Der sich nach außen moderat gebende Dachverband verfügt nicht nur über 970 der 2600 Gemeinden hierzulande, er ist auch der deutsche Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet. Und diese wiederum untersteht direkt dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan – das heißt: Sämtliche Ditib-Imame, die in deutschen Moscheen predigen, sind von Ankara bezahlte türkische Staatsbeamte.
Die Stimmen der Deutsch-Türken zählen
Nicht nur, dass die Bundesrepublik der viertgrößte türkische Wahlbezirk ist. Die Zustimmung zu seiner Politik ist unter der in Deutschland lebenden konservativ-religiös orientierten Zuwandererschicht auch höher als in der Heimat. Damit das so bleibt, nimmt Ditib jetzt die nächste Generation ins Visier – wie die jüngsten Militärparaden in deutschen Moscheen belegen, bei denen uniformierte Schulkinder Gewehre schwenkten und türkische Kriegspropaganda aufsagten. „Sie zeigen, dass Erdogans Arm längst bis in deutsche Moscheen reicht“, sagt Islamismus-Expertin Birgit Ebel.