Schlaues Kauen

Wie entstand der Kaugummi?

Kaugummi ist auf der ganzen Welt beliebt. Allein fünf Millionen Deutsche kauen mindestens einmal täglich auf der zähen Masse herum. Nur: Warum? Und seit wann gibt es Kaugummi eigentlich?

Kaugummi

© Istock/xavigm

Kaugummis sind alles andere als eine neue Erfindung. Archäologen konnten nachweisen, dass bereits unsere Vorfahren in der Steinzeit auf Baumharzen und Birkenpech herumkauten. Benutzt wurden Kaugummis auch schon im Alten Ägypten und von den Römern, die das Harz des Mastixbaumes verwendeten. Und als die Spanier im 16. Jahrhundert Zentralamerika eroberten, hatte das Kauen von „Chicle“, wie sie es nannten, bei den Mayas und Azteken eine lange Tradition. Gewonnen wurde die Kaumasse aus dem Latexsaft des Sapotillbaumes.

Kleine Streifen

Doch nicht Chicle, sondern Fichtenharz war der Rohstoff, den der erste Kaugummifabrikant, der US-Amerikaner John Curtis, verwendete. 1848 begann er mit der Produktion und hatte sofort Erfolg. Als eigentlicher Vater des heutigen Kaugummis gilt aber der New Yorker Thomas Adams. Der Erfinder kaufte Chicle von dem mexikanischen Ex-General Antonio López de Santa Anna – eigentlich mit dem Ziel, synthetische Gummis herzustellen. Für Fahrradreifen oder Spielzeug schien sich der Stoff allerdings nicht zu eignen, dafür entdeckte Adams, wie wunderbar sich die Masse kauen ließ. Statt der bis dahin üblichen Kugeln produzierte er Kaugummi in kleinen Streifen, seit 1871 wurden diese in Drogerien zu einem Penny das Stück verkauft.

Während Adams erster Kaugummi noch nach nichts schmeckte, brachten sowohl er selbst als auch andere Hersteller bald Produkte in allen möglichen Geschmacksrichtungen auf den Markt. Zum König der Kaugummifabrikanten stieg Ende des 19. Jahrhunderts William Wrigley Jr. auf – vor allem dank seiner Verkaufsschlager „Wrigley‘s Spearmint“ und „Juicy Fruit“. Zwar werden noch bis heute Mastix-Harz und Chicle für die Herstellung von Kaugummis verwendet. Doch der größte Teil der Masse besteht inzwischen aus Kunststoffen und Zucker beziehungsweise Süßstoffen. Dazu kommen unter anderem noch Weichmacher und Aromastoffe.

Schlau, Schlank, Gesund

Kaugummi besitzt nachgewiesenermaßen eine anregende Wirkung. Durch die ständige Mundbewegung erhöht sich der Herzschlag. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff ins Gehirn und das Gedächtnis arbeitet besser. Kaugummi hilft so zum Beispiel beim Lernen.

Viele Kaugummis sind mittlerweile zuckerfrei und somit gut geeignet, um die Zähne zu reinigen. Spezielle Zahnpflege-Kaugummis verfügen zudem über Granulate, die die Zähne zusätzlich reinigen und auch weißer machen können. Natürlich leistet Kaugummi auch Erste Hilfe bei üblen Gerüchen aus Hals und Rachen. Und für Raucher gibt es Nikotinkaugummis, mit denen der Abschied von der Zigarette leichter fallen soll.

Tatsächlich haben US-Wissenschaftler auch nachweisen können, dass das Kauen von kalorienfreiem Kaugummi einen nicht unerheblichen Teil an Energie verbraucht. So können sich Kaugummikauer pro Stunde etwa elf Kilokalorien von den Hüften kauen. Wer also fleißig Kaugummi kaut, der kann hochgerechnet pro Jahr rund fünf Kilogramm Körperfett „wegkauen“.

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