Psychologie

Warum vergessen wir den Namen, wenn sich jemand vorstellt?

Jeder kennt die Situation: Wir stellen uns jemandem mit unserem Namen vor und der Gegenüber tut dasselbe. Ehe wir uns versehen, ist der Name vergessen – wie aus dem Gehirn ausgelöscht. Doch woran liegt das?

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Jeder Erstkontakt mit unbekannten Personen läuft in der Regel so ab: Man gibt sich die Hand, stellt sich vor und lächelt freundlich. Bis dahin wäre alles perfekt gelaufen. Doch wie hieß der Unbekannte denn jetzt noch gleich? Für das nächste Mal nimmt man sich dann fest vor, bewusst auf den Namen zu hören und ihn sich direkt einzuprägen. Doch meistens klappt auch das nicht. Ist es Desinteresse an anderen Personen? Oder haben wir einfach ein schlechtes Gedächtnis?

Unser Auftreten ist vorrangig

Die Ursache liegt in unserem Gehirn: Es ist während der Kennenlern-Situation so damit beschäftigt, zu steuern, wie wir uns bewegen und was wir sagen, dass es damit überfordert ist, gleichzeitig neue Informationen, wie eben einen neuen Namen, aufzunehmen. Dies Phänomen ist auch als „Next In Line“-Effekt bekannt. 

In den Siebzigerjahren beschrieb Malcom Brenner erstmals diesen Sachverhalt. In einem Experiment sollten mehrere Probanden nacheinander Wörter von einer Karteikarte vorlesen und sich das Gesagte der anderen Personen einprägen. Am schlechtesten konnten sich die Probanden an die Worte des Vordermanns erinnern, da sie aufgeregt waren und sich stark auf ihren eigenen Auftritt konzentrierten.

Assoziationen herstellen

Aber auch der Bäcker-Effekt beeinflusst unsere Gedächtnisleistung. Würde uns jemand sagen, er sei Bäcker von Beruf, könnten wir uns das viel besser einprägen, weil wir uns die Tätigkeit seiner Arbeit besser vorstellen können als einen abstrakten Namen, mit dem wir nichts verbinden. Natürlich schwingt auch immer ein gewisses Interesse an einer Person mit. Wenn wir einen Menschen kennenlernen möchten, ermöglichen wir es unserem Gehirn, gewisse Assoziationen herzustellen. 

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