Wer muss ab Juli 2026 einen Hundeführerschein vorlegen?
In Deutschland gibt es keine bundesweite Regelung in Bezug auf den Hundeführerschein. Seit dem 1. Juli 2026 ist die Sachkundeprüfung in Bremen jedoch für alle Pflicht, die sich erstmals einen Hund anschaffen möchten. Niedersachsen ist das Vorbild, denn dort besteht diese Pflicht bereits seit 2013.
In beiden Bundesländern gilt nun: Wer ohne entsprechenden Nachweis einen Hund hält, riskiert hohe Bußgelder. In Bremen kann das Bußgeld bis zu 50.000 Euro betragen. Eindeutige statistische Nachweise dafür, dass die Einführung des Hundeführerscheins in Niedersachsen zu einem Rückgang von Zwischenfällen mit auffälligen Hunden geführt hat, liegen bislang nicht vor.
In Baden-Württemberg ist ein Hundeführerschein nur für Hundehalter von als gefährlich eingestuften Hunden vorgeschrieben. In Thüringen muss er für verhaltensauffällige Hunde absolviert werden. In Nordrhein-Westfalen müssen Hundehalter einen Hundeführerschein erwerben, sobald ihr Hund eine Schulterhöhe von 40 cm oder ein Gewicht von 20 kg erreicht hat.
Gilt die Pflicht auch für erfahrene Hundehalter?
In Bremen sind Hundehalter ausgenommen, die bereits vor dem 1. Juli 2026 einen Hund besessen haben. Auch wer in den letzten fünf Jahren mindestens zwei Jahre lang einen Hund gehalten und die theoretische Prüfung bestanden hat, muss diese nicht erneut ablegen. Das Ordnungsamt kann im Einzelfall Ausnahmen genehmigen.
Was kostet der Hundeführerschein?
Die gesamte Prüfung (inklusive Theorie und Praxis) kostet üblicherweise zwischen 80 und 150 Euro.
Was ist, wenn ich durch die Hundeführerscheinprüfung falle?
Keine Sorge, Sie können die Prüfung – auch teilweise – beliebig oft wiederholen. Bestehen Sie die theoretische Prüfung, die praktische jedoch nicht, müssen Sie den praktischen Teil erneut ablegen. Allerdings ist jeder Versuch kostenpflichtig.
Was ist der Unterschied zwischen Sachkundenachweis und Hundeführerschein?
Der Begriff „Hundeführerschein“ ist umgangssprachlich. Die offizielle Bezeichnung ist Sachkundeausweis.
Was wird in der Prüfung verlangt und wie läuft sie ab?
Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im Theorie-Teil beantworten Sie Fragen zu Hundehaltung, Verhalten, Gesundheit und rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Praxisteil wird geprüft, ob der Hund grundlegende Kommandos beherrscht und ob der Halter in Stresssituationen angemessen reagiert. Die genauen Inhalte können je nach Bundesland variieren.
Warum wurde die Pflicht zum Hundeführerschein eingeführt?
Ein wichtiger Auslöser waren konkrete Vorfälle und statistische Entwicklungen in Bremen, darunter mehrere registrierte Beißvorfälle in den letzten Jahren. Die Politik wollte damit sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch das Wohl der Tiere verbessern.
Wie bereite ich mich auf die Prüfung vor?
Viele Volkshochschulen, Tierschutzvereine und Hundeschulen bieten Vorbereitungskurse an. Die Kosten liegen meist zwischen 100 und 300 Euro.
Kann ich den Nachweis aus einem anderen Bundesland anerkennen lassen?
Wer bereits in einem anderen Bundesland eine vergleichbare Prüfung abgelegt hat, kann diese in Bremen anerkennen lassen. Voraussetzung ist, dass die Prüfung nach gleichwertigen Standards erfolgt ist.
Lohnt sich der Hundeführerschein auch ohne Pflicht?
Auch wenn der Sachkundenachweis in Ihrem Bundesland nicht vorgeschrieben ist, kann er sich lohnen. Einige Hundeversicherungen bieten Rabatte für Halter mit dem Sachkundenachweis an. In einigen Kommunen gibt es Steuererleichterungen oder Befreiungen von der Leinenpflicht für Halter mit Hundeführerschein.
Definitionen und Begriffserklärungen
Hundeführerschein
Der Hundeführerschein, offiziell Sachkundenachweis genannt, ist ein Nachweis über die fachliche Eignung von Hundehaltern. Er besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. Ziel ist es, die Verantwortung und das Wissen der Hundehalter zu stärken.
Sachkundenachweis
Die offizielle Bezeichnung für den Nachweis, dass ein Hundehalter über ausreichende Kenntnisse bezüglich Haltung, Erziehung und Gesundheit von Hunden verfügt. In einigen Bundesländern ist er Pflicht, in anderen freiwillig.
Häufig gestellte Fragen zum Hundeführerschein
Wer braucht ab Juli 2026 einen Hundeführerschein?
In Bremen und Niedersachsen müssen alle neuen Hundehalter einen Sachkundenachweis vorlegen.
Was kostet der Hundeführerschein?
Die Vorbereitungskurse kosten 100 bis 300 Euro, die Prüfung selbst etwa 80 bis 150 Euro.
Ist der Hundeführerschein bundesweit Pflicht?
Nein, nur in Niedersachsen und Bremen (ab Juli 2026) ist er für alle Hundehalter vorgeschrieben. In anderen Bundesländern gilt er nur für Listenhunde oder ist freiwillig.
Häufige Fragen zum Hundeführerschein
Muss ich den Hundeführerschein machen, wenn ich bereits einen Hund habe?
Nein, in Bremen gilt die Pflicht nur für Halter, die sich ab dem 1. Juli 2026 erstmals einen Hund anschaffen.
Was passiert, wenn ich keinen Hundeführerschein habe?
In Bremen droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro, wenn Sie ohne Nachweis einen Hund halten.
Kann ich die Prüfung auch online ablegen?
Die theoretische Prüfung kann in einigen Bundesländern online absolviert werden. Die Praxisprüfung muss jedoch vor Ort mit dem Hund stattfinden.
Gibt es Ausnahmen von der Pflicht?
In Bremen kann das Ordnungsamt im Einzelfall Ausnahmen genehmigen, etwa bei nachgewiesener Erfahrung oder gesundheitlichen Einschränkungen.