Im vergangenen Jahr bekamen Frauen und Männer ab 65 Jahren in Sachsen im Schnitt 25.202 Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In Sachsen-Anhalt waren es 25.090 Euro und in Thüringen 26.032 Euro. Im Westen waren es im Schnitt 29.577 Euro. Frauen bekommen dabei im Schnitt weniger, da sie auch insgesamt weniger verdienen.
Warum gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Ost- und West-Renten?
Die Rentenhöhe hängt in Deutschland von den eingezahlten Beiträgen ab, die wiederum auf den Löhnen basieren. Im Osten waren die Löhne vor der Wende deutlich niedriger als im Westen. Dementsprechend lag das Niveau der Renten im Osten im Vergleich zum Westniveau ursprünglich noch bei knapp 40 Prozent.
Nach der Wiedervereinigung wurden die ostdeutschen Löhne zwar schrittweise an den Westen angeglichen, doch die Lohnlücke bestand weiter. Das wirkt sich bis heute auf die Renten aus.
Ostdeutsche verdienen im Schnitt immer noch weniger
In den 1990er-Jahren verdienten Ostdeutsche im Schnitt nur etwa 60 bis 70 Prozent dessen, was Westdeutsche verdienten. Heute liegt der durchschnittliche Bruttolohn im Osten bei knapp unter 90 Prozent des Westniveaus. Da die Rente von den eingezahlten Beiträgen abhängt, führt dies zu niedrigeren Renten.
Laut Statistischem Bundesamt betrug das durchschnittliche Entgelt in Ostdeutschland 2024 etwa 3973 Euro brutto – im Westen waren es rund 4810 Euro.
Ein wichtiger Faktor zur Rentenberechnung wurde erst 2023 zwischen Ost und West angeglichen
Die Rente wird folgendermaßen berechnet:
- Beitragsjahre: Wie lange Sie in die Rentenversicherung eingezahlt haben.
- Rentenpunkte/Entgeltpunkte: Wie hoch Ihre Beiträge im Vergleich zum Durchschnittsverdiener waren.
- Zugangsfaktor: Ob Sie früher oder später in Rente gehen.
- Aktueller Rentenwert: Der Wert eines Rentenpunkts/Entgeltpunkts (Wert ab 1. Juli 2026: 45,52 Euro).
Da die Rentenpunkte/Entgeltpunkte im Osten oft niedriger waren – erst im Jahr 2023 zogen die Rentenpunkte im Osten und Westen gleichauf –, fällt auch die Rente im Osten insgesamt geringer aus.
Warum waren die Entgeltpunkte im Osten niedriger?
Die Höhe der Entgeltpunkte wird anhand des Verhältnisses Ihres Einkommens zum Durchschnittseinkommen aller Versicherten berechnet. Da die Löhne im Osten niedriger waren, wurden dort auch weniger Punkte angesammelt. Selbst wenn jemand sein ganzes Leben lang durchgehend im Osten gearbeitet hat, sind die gesammelten Punkte oft niedriger als im Westen.
Wann werden Rentner in Ost und West gleich viel Rente bekommen?
Die Rentenangleichung wird voraussichtlich noch Jahrzehnte dauern. Experten schätzen, dass die Unterschiede erst dann vollständig verschwinden, wenn die Löhne im Osten denen im Westen entsprechen. Bis dahin werden Rentner im Osten weiterhin weniger erhalten.
Der Hochwertungsfaktor sollte helfen, die Renten in Ost und West anzugleichen
Der Hochwertungsfaktor wurde nach der Wiedervereinigung eingeführt. Er sollte zu einer Angleichung der Renten in Ost und West beitragen.
Dies bedeutet, dass die Renten aus Ostdeutschland mit diesem Faktor multipliziert wurden, um die Unterschiede in den durchschnittlichen Entgelten auszugleichen. Im Jahr 2016 betrug der Hochwertungsfaktor 1,1479 Prozent, im Jahr 2024 waren es 1,0833 Prozent. Anfang 2025 galt die schrittweise Angleichung der Renten in Ost und West als komplett abgeschlossen und der Hochwertungsfaktor ist seitdem entfallen.
Definitionen und Begriffserklärungen
Was sind Entgeltpunkte?
Entgeltpunkte sind ein Maß für die Höhe Ihrer Rente. Sie werden basierend auf Ihrem Einkommen im Vergleich zum Durchschnittseinkommen aller Versicherten berechnet. Je mehr Sie verdienen, desto mehr Punkte sammeln Sie.
Was ist der aktuelle Rentenwert?
Der aktuelle Rentenwert gibt an, wie viel ein Entgeltpunkt wert ist. Er wird jährlich angepasst und beträgt ab 1. Juli 2026 45,52 Euro.
Was ist die Rentenangleichung?
Die Rentenangleichung ist der Prozess, durch den die Renten im Osten schrittweise an die im Westen angeglichen werden. Dies geschieht durch die Angleichung der Löhne und der Rentenwerte.
Häufig gestellte Fragen
Warum bekommen Ost-Rentner weniger Rente?
Der Grund hierfür ist, dass die Löhne im Osten lange Zeit niedriger waren als im Westen. Die Höhe der Rente hängt von den eingezahlten Beiträgen ab, die wiederum vom Einkommen abhängig sind.
Wie groß ist der Unterschied zwischen Ost- und West-Renten?
Ostdeutsche Rentner erhalten im Schnitt etwa 4000 Euro weniger pro Jahr als Westdeutsche.
Kann man die Rente aufbessern?
Ja, durch freiwillige Beiträge, betriebliche Altersvorsorge oder private Rentenversicherungen.
Wird sich der Unterschied zwischen Ost- und West-Renten jemals ausgleichen?
Laut Experten wird es noch Jahrzehnte dauern, bis es so weit ist. Die Rentenangleichung hängt von der Angleichung der Löhne ab.
Kann ich meine Rente durch freiwillige Beiträge erhöhen?
Sie können freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung leisten, um Lücken zu schließen und Ihre Rente insgesamt zu erhöhen.
