Südamerika für Entdecker

El Tatio – Geysire in den Anden

Auf über 4.000 Metern Höhe befinden sich im Norden von Chile die El Tatio Geysire. Das drittgrößte Geysir-Feld der Welt liegt mitten in den chilenischen Anden, circa 95 Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt. Eingerahmt von staubigen Vulkanen und umgeben von buschigen Hochlandgräsern erstreckt sich die Hochebene am Rande der Atacama-Wüste über etwa 30 Quadratkilometer. Hier befinden sich etwa acht Prozent der Geysire der Erde.

© Andrea_Sauer

Von den insgesamt 80 Geysiren sind 30 dauerhaft aktiv. Die heißen Quellen beginnen zunächst, leise zu köcheln, während kleine Dampfwolken in die Höhe steigen. Aufgrund der Höhe beginnt das Wasser schon bei 86.3°C zu sieden. Nach einiger Zeit schießen die Fontänen plötzlich in die kalte Luft und fallen nach 5 bis 15 Sekunden wieder in sich zusammen. Einige der Geysire können je nach Außentemperatur bis zu 20 Metern Höhe erreichen. Die geothermale Aktivität ist morgens, aufgrund der kühleren Luft, am höchsten und nimmt ab 8 Uhr mit zunehmender Temperatur allmählich ab. Die aufgehende Sonne taucht dann langsam hinter den Gipfeln der umliegenden Vulkan-Kette auf und lässt die aufsteigenden Dampfschwaden in einem faszinierenden Licht erstrahlen. 

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Sobald die Sonne sich hinter der bergigen Landschaft hervorschiebt, nimmt die Aktivität der Geysire langsam ab und die Rauchwolken werden stetig kleiner. Ohne die dampfenden Wolken wird der Blick auf ein anderes Naturspektakel frei. Die zahlreichen Erdlöcher glitzern in grüner, roter und weißer Farbe und erstrecken sich in den verschiedensten Formen über das Feld. Die Landschaft erinnert ein wenig an die Oberfläche des Mondes. 
Die Geysire und heißen Quellen werden vom Vulkan El Tatio gespeist, an dessen Fuß sich das Geothermalfeld erstreckt. Der aktive Vulkanbogen, der die Hochebene umrahmt, gehört zum Puna-Altiplano Vulkankomplex und ist Teil der zentralen Vulkanzone von Südamerika.

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Von San Pedro de Atacama aus erreicht man über eine begehbare Aufstiegsmöglichkeit den Vulkankrater und wird mit einem atemberaubenden Blick über die einzigartige Landschaft der trockenen Atacama-Wüste und das dampfende Geysir-Feld belohnt.
Auch die Tierwelt hat auf über 4.000 Metern Höhe einiges zu bieten. Zwischen den Riesenkakteen und den goldgelben Hochlandgräsern verstecken sich Vicuñas (ein wilder Verwandter der Lamas), Nandus und andere Vögel. Auch Vizcachas, kleine Nagetiere aus der Familie der Chinchillas, sind hier beheimatet und trauen sich ab und zu auf der Suche nach Nahrung aus ihrem Versteck.
In der Vergangenheit geplante Installationen von geothermischen Energieanlagen konnten aufgrund der Abgelegenheit des Gebiets und der dürftigen Infrastruktur in der Region nicht realisiert werden. Heute ist das Geysir-Feld daher vor allem eine touristische Attraktion. Seit einiger Zeit gibt es in der Nähe des Gebiets eine Geotherme, die von einer kalten und einer heißen Quelle gespeist wird. Bei Außentemperaturen von um die 5°C können Besucher hier in dem 35°C warmen Wasser entspannen und den Blick auf die dampfende Hochebene und die atemberaubenden Vulkan-Gipfel genießen.
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