Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung
Amnesty International prangert ein mittlerweile unerträgliches Maß an Ausbeutung der ausländischen Arbeiter vor Ort an. In vielen Fällen wird sogar von Zwangsarbeit gesprochen. Die Organisation geht sogar noch weiter und macht deutlich, dass die Menschenrechte der dort arbeitenden Männer und Frauen – aktuell sollen es mehr als 200 sein – geradezu systematisch mit Füßen getreten werden. In Anbetracht dessen erscheint das Beckenbauer-Zitat: “…nicht einen einzigen Sklaven in Katar g’sehn!” in der Tat äußerst sarkastisch.Die Wohn- und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter sind nach Angaben von Amnesty International katastrophal. Nicht nur, dass die Hitze auf den Baustellen fast unerträglich ist. Vor allem der immense Druck, dem die Migranten seitens ihrer Vorgesetzten ausgesetzt sind, macht die Arbeit für sie zur Qual. Nach jedem kräftezehrenden Arbeitstag auf den völlig unzureichend gesicherten Baustellen müssen die Arbeiter zurück in ihre Quartiere. Dort gibt es keinen Strom, die Hitze soll auch in ihren Behausungen unerträglich sein. Licht gibt es dort nicht.
Ein gravierendes Problem ist, dass die Angst der Arbeiter vor einer möglichen Abschiebung durch die Betreiber der Baustellen als zusätzliches Druckmittel genutzt wird. Um in Katar bleiben zu können, erdulden die Menschen ihr Schicksal auf den Baustellen still und demütig. Dabei erhalten die Leute oftmals nicht einmal ihren Lohn. Falls doch, so werden Gebühren und Verwaltungskosten einbehalten, sodass sie viel weniger Geld ausgezahlt bekommen, als ursprünglich vereinbart worden war.
