Welt der Wunder

Nicht glauben, sondern wissen

Wie gefährlich sind Riesenhaie?

Foto: Envato / Image-Source

Wie gefährlich sind Riesenhaie?

Vor der kroatischen Küste sorgte gestern erneut die Sichtung eines Riesenhais für Aufsehen. Mit bis zu zwölf Metern Länge und einem Gewicht von mehreren Tonnen gehört der Riesenhai zu den größten Fischen der Welt. Doch wie gefährlich sind die Tiere wirklich?

Was sind Riesenhaie?

Riesenhaie (Cetorhinus maximus) sind die zweitgrößten Fische der Erde – der größte Art ist der bis zu 12 Meter große Walhai. Riesenhaie erreichen Längen von bis zu zwölf Metern und ernähren sich ausschließlich von Plankton.

Ihr charakteristisches Merkmal ist das riesige, mit Filterplatten ausgestattete Maul, das es ihnen ermöglicht, große Mengen Wasser nach Nahrung zu durchsieben. Trotz ihrer imposanten Größe sind Riesenhaie für Menschen harmlos und gelten als sanfte Riesen der Meere.

Riesenhaie sind weltweit in Meeren in gemäßigten Klimazonen der Erde verbreitet. In Europa findet man sie häufig in den Gewässern um die Britischen Inseln, insbesondere vor der Küste Schottlands, Irlands und Englands, sowie in der Biskaya und im Mittelmeer.

In der Adria sind Sichtungen eher selten. Besonders in der nördlichen Adria, wo das Wasser reich an Plankton ist, werden sie jedoch gelegentlich gesichtet.

Wie verirrte sich ein Riesenhai in die Adria?

Bereits im Frühjahr 2026 meldeten Fischer und Touristen vor der kroatischen Insel Cres die Sichtung eines etwa acht Meter langen Riesenhais. Solche Beobachtungen gelten als sehr wertvoll für die Wissenschaft, da sie Aufschluss über die Wanderrouten und den Zustand der Bestände geben. Experten führten die Sichtungen auf die jahreszeitliche Planktonblüte und die damit verbundene Nahrungssuche der Tiere zurück.

Die Adria bietet zudem im Frühling ideale Bedingungen für Riesenhaie: Das Wasser ist reich an Nährstoffen, und die Wassertemperaturen sind für die Tiere angenehm. Das Blue World Institute, eine kroatische Non-Profit-Organisation für Meeresforschung, bestätigt, dass Riesenhaie in der Adria als seltene, aber regelmäßige Besucher gelten.

Sind Riesenhaie für Menschen gefährlich?

Riesenhaie gelten als friedliche Tiere. Es gibt bisher keine dokumentierten Angriffe auf Menschen. Das Verhalten von Riesenhaien gilt als scheu und zurückhaltend. Selbst bei zufälligen Begegnungen mit Tauchern zeigten sie bisher kein aggressives Verhalten. Die einzige Gefahr geht von ihrer Größe aus: Kollisionen mit einem Riesenhai können für Seefahrzeuge katastrophale Folgen haben.

Dennoch sollten Sie bei einer Begegnung Folgendes beachten:

  • Mindestens zehn Meter Abstand einhalten, um das Tier nicht zu stören.
  • Bewahren Sie Ruhe und vermeiden Sie hektische Bewegungen, die den Hai erschrecken könnten.
  • Melden Sie die Sichtung an lokale Naturschutzorganisationen oder die Küstenwache melden.

Der Riesenhai gilt als gefährdet

Der Riesenhai zählt zu den am stärksten bedrohten Meeresbewohnern. Seit 2005 ist die Art in der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) gelistet. Aktuell wird der Riesenhai als „gefährdet“ (vulnerable) eingestuft. Riesenhaie bevorzugen die kühleren, nährstoffreichen Gewässer der gemäßigten und subtropischen Meere. Doch genau diese Lebensräume sind durch menschliche Aktivitäten wie Überfischung und die Verschmutzung der Ozeane zunehmend bedroht.

Die Hauptbedrohungen für den Riesenhai sind die kommerzielle Fischerei und der Verlust seines Lebensraums. Zwar wird der Riesenhai nicht gezielt bejagt, jedoch gerät er häufig als Beifang in Fischernetze, insbesondere in Grundschleppnetze und Kiemennetze. 

Der Riesenhai als geschützte Art

Zudem leidet der Riesenhai unter der Verschlechterung der Wasserqualität und dem Rückgang der Planktonbestände, die durch den Klimawandel und die Überdüngung der Meere verursacht werden. Da Riesenhaie spät geschlechtsreif werden und nur wenige Nachkommen haben, erholt sich ihre Population nur langsam von diesen Einflüssen.

Um den Riesenhai zu schützen, wurden zahlreiche internationale Abkommen und Schutzmaßnahmen ergriffen. In einigen Ländern wie den USA und der Europäischen Union gilt der Riesenhai mittlerweile als geschützte Art und es ist verboten, ihn zu fangen oder zu töten.

Was geschieht, wenn ein Riesenhai gesichtet wird?

In Kroatien gibt es klare Protokolle für Hai-Sichtungen. Die Küstenwache und das Blue World Institute sammeln Daten, um die Wanderrouten der Tiere zu analysieren und Schutzmaßnahmen zu verbessern. Sichtungen werden dokumentiert und an internationale Datenbanken weitergeleitet, um den Artenschutz zu unterstützen.

Die kroatische Regierung hat den Riesenhai unter strengen Schutz gestellt. Jede Störung oder Jagd auf die Tiere ist verboten. Dies dient nicht nur dem Schutz der Riesenhaie, sondern auch der Erhaltung des gesamten marinen Ökosystems.

Wie viel Plankton benötigt ein Riesenhai, um zu überleben?

Um seinen enormen Energiebedarf zu decken, filtert ein ausgewachsener Riesenhai täglich etwa 1000 bis 2000 Kilogramm Plankton aus dem Wasser. Diese Menge entspricht ungefähr dem Gewicht eines kleinen Autos.

Der Hai schwimmt mit weit geöffnetem Maul durch das Wasser und filtert dabei winzige Organismen wie Krill, kleine Fische, Fischlarven und andere Mikroorganismen heraus. Das effiziente Filtersystem des Riesenhais ermöglicht ihm, selbst kleinste Partikel aus dem Wasser zu extrahieren.

Die genaue Menge an Plankton, die ein Riesenhai benötigt, hängt von Faktoren wie der Jahreszeit, der Wassertemperatur und der Verfügbarkeit von Nahrung ab. In nährstoffreichen Gebieten, etwa während der Planktonblüte im Frühling und Sommer, kann der Hai seinen Bedarf schneller decken.

Da Plankton jedoch sehr kalorienarm ist, muss der Riesenhai generell große Mengen aufnehmen, um genug Energie für seinen Stoffwechsel und seine Wanderungen zu gewinnen.

Definitionen und Begriffserklärungen

Riesenhai

Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) ist der zweitgrößte Fisch der Welt und ernährt sich ausschließlich von Plankton. Er filtert Nahrung durch spezielle Kiemenreusen und gilt als harmlos für Menschen.

Filterfresser

Riesenhaie sind Fiterfresser, auch Filtrierer genannt. Das bedeutet, sie schwimmen mit geöffnetem Maul durchs Wasser und filtern Plankton heraus. Sie können bis zu 1800 Tonnen Wasser pro Stunde durch ihre Kiemen leiten.

Gefährdungsstatus des Riesenhais

Die IUCN listet Riesenhaie als „gefährdet“. Zu seinen Hauptbedrohungen gehört die Überfischung, durch die sie als Beifang in Fischernetze geraten. 

Häufig gestellte Fragen

Sind Riesenhaie gefährlich?

Riesenhaie gelten als für Menschen harmlos und ernähren sich von Plankton.

Warum kommen Riesenhaie in die Adria?

Experten gehen davon aus, dass sie der jahreszeitlichen Planktonblüte folgen und dort ideale Wassertemperaturen vorfinden.

Was tun bei einer Riesenhai-Sichtung?

Ruhe bewahren, Abstand halten und die Sichtung an lokale Behörden melden.

Wie groß werden Riesenhaie?

Riesenhaie erreichen Längen von bis zu zwölf Metern und wiegen oft mehrere Tonnen.

Was fressen Riesenhaie?

Sie ernähren sich ausschließlich von Plankton, kleinen Fischen und Krebstieren.

Gibt es Angriffe von Riesenhaien auf Menschen?

Nein, es gibt keine dokumentierten Angriffe. Riesenhaie gelten als scheue und friedliche Tiere.

Welt der Wunder - Die App

Kostenfrei
Ansehen