Kreaturenpodcast

#8 Das Vulkankaninchen mit dem Supatopcheckerbunny

Geschichten von seltenen und sehr seltenen Tieren. In dieser Woche geht es im Kreaturen-Podcast um Kaninchen. Genauer gesagt, um das mexikanische Vulkankaninchen. Und um seine etwas sturen Essgewohnheiten. Vorgelesen, logisch, vom Supatopcheckerbunny. Präsentiert von Citizen Conservation – Haltung rettet Arten.

© Citizen-Conservation

Das Vulkankaninchen  
Kaninchen gehören bekanntlich zu den niedlichsten Tieren der Welt. Darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Und das Vulkankaninchen ist noch einmal besonders niedlich, es ist ja auch besonders klein. Es ist das kleinste Kaninchen auf dem amerikanischen Kontinent. Da gestehen wir ihm gerne zu, dass es beim Essen etwas mäkelig ist. Um nicht zu sagen: monothematisch. Das kleine Vulkankaninchen ernährt sich von Gras, aber selbstverständlich nicht wahllos oder abwechslungsreich von diesem und jenem Gras, sondern nur von einem speziellen Gras. Dieses Gras heißt Zacatón und es wächst keineswegs überall, sondern nur in Höhenlagen ab 2800 und bis 4300 Meter, und das auch nur in Mexiko. Im Vergleich zu wählerischen Kindern, die wochenlang nur von Nudeln ohne alles leben, ist das noch mal eine echte Eskalationsstufe.  

Die mexikanischen Berge, in denen das Zacatóngras wächst, sind gleichzeitig Vulkane – daher der Name des Kaninchens. Die Mexikaner nennen es allerdings Zacatuche oder Teporingo. Die Mexikaner sehen im Übrigen auch nicht einen Mann im Mond, sondern sie sehen dort ein Kaninchen. Dazu, wie es das Kaninchen auf den Mond kam, gibt es eine Reihe von Geschichten und Legenden, in denen meistens Götter auf Kaninchen treffen.  
Die wählerische Ernährung ist inzwischen leider ein Problem für das Teporingo, da helfen auch die Götter nicht. Denn wenn sein Lebensraum mitsamt dem Zacatón zerstört wird, kann es nicht einfach woanders hin hoppeln und dort anderes Gras fressen. Das heißt, das kann es schon, aber sobald es kein ordentliches Zacatóngras mehr bekommt, kann es sich nicht mehr ordentlich vermehren. Es gibt einen rätselhaften Zusammenhang von Zacatóngras und Säuglingssterblichkeit beim Vulkankaninchen. Andere Kaninchen sind für ihre Vermehrungsfreudigkeit ja sprichwörtlich, und dabei ist es ihnen auch ziemlich egal, was sie fressen. Nicht so das Teporingo.  
Und seine Lebensräume sind bedroht, wie sollte es auch anders sein. Zu nah liegen sie an der Mega-Metropole Mexico City, zu viel davon wird als Acker- und Weideland beansprucht. Die niedlichen Vulkankaninchen in Zoos oder Tierparks oder im eigenen Garten zu züchten, ist aber leider sehr schwierig. Hauptproblem dabei ist natürlich wieder das wählerische Essverhalten.  

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