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Psychologie

Setz Dich durch! Was die erfolgreichsten Menschen der Welt gemeinsam haben

Vom Kindergarten an treten wir ein in eine Arena der Macht. Wir treffen überall auf mögliche Bündnispartner, Neutrale und Feinde. Um in diesem Spiel unsere Interessen durchzusetzen, müssen wir die Regeln der Dominanz beherrschen. Von diesen Gesetzmäßigkeiten hängt es ab, wie wir unsere soziale Position stärken – oder ob wir untergehen.

© iStock-Jirsak

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Niemand will sie abgeben, alle wollen mehr von ihr: Der Hunger nach Macht ist tief in der Natur des Menschen verankert. Jeder Einzelne kämpft um sie, verteidigt sie oder versucht, sie anderen zu nehmen. Und: Machtkämpfe finden nicht nur um Chefsessel statt. Gerade wer noch am Anfang seines Aufstiegs zum Gipfel der Macht steht, muss hart darum kämpfen. Hier zeigen einige der erfolgreichsten Menschen der Erde, wie sie sich gegen andere, gegen widrigste Umstände, aber auch gegen sich selbst durchgesetzt haben. 

Elon Musk: Wie man seine Willenskraft zur unschlagbaren Waffe formt

„Du meine Güte, ich bin auf dem Mars, kannst du es glauben?“ Es ist dieser Spruch auf dem eigenen Grabstein, diese eine Idee, die Elon Musk zum Erfinder, Unternehmer, Ingenieur und Geldbeschaffer macht. Denn seit der Südafrikaner in seiner Kindheit lesen musste, dass die Erde eines Tages unbewohnbar wird und die Menschheit ausstirbt, will er seinen Artgenossen den Weg in den Weltraum bahnen – egal, zu welchem Preis. „Wenn etwas wichtig genug ist, dann mach es, auch wenn alle Chancen gegen dich stehen“, so sein Motto. 

Er schläft auf der Couch von Freunden, weil er das Geld statt in eine Wohnung lieber in seine Firma steckt. Hunderte von Millionen Dollar setzt er in den Sand, steht Dutzende Male vor der Privatinsolvenz. Doch seine Willenskraft hält ihn im Geschäft – weil er immer wieder Menschen von seinen Ideen begeistern kann. „Er hat viele harte Zeiten gemeistert, die andere nicht überstanden hätten“, sagt Steve Jurvetson, einer seiner Finanziers. Von ihm gegründete, heute milliardenschwere Unternehmen wie das Fahrzeug- und Batterieunternehmen Tesla sind letztlich nur Stationen auf dem Weg ins Weltall. Seine Firma SpaceX verliert durch technische Defekte drei der Falcon-Raketen, bis überhaupt ein Start gelingt – doch ab diesem Jahr wird das Modell Falcon 9 einer der Hauptversorger der Internationalen Raumstation ISS. Die erste Mars-Mission ist für 2020 geplant …

„Ich arbeite viel. Sehr viel – ich will schließlich die Welt verändern“, sagt Musk. Für Mark Muraven, Sozialpsychologe von der State University of New York in Albany, ist ein starker Wille eine Kernbedingung für Erfolg – und den kann man sich aneignen. „Willenskraft ist wie ein Muskel, den man aufbauen muss, damit er die höchstmögliche Leistung erzielt“, betont Muraven, „Und Willenskraft beginnt mit Selbstbeherrschung.“ Er stellt seine Probanden vor eine Herausforderung: Die eine Gruppe darf zwei Wochen lang keine Süßigkeiten naschen, die andere soll mit einer sogenannten Fingerhantel täglich trainieren. Das soll ihr Durchsetzungsvermögen stärken. Am Ende der zweiwöchigen Süßigkeitenabstinenz bzw. der sportlichen Pflicht absolvierten die Probanden einen Konzentrationstest, der eine starke Willenskraft voraussetzte. 

Ergebnis: Beide Gruppen schnitten deutlich besser ab als vorher. Das liegt vor allem daran, dass Regeln, die wir uns selbst auferlegen und die wir einhalten, uns bewusst machen, wie stark wir sind und wie viel Kontrolle wir haben können. „Man muss sich eben erst gegen sich selbst durchsetzen, bevor man sich gegen andere durchsetzen kann“, so Muraven. Das Kuriose: Selbst alltägliche Dinge, wie jeden Tag sein Bett zu machen, sich auf einen Stuhl gerade hinzusetzen oder seine Rechnungen rechtzeitig zu bezahlen, stärkt die eigene Willenskraft.“ 

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Donald Trump: Wie krasse Fehler zum Durchbruch verhelfen

„Die Chinesen haben den Treibhauseffekt erfunden, um die Produktion in den USA unfähig für den Wettbewerb zu machen.“ „Obama ist der Gründer des Islamischen Staats.“ „Ich könnte mitten auf der 5th Avenue stehen und auf jemanden schießen und ich würde keine Wähler verlieren.“ Was Donald Trump im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 schreibt oder spricht, lässt jeden PR-Berater die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Er beleidigt Frauen, Minderheiten und ganze Berufszweige auf immer neue Weise. Nach den Maßstäben des politisch korrekten Amerika ein krasser, ein unverzeihlicher Fehler. Schließlich ersetzt das Land selbst den Wunsch nach „Frohen Weihnachten“ durch ein neutrales „Grüße zur Jahreszeit“, um Nicht-Christen nicht zu nahe zu treten. „Trump hat keine Chance“, urteilen Analysten einhellig vor der Wahl. Heute ist er der Präsident der USA.

Der Fehler: Die Analysten bewerten Trump nach den Regeln für Politiker. Der Milliardär hat aber längst eigene Regeln geschaffen, Politiker erklärt er zum Feindbild. Er will Fehler nicht vermeiden, er sucht die Fettnäpfchen geradezu, um mit Gewalt hineinzutreten und sie zu zerschmettern. „Erfolgreiche Menschen stellen so ihre absolute Einzigartigkeit in den Vordergrund“, erklärt der Coach Bud Bilanich. In einem der berühmtesten Experimente aller Zeiten testete der Psychologe Stanley Milgram die Bereitschaft von 40 Personen, im Auftrag von Autoritäten tödliche Stromschläge zu verabreichen. Nur ein Drittel der Testpersonen widersetzte sich – und brach den Versuch ab. 

In zahllosen Folgestudien wollten die Forscher wissen: Wer sind diese Menschen, die den eigenen Kopf durchsetzen und gegen den Strom schwimmen? Das Ergebnis: Sie zeichnet weniger eine bestimmte moralische Weltsicht aus – es ist die Häufigkeit, mit der sie ihre Meinung vertreten. „Menschen, die bewusst aus ihrem sozialen Umfeld heraustreten, hinterfragen Autorität bereitwilliger“, erklärt die Psychologin Sharon Presley. Wer sich durchsetzen will, braucht Übung: Beginnen Sie im Freundes- und Familienkreis zu widersprechen und überkommene Regeln zu brechen. Vertreten Sie eine Außenseitermeinung, sammeln Sie Argumente für eine Minderheitenposition. Versuchen Sie dabei Ihre Emotionen zu zügeln und sachlich zu bleiben. Je sicherer Sie werden, desto einfacher ist es, auch im Beruf zu widersprechen und schwierige Themen überzeugend darzulegen. 

© Imago-ZUMA Press

Steve Jobs: Wie man sich unverzichtbar macht

Steve Jobs, der Mann, der Apple erfand, machte nur einen einzigen gravierenden Fehler – und zwar im Jahr 1985. Jobs hatte immer eine der wichtigsten Grundregeln der Macht befolgt: Mach dich unverzichtbar – um sie dann selbst zu brechen. Er zog sich aus dem Tagesgeschäft zurück und überließ die Führung des Unternehmens einem professionellen Management. Eine der ersten Entscheidungen der Manager bestand darin, Jobs aus dem Unternehmen, das er gegründet hatte, zu entfernen. Für Steve Jobs bedeutete dies die größte Niederlage seines Lebens. Aber auch für Apple hätte diese Fehleinschätzung beinahe das Ende bedeutet. 

Nur wenige Jahre später war das Unternehmen fast bankrott. Man holte Jobs als Chef zurück. Der Rest ist bekannt. Doch worin bestand seine Unverzichtbarkeit? Aus einer einmaligen Kombination von Geschäftssinn, Kreativität, Gespür für Trends – aber vor allem aus Entscheidungsfreudigkeit. „Ich bin der einzige Mensch, den ich kenne, der in einem Jahr eine Viertelmilliarde Dollar verloren hat. Das stärkt den Charakter“, so Jobs. Entscheidungen zu treffen und zu verantworten, ist in jeder Lebenssituation ein elementarer Ausdruck von Macht. Nicht nur, dass derjenige, der Entscheidungen trifft, auch den Kurs bestimmt – er sorgt außerdem für Entlastung bei den Menschen um ihn herum, indem er ihnen im wahrsten Sinn des Wortes Verantwortung abnimmt. 

„Diejenigen sind am erfolgreichsten, die davon überzeugt sind, dass sie selbst für ihren Erfolg zuständig sind. Sie gehen davon aus, dass sie auch die Kontrolle über ihr Leben haben“, erklärt Angela Lee Duckworth, Psychologin an der University of Pennsylvania. Entscheider sind unverzichtbar – auch wenn sie Fehler machen. Um trotz Ausrutschern Erfolg zu haben, hilft ein gutes Einschätzungsvermögen: Das kann man trainieren, indem man sich selbst in verschiedenen Bereichen bewertet und die Meinung von Freunden und Bekannten hinzuzieht. Auch direkte Fragen wie „An welchen Punkten muss ich noch arbeiten?“ oder „Was würde mich erfolgreicher machen?“ schärfen die Selbstwahrnehmung. 

© Imago-ITAR-TASS

Mark Zuckerberg: Warum glänzen wichtiger ist als leisten

Wer ist Dustin Moskovitz? Nie gehört, den Namen? Kein Wunder, der heute 32-Jährige ist der Verlierer in einem der größten Machtkämpfe in der Geschichte des digitalen Zeitalters. Ein Machtkampf, den keiner, nicht einmal Moskovitz selbst, so richtig wahrgenommen hat. Der Name seines Rivalen: Mark Zuckerberg. Gemeinsam gründeten sie als Studenten 2004 das soziale Netzwerk Facebook, das heute mehr 1,8 Milliarden Mitglieder hat und zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehört. Doch während Zuckerberg zur Lichtgestalt wird, ist Moskovitz heute ein Phantom. Was war passiert? 

Der Mitbegründer von Facebook hat nur einen einzigen Fehler begangen: Er hat nicht auf sich aufmerksam gemacht. Im Gegensatz zu Zuckerberg tauchte er kaum in der Öffentlichkeit auf, gab kaum Interviews und verkündete keine Visionen. Aus der Facebook-Hysterie wurde eine Zuckerberg-Hysterie, Moskovitz zog sich immer weiter zurück. „Wer nicht wahrgenommen wird, hat schon verloren. Macht, Respekt und Anerkennung – all diese Attribute sind nur erreichbar, wenn man es schafft, auf sich aufmerksam zu machen. Denn was die Masse nicht sieht, zählt nicht“, erklärt der Macht-Experte Robert Greene. „Der größte Wahn ist zu glauben: Es reicht doch, wenn ich gut bin. Nein, es braucht schon einen hellen Spot auf Sie, damit Sie gesehen werden“, meint die Management-Beraterin Sabine Asgodom. Dabei werden Sie zuweilen drängeln und andere hintanstellen müssen – finden Sie sich damit ab: Die Kernaussage von Zuckerbergs Geschichte lautet: „Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne dir ein paar Feinde zu machen.“ 

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Wladimir Putin: Warum Nein-Sager weiterkommen

Es ist der 5. Dezember 1989, die friedliche Revolution in der DDR kommt auch in die Angelikastraße 4 in Dresden. Vor dem Eingang des Kommandopostens des sowjetischen Geheimdienstes KGB skandieren Menschen „Wir sind das Volk!“. Kurz zuvor haben sie bereits die benachbarte Stasi-Zentrale besetzt, jetzt wollen sie hier rein. Doch an diesem Abend hat ein gewisser Wladimir Putin Dienst. Der nur 1,70 Meter große Offizier droht laut Augenzeugenberichten jedem Eindringling unverhohlen mit dem Tod – obwohl er dazu keine Befehle aus Moskau hat. Die Menge zieht sich zurück. 

Das Nein des Offiziers verschafft den KGB-Agenten Zeit, um Tag und Nacht weitere Akten zu verbrennen, „bis fast der Ofen platzte“, wie sich Putin später erinnert. Nein sagen, das wird der 1999 zum mächtigsten Mann Russlands aufsteigende Putin noch weitaus öfter – und formt Russland von der Regional- wieder zur Großmacht. „Ich begriff, dass die Sowjetunion krank war. Es war eine tödliche Krankheit namens Lähmung“, blickt er zurück. Putin weiß: Ohne klare Ansagen, gefolgt von kompromisslosem Handeln, lassen sich die eigenen Interessen nicht wirksam vertreten. Rund ein Vierteljahrhundert später wählt ihn das „TIME“-Magazin zum einflussreichsten Menschen der Welt. Warum? Weil Putins Nein endgültig ist, ein Nein des US-Präsidenten aber noch vom höchsten Gericht oder dem Parlament kassiert werden kann. 

Der äußerlich unscheinbare Chef einer Wirtschaftsmacht, die nicht einmal unter den Top 10 der Welt zu finden ist, hat seit seinem Amtsantritt das Staatsgebiet um die Halbinsel Krim erweitert, ein halbes Dutzend Länder zur russischen Einflusszone degradiert und nach Ermittlungen US-amerikanischer Geheimdienste sogar die Wahl zum US-Präsidenten beeinflusst. „Wir werden niemandem erlauben, sich in unsere Angelegenheiten einzumischen oder uns seinen Willen aufzuzwingen, weil wir unseren eigenen Willen haben.“ Ein Wille, an dem sich selbst militärisch überlegene Länder wie die USA die Zähne ausbeißen …

„Aggression ist eine Chance. Wer Erfolg haben will, muss sie gezielt einsetzen, statt sie zu unterdrücken“, erklärt der Erziehungswissenschaftler Jens Weidner von der Fachhochschule Hamburg. „Sie können zu 80 Prozent ein guter Mensch sein. Die anderen 20 Prozent sollten Sie jedoch bissig und durchsetzungsstark agieren.“ Identifizieren Sie also die Person, die es nicht gut mit Ihnen meint, und signalisieren Sie ihr, dass Sie auch anders können. Denn wenn Ihr Umfeld weiß, dass man nicht alles mit Ihnen machen kann, werden Sie paradoxerweise besser behandelt: Wer aggressiv ist, zeigt, dass er für Konsequenzen sorgen kann. 
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