Es ist ein gut gehütetes Geheimnis, aber es gab schon immer Versuche des Ku-Klux-Klans, in Deutschland Fuß zu fassen. Mitte der 1920er-Jahre hat der Klan-Ableger „Ritter des Feurigen Kreuzes“ rund 1.000 Mitglieder – bevor er 1933 von einem anderen Rassisten-Bund aufgelöst wird. Die Nationalsozialisten dulden keine Konkurrenten. Danach scheint sich die Spur des Klans in Deutschland zu verlieren – doch der Schein trügt.
Es sind schließlich amerikanische GIs, die den Klan zurückbringen. Bereits Mitte der 1960er-Jahre sind schätzungsweise 2.000 Klan-Männer in Deutschland aktiv – und bis heute ist er nie verschwunden. „Der Klan ist nicht nur ein US-Problem. Er ist auch ein deutsches“, erklärt Klan-Experte Tanjev Schultz. „Die Bundesregierung schätzt, dass derzeit vier Klangruppen in Deutschland existieren – und niemand weiß, wie gefährlich sie wirklich sind.“
Dass auch von deutschen Ku-Klux-Klan-Ablegern eine Gefahr ausgeht, zeigt eine Razzia der Polizei. Im Januar 2019 stürmen in acht Bundesländern 200 Polizisten die Wohnungen der „National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland“ – und stellen rund 100 Waffen sicher.
Was hat Beate Zschäpe damit zu tun?
Was kaum jemand weiß: Der Ku-Klux-Klan ist auch Gegenstand des NSU-Untersuchungsausschusses. Der Grund: Fotos beweisen, dass Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt in den 90er-Jahren Klan-Feiern besucht haben, bei denen auch Kreuze verbrannt wurden. Uwe Mundlos hatte zudem engen Kontakt zu einem führenden Mitglied des Klans in Baden-Württemberg.
Hinzu kommt, dass der Vorgesetzte der Polizistin Michèle Kiesewetter (das vermutlich letzte NSU-Opfer) zu einem geheimen Ring von Beamten gehört, die Mitglieder beim Klan waren – und dafür sogar disziplinarisch bestraft wurden. Ob das alles nun Zufall ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Ermittelt jedenfalls wurde nie in diese Richtung.
