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Foto: Envato / DragonImage

Manipulierte Studien: Lügt die Pharmaindustrie über Medikamente?

Kritische Stimmen werfen Pharmakonzernen vor, wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Medikamenten zu manipulieren.

Studien in der Medizin sollen die Wirkung neuer Medikamente untersuchen. Wie zuverlässig und aussagekräftig die Ergebnisse sind, hängt jedoch von vielen Faktoren ab.

  • Wie eine Arznei tatsächlich wirkt, muss im Zulassungsverfahren geprüft und belegt werden.
  • Immer wieder gibt es den Verdacht, dass die Ergebnisse zugunsten der Hersteller geschönt werden.
  • Pharma-Unternehmen finanzieren die Studien zu ihren Medikamenten, sodass die Unabhängigkeit infrage gestellt wird.

Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, werden eine Reihe an Tests und Untersuchungen durchgeführt. Für neue Wirkstoffe und Behandlungsansätze dauert der Prozess teilweise über Jahre. Ist die Wirkung teilweise bekannt oder wurden ähnliche Zusammensetzungen bereits erfolgreich eingeführt, geht es meist schneller.

In Deutschland ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Prozedur zuständig. Hat ein Unternehmen ein neues Medikament entwickelt, benötigt es eine Zulassung. Diese wird beim BfArM oder der jeweiligen Behörde des Landes beantragt. Im weiteren Verfahren müssen Hersteller einige Nachweise vorlegen: „analytische, pharmakologisch-toxikologische und klinische Prüfungen sowie entsprechende Sachverständigengutachten“, heißt es dazu auf der Internetseite des Bundesinstituts

Studien in der Medizin: Werbung ohne Wahrheit?

Die Glaubwürdigkeit dieser Nachweise gerät jedoch immer wieder in Kritik. 2016 veröffentlichte ein Arzt aus Norwegen ein Buch zu dem Thema. In „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“ berichtet Peter C. Gøtzsche über die Aussagekraft solcher Untersuchungen: Die Manipulationen seien so häufig und schwerwiegend, dass veröffentlichte Berichte über Studien der Pharmaindustrie nur als Werbung gesehen werden dürfen. Das bedeutet im Klartext: Unternehmen machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt und behaupten, es sei wissenschaftlich belegt. Die Erklärung für dieses Vorgehen: Geld.

Je vielversprechender eine Pille ist, desto häufiger und teurer kann sie verkauft werden. Lässt irgendetwas Zweifel an der Wirksamkeit aufkommen, wird es einfach nicht erwähnt. Welche Informationen veröffentlicht und welche unter den Tisch fallen entscheidet – Geld.

Ehrlich und transparent: so sollten wissenschaftliche Studien sein

Damit eine wissenschaftliche Studie aussagekräftig ist, muss sie einige Kriterien erfüllen. Der wichtigste Grundsatz dafür ist die Objektivität. Zu Beginn der Studie müssen alle Ergebnisoptionen in Betracht gezogen werden. Hat ein Unternehmen bereits viel in die Entwicklung eines Medikaments investiert, entstünde durch ein schlechtes Studienergebnis ein großes Verlustgeschäft.

Gøtzsche schreibt dazu in seinem Buch: „Heute werden vor allem private Firmen, sogenannte Auftragsforschungsinstitute (CRO) mit Studien beauftragt. Einige von ihnen übernehmen auch Aufträge, die mit Marketing und Werbung zu tun haben. Auch dies ist ein Indiz dafür, dass die Studien der Pharmaindustrie Teil der Marketingstrategie sind.“

Welche Medikamente sind unbedenklich?

Die Pharmaindustrie steht seit Jahren immer wieder in der Kritik: Profit würde über das Wohl der Erkrankten gestellt. Die Vorwürfe sind teilweise berechtigt. Das zeigen Insider-Berichte wie das Buch von Peter C. Gøtzsche. Eine pauschale Verteufelung aller Arzneimittel der Schulmedizin rechtfertigt das jedoch nicht.

Einige Präparate unterstützen Genesungsprozesse seit Jahrzehnten erfolgreich. Der Medizin gelingen immer wieder Durchbrüche, die Leben retten. Tatsächlich unabhängige Studien sind zwar seltener, aber sie existieren. Bei Unsicherheiten bringt meist ein aufklärendes Gespräch mit Ärztin oder Arzt Klarheit. Außerdem beraten unabhängige Patientenorganisationen zu Behandlungsoptionen.

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