin. Die Datenlage dafür ist allerdings noch unsicher.