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Malaria-Fälle in Frankfurt: Wie hoch ist das Risiko?

Foto: Envato / D_Yarko

Malaria in Frankfurt: Wie hoch ist das Risiko?

Acht Erkrankungen und drei Todesfälle werfen eine beunruhigende Frage auf: Wie sicher ist Frankfurt vor Malaria?

Wie kamen die Malaria-Erreger nach Frankfurt?

Im Juli erkrankten sechs Flughafenmitarbeiter. Sie hatten sich offenbar am Arbeitsplatz infiziert, da sie selbst nicht in einem Malaria-Gebiet gewesen waren. Das Robert Koch-Institut bestätigte den Ausbruch und nannte den Zeitraum vom 4. bis 6. Juli als mögliche Erkrankungsphase.

Acht Infektionen und drei Todesfälle seit Sommer 2026

Zwei der sechs Flughafenmitarbeiter starben. Der erste Todesfall ereignete sich bereits Anfang Juli, der zweite im August.

Im September traten zwei weitere Fälle auf. Betroffen waren Bewohner aus Schwanheim. Sie hatten weder am Flughafen gearbeitet, noch waren sie zuvor in einem Malaria-Gebiet gewesen. Einer von ihnen starb, wie das Frankfurter Gesundheitsamt am 17. September mitteilte.

Wie groß ist das Risiko für Anwohner in Frankfurt?

Das Frankfurter Gesundheitsamt schätzt die Gefahr für die Bevölkerung als sehr gering ein. Amtsleiter Peter Tinnemann bezeichnete das Geschehen als außergewöhnlich selten: Eine direkte Übertragung von Malaria von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Trotz der aktuellen Fälle wurden nach Angaben der Behörde keine weiteren Verdachtsfälle in Schwanheim bekannt.

Malaria kann zu Beginn einer gewöhnlichen Grippe ähneln

Besonders wichtig bei einer Infektion mit Malaria ist eine schnelle Diagnose. Einer der ersten Todesfälle wurde erst nach dem Tod des Patienten als Malaria erkannt. Die Erkrankung kann anfangs Beschwerden verursachen, die auch einen grippalen Effekt begleiten. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie zunächst nicht erkannt wird.

Wie weit können sich Mücken vom Flughafen entfernen?

Normalerweise legen Anopheles-Mücken Entfernungen von etwa ein bis zwei Kilometern zurück. Bei günstigen Windverhältnissen können sie jedoch deutlich weiter fliegen. Der Tropenmediziner Benno Kreuels vom Bernhard-Nocht-Institut schätzt die mögliche Entfernung auf bis zu zehn Kilometer.

Wind und transportiertes Gepäck als weiteres Risiko

Die beiden Fälle in Schwanheim wurden rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt festgestellt. Neben dem Flug selbst kommen weitere Wege infrage: Mücken können beispielsweise in Koffern oder Frachtgut transportiert werden und erst am Zielort herauskommen. Dadurch lässt sich im Einzelfall nur schwer feststellen, wo genau eine infizierte Mücke einen Menschen gestochen hat.

Warum häufen sich solche Fälle gerade jetzt?

Malariafälle am Frankfurter Flughafen sind zwar schon früher aufgetreten, jedoch sehr selten. Zwischen 1990 und 2010 wurde lediglich ein Fall registriert. In den folgenden zwölf Jahren waren es fünf. Der Tropenmediziner Kreuels sieht im zunehmenden Flugverkehr aus Regionen mit hoher Malaria-Verbreitung einen möglichen Grund für die steigende Zahl eingeschleppter Fälle.

Zunehmender Flugverkehr und heiße Sommer als mögliche Faktoren

Auch höhere Temperaturen können eine Rolle spielen. Heiße Sommer können die Überlebensbedingungen für eingeschleppte Mücken verbessern. Die Vorschriften für die Desinfektion von Flugzeugen sehen daher vor, deren Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen. Ob dies am Frankfurter Flughafen zuverlässig geschehen ist, ist bislang unklar.

Woran erkennen Ärzte einen Malariafall rechtzeitig?

Zu den typischen Symptomen zählen unter anderem Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Dadurch kann die Erkrankung zunächst wie ein grippaler Infekt wirken. Das Frankfurter Gesundheitsamt hat Ärztinnen und Ärzte im Rhein-Main-Gebiet ausdrücklich dazu aufgefordert, bei Fieber mit unklarer Ursache auch ohne Auslandsreise einen Malaria-Fall in Betracht zu ziehen.

Ein Schnelltest kann Hinweise auf eine Malaria-Infektion liefern. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, ist sie behandelbar. Bei Rückfragen hat die Stadt Frankfurt die Hotline 069/212-30030 eingerichtet.

Definitionen und Begriffserklärungen zu Malaria in Frankfurt

Flughafen-Malaria

Ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen Malaria-Fall, bei dem eine infizierte Mücke mit einem Flugzeug oder über Fracht eingeschleppt wird und anschließend Menschen mit Malaria infiziert.

Anopheles-Mücke

Eine Mückengattung, deren Weibchen Malaria-Erreger übertragen können. Die Tiere kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor, einzelne Arten leben aber auch in Europa.

Malaria tropica

Die schwerste Form der Malaria. Sie wird durch den Parasiten Plasmodium falciparum verursacht und kann ohne schnelle Behandlung lebensgefährlich werden.

Häufig gestellte Fragen zu Malaria in Frankfurt

Wie viele Malaria-Fälle gab es 2026 in Frankfurt?

Bis September 2026 wurden acht Fälle bekannt: sechs bei Flughafenmitarbeitern und zwei bei Anwohnern aus Schwanheim. Drei Betroffene starben.

Kann man sich bei einem Menschen mit Malaria anstecken?

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet bei der üblichen Malaria-Übertragung nicht statt. Der Erreger wird in der Regel durch den Stich einer infizierten Anopheles-Mücke übertragen.

Wie weit können infizierte Mücken vom Flughafen wegfliegen?

Normalerweise legen Anopheles-Mücken nur ein bis zwei Kilometer zurück. Bei günstigen Windverhältnissen sind laut Experten auch Entfernungen von bis zu zehn Kilometern möglich.

Häufig gestellte Fragen zu Flughafen-Malaria in Frankfurt

Welche Symptome hat Malaria?

Zu den typischen Beschwerden zählen Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. In schweren Fällen können zudem Verwirrtheit, Krampfanfälle und Atemprobleme auftreten. Angesichts der aktuellen Fälle sollten Ärzte bei Fieber auch Flughafen-Malaria in Betracht ziehen, wenn sich der Betroffene in der Nähe eines Flughafens aufgehalten hat.

Wie können sich Anwohner schützen?

Repellentien (Mückenspray), bedeckende Kleidung sowie Fliegengitter an Fenstern und Türen können das Risiko eines Mückenstichs verringern. Nach Einschätzung des Gesundheitsamts bleibt das Malaria-Risiko für die Allgemeinbevölkerung insgesamt sehr gering.

Warum ist Flughafen-Malaria so selten?

Infizierte Mücken müssen zunächst eine längere Flugreise überstehen und anschließend an einem geeigneten Ort aus dem Flugzeug oder der Fracht gelangen. Zudem müssen sie einen Menschen stechen. Mehrere seltene Bedingungen müssen also zusammenkommen.

Können Malaria-Mücken auch in Deutschland überleben?

Einige Anopheles-Arten kommen auch in Europa vor. Ob eine eingeschleppte Mücke überlebt und die Krankheit weitergibt, hängt unter anderem von Temperatur, Lebensraum und weiteren Umweltbedingungen ab.

Was sollten Menschen mit Fieber tun?

Bei Fieber mit unklarer Ursache sollten Betroffene ärztlichen Rat suchen. Wegen der aktuellen Fälle in Frankfurt kann es für Ärzte wichtig sein, zu wissen, ob die betroffene Person in der Nähe des Flughafens lebt oder sich dort aufgehalten hat.

Ist Malaria ein Virus?

Malaria ist keine Viruserkrankung. Die Krankheit wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht.

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