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Wie funktioniert eigentlich ein Airfryer?

Foto: Envato / africaimages

Wie funktioniert eigentlich ein Airfryer?

Warum werden Speisen in einem Airfryer mit wenig Fett knusprig? Was man mit heißer Luft so alles anstellen kann:

Das Herzstück: Ventilator und Heizelement

Im Inneren eines Airfryers arbeiten zwei Hauptkomponenten zusammen: ein leistungsstarker Ventilator und ein Heizelement. Das Heizelement erwärmt die Luft auf die gewünschte Temperatur. Der Ventilator verteilt diese heiße Luft gleichmäßig im Garraum. So umströmt die Hitze das Gargut von allen Seiten – ähnlich wie in einem Umluftofen, nur schneller und konzentrierter.

Der Garraum

Der Garraum eines Airfryers ist dabei kleiner als bei einem Backofen. Das hat einen Vorteil: Die heiße Luft zirkuliert in einem begrenzten Raum und gart die Speisen gleichmäßiger. Die meisten Modelle besitzen einen herausnehmbaren Einsatz, in dem die zu garenden Lebensmittel Platz finden. Dieser ist oft mit kleinen Löchern versehen, damit die Luft ungehindert strömen kann.

Die gezielte Luftzirkulation verkürzt nicht nur die Garzeit verkürzt, sondern steigert auch die Energieeffizienz. Zudem bleibt der Geschmack intensiv, da die Hitze das Gargut von allen Seiten umschließt und die Aromen sich auf diese Weise gut entfalten können.

Warum wird das Essen in einer Heißluftfritteuse knusprig?

Die Rolle der heißen Luft

Die heiße Luft entzieht dem Gargut Feuchtigkeit. Dadurch bildet sich an der Oberfläche eine knusprige Schicht – ähnlich wie beim Frittieren, aber mit deutlich weniger Fett. Dieses dient hier nur als Unterstützung für die Bräunung, während Speisen bei einer herkömmlichen Fritteuse im Fett schwimmen. Laut zahlreichen Experten benötigt ein Airfryer bis zu 80 % weniger Fett als eine herkömmliche Fritteuse. Konkrete wissenschaftliche Belege für diesen Wert gibt es jedoch nicht.

Der Maillard-Effekt: Chemie in der Heißluftfritteuse

Beim Garen im Airfryer entsteht der Maillard-Effekt. Dabei reagieren Zucker und Aminosäuren in den Lebensmitteln unter Hitzeeinwirkung miteinander. Besonders bei Temperaturen ab 140 Grad Celsius setzt dieser Prozess ein. Das Ergebnis ist eine goldbraune Farbe und ein intensiver Geschmack. Dieser Effekt ist auch für die knusprige Beschaffenheit verantwortlich.

Was Sie im Aifryer zubereiten können

Pommes frites und Kroketten

Pommes frites sind das bekannteste Beispiel für ein typisches Airfryer-Gericht. Diese werden im Airfryer mit nur wenig Öl knusprig. Auch Tiefkühlprodukte wie Kroketten, Bratlinge oder Chicken-Nuggets eignen sich gut für den Airfryer. Die Garzeit ist generell kürzer als im Backofen und das Ergebnis gleichmäßiger.

Fleisch und Fisch

Hähnchenkeulen, Fischfilets und auch Steaks lassen sich im Airfryer schonend garen. Die heiße Luft sorgt für eine knusprige Haut, das Fleisch bleibt gleichzeitig saftig. Wichtig: Gleichmäßiges Garen setzt regelmäßiges Wenden der Speisen voraus.

Kuchen und Gebäck

Überraschung: Auch Kuchenbacken im Airfryer ist möglich. Dasselbe gilt für Rührkuchen, Muffins und Brownies. Die gleichmäßige Hitzeverteilung sorgt für eine lockere Konsistenz. Spezielle Backformen für den Airfryer sind im Handel erhältlich.

Sind Speisen aus dem Airfryer gesünder?

Frittierte Speisen haben mittlerweile einen schlechten Ruf. Sie enthalten in den meisten Fällen zu viel Fett. Zudem können beim Frittieren bei hohen Temperaturen ungesunde Stoffe wie Acrylamid und Transfette entstehen, während wichtige Nährstoffe verloren gehen.

Die Frage, ob Speisen aus dem Airfryer wirklich gesünder sind, wird derzeit noch wissenschaftlich erforscht. Laut einer Studie an der Jiangnan-Universität in Wuxi, China, können moderne Frittiertechnologien die Bildung gesundheitsschädlicher Stoffe beim Frittieren durchaus reduzieren. 

Wie viel Strom verbraucht eine Heißluftfritteuse?

Der Stromverbrauch eines Airfryers hängt vor allem von seiner Leistung und der Nutzungsdauer ab. Die meisten Modelle liegen zwischen 800 und 2500 Watt, wobei gängige Haushaltsgeräte oft etwa 1500 bis 1800 Watt aufweisen. Bei einer typischen Garzeit von 15 bis 30 Minuten verbraucht ein Airfryer mit 1500 Watt etwa 0,375 bis 0,75 Kilowattstunden (kWh) pro Einsatz.

Im direkten Vergleich mit anderen Gar­methoden ist der Airfryer oft die energieeffizientere Wahl, da er schneller aufheizt und die Hitze gezielter nutzt. Allerdings kann der Verbrauch bei häufiger oder langer Nutzung – etwa beim Garen größerer Mengen – wieder steigen. Achten Sie daher darauf, die Garzeit durch richtige Portionierung und Temperaturwahl zu optimieren.

So nutzen Sie Ihren Airfryer optimal

Die richtige Menge

Überfüllen Sie den Garraum nicht. Die Luft muss frei zirkulieren können. Bei zu viel Gargut wird das Ergebnis ungleichmäßig.

Öl sparsam einsetzen

Ein Spritzer Öl reicht generell aus. Verwenden Sie am besten ein hitzebeständiges Öl wie Raps- oder Sonnenblumenöl.

Einsatz regelmäßig schütteln oder Speisen wenden

Damit das Gargut von allen Seiten knusprig wird, schütteln Sie den Einsatz zwischendurch oder wenden Sie die zu garenden Speisen.

Reinigung und Pflege

Die meisten Einsätze für Airfryer sind spülmaschinengeeignet. Reinigen Sie den Airfryer nach jedem Gebrauch.

Definitionen und Begriffserklärungen

1. Airfryer (Heißluftfritteuse)

Ein Küchengerät, das heiße Luft zur Zubereitung von Speisen nutzt. Durch einen Ventilator wird die Luft gleichmäßig im Garraum verteilt, sodass das Gargut von allen Seiten gegart wird. Im Vergleich zur Fritteuse wird deutlich weniger Fett benötigt.

2. Maillard-Effekt

Eine chemische Reaktion zwischen Zuckern und Aminosäuren in Lebensmitteln unter Hitzeeinwirkung. Sie führt zu Bräunung, Aromabildung und einem knusprigen Mundgefühl – verantwortlich für den typischen Geschmack von gebratenen oder gebackenen Speisen.

3. Umluftprinzip

Ein Garverfahren, bei dem heiße Luft durch einen Ventilator im Garraum zirkuliert. Dadurch wird das Gargut gleichmäßig erhitzt, was zu schnelleren Garzeiten und gleichmäßigen Ergebnissen führt.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie funktioniert ein Airfryer?

Ein Airfryer gart Speisen durch heiße, zirkulierende Luft. Ein Ventilator verteilt die Hitze gleichmäßig im Garraum, sodass das Gargut von allen Seiten knusprig wird. Dafür benötigt der Airfryer deutlich weniger Fett als eine Fritteuse.

2. Braucht man Öl im Airfryer?

Ja, aber nur sehr wenig. Ein Esslöffel Öl reicht aus, damit das Ergebnis knusprig wird. Das Öl wird gleichmäßig verteilt und unterstützt die Bräunung.

3. Was kann ich im Airfryer zubereiten?

Zahlreiche Speisen: Pommes frites, Fleisch, Fisch, Gemüse und sogar Kuchen. Ein Airfryer eignet sich für etliche frittierte, gebackene und gegrillte Gerichte.

4. Wie lange dauert das Garen im Airfryer?

Die Garzeit ist generell kürzer als im Backofen. Pommes frites sind in 15–20 Minuten fertig, Hähnchenkeulen in 25–30 Minuten.

5. Kann ich im Airfryer backen?

Ja, Rührkuchen-, Muffin- und Brownie-Rezepte eignen sich gut für Aifryer. Spezielle Backformen für Airfryer sind ebenso erhältlich.

6. Muss ich den Airfryer vorheizen?

Bei den meisten Gerichten ist Vorheizen nicht nötig. Bei empfindlichen Speisen wie Blätterteig kann es sinnvoll sein.

7. Wie reinige ich meinen Airfryer?

Die meisten Einsätze sind spülmaschinengeeignet. Der Garraum lässt sich mit einem feuchten Tuch auswischen.

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