weltderwunder.tv

INHALTE

FOLGEN SIE WELT DER WUNDER

Platzwart fürs Loipenvergnügen: Der Pistenraupenfahrer

Platzwart fürs Loipenvergnügen: Der Pistenraupenfahrer

Ganghoferlauf-Pistenbully-LeutaschcOlympiaregion-Seefeld_Stephan-Elsler

Er hat den vielleicht schönsten Arbeitsplatz der Welt: Josef Schandl ist Pistenraupen-Fahrer in der Leutasch. Er und sein Team sind die unsichtbaren Helden, die für die besten Loipen sorgen. Noch bevor die Sonne aufgeht, legen sie bereits die perfekte Spur. Uns hat Josef erzählt, warum er seinen Job gegen keinen anderen mehr tauschen wollen würde.

Tak-Zisch, Tak-Zisch, Tak-Zisch …In diesem Rhythmus ziehen die Langläufer in der Leutasch ihre Runden über die Loipen. Im Takt sausen sie durch die tief verschneite Winterlandschaft. Josef Schandl dagegen hört ein ganz anderes Geräusch, während er über die Loipen fährt: ein leises Brummen. Er steht nämlich nicht auf 42mm breiten Ski, sondern sitzt in der 7 Tonnen schweren Pistenraupe. Fleißig arbeitet sich die 253 PS-Maschine voran – und hinterlässt die perfekte Spur.
Seit 15 Jahren ist der ehemalige Tischler im Sommer wie im Winter im Einsatz. „Des isch mei Leidenschaft!“, schwärmt er. „Da bin ich in der Natur, ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen!“.
Über 245 Kilometer Loipenvergnügen
Insgesamt gibt es in der Olympiaregion Seefeld mehr als 245 Loipenkilometer zu präparieren – und das täglich, bei Neuschnee sogar mehrmals. Die Langläufer sollen immer die beste Spur vorfinden. Damit das reibungslos funktioniert, hat jeder Pistenraupen-Fahrer seine eigenen Loipen, für die er zuständig ist. Josefs Runde ist eine der schönsten, die die Region zu bieten hat: Von der Leutasch bis an den Möserer See. „Meine liebste Loipe ist aber in Muggenmoos!“, erzählt er.
Nicht weniger als 43 Kilometer legt Josef jeden Tag dabei zurück. Um sowohl die Skating- als auch die klassische Spur zu präparieren, fährt er manche Strecken teilweise mehrmals. Der Arbeitstag beginnt also früh: „Im Winter fangen wir um 6 Uhr morgens an“, erzählt Josef. Jeden Tag, Wochenende gibt es nicht. Das frühe Aufstehen macht ihm aber nichts aus – im Gegenteil. Vom leisen Brummen der Pistenraupe begleitet, fährt er dem Sonnenaufgang entgegen. Nur er, seine Maschine und ab und zu mal ein Reh oder Fuchs, die vor ihnen wegspringen. Aussichtsreicher könnte ein Arbeitsplatz wohl kaum sein.
Wenn es nachts und am Vormittag nicht schneit, fahren Josef und seine Kollegen am Abend, damit die Loipe über Nacht anfriert – und so noch besser zum Langlaufen ist.
Mit High Tech zur besten Loipe
Jeder Fahrer kennt seine Loipen in- und auswendig. Jeden Ast, jede Kurve wissen sie quasi im Schlaf. Trotzdem braucht es natürlich eine gute Vorbereitung auf die Saison und Technik, um die Loipen exakt und perfekt zu präparieren. Die Arbeit auf den Loipen beginnt daher schon, bevor überhaupt der erste Schnee gefallen ist. „Im Herbst schlagen wir die Holzstecken, an denen wir uns auch orientieren, und stellen die Schilder auf“, weiß Josef.  Außerdem müssen Äste und Bäume von den Wegen geräumt werden, Brücken auf- und abgebaut werden. Sobald der erste Schnee da ist, müssen Löcher und Buckel gefüllt werden, um die ganze Saison über glatte Loipen zu haben.
Wenn es dann auf die Loipen geht, wird Josef von starker Technik unterstützt: Die Maschinen sind mit dem SnowSat-System ausgestattet. Hier kann er genau sehen, wo er letztes Jahr gefahren ist. Auch die genaue Schneehöhe wird ihm angezeigt. Verfahren ist also Fehlanzeige!Josef und seine Kollegen sind stets bemüht, die perfekte Spur zu ziehen – und das danken ihnen die Langläufer auch gerne. Manchmal kann es passieren, dass die Läufer stehen bleiben und ihm Nettigkeiten zurufen oder klatschen.