Bodenschätze

Salz: Grenzenloses Gut

Was sich der Mensch jahrhundertelang nicht leisten konnte, verwenden wir heute im Überfluss: Salz, früher ein kostbares Gut, ist heute ein lebenswichtiges Alltagsprodukt.

Salzwerk

© istock/AlbertoLoyo

Was sich der Mensch jahrhundertelang nicht leisten konnte, macht er heute im Überfluss: salzen. Die Ernährungswissenschaftler warnen jedoch vor übermäßigem Salzkonsum – zu viel Salz mache krank. Aber: In Maßen ist Salz lebensnotwendig für uns. Das wussten schon die Menschen vor vielen tausend Jahren und ließen sich nur dort nieder, wo es Salz und Wasser gab.

In uns schwappt das Meer

Alles Leben begann im Meer. Es konnte nur dort entstehen, wo es Wasser und Salz gab. Die ersten Organismen, die in den Ur-Ozeanen schwammen, waren Einzeller, aus denen sich später der Mensch entwickelte. Im Gegensatz zu den Einzellern lebte er zwar nie im Meer, dennoch hat er das maritime Umfeld in seinem genetischen Programm gespeichert. Der Grund: Auch jeder Embryo schwimmt vom ersten Tag seiner Zeugung im Salzwasser der Gebärmutter. Nach seiner Geburt trägt er als Mensch einen kleinen Teil des Meeres weiter in sich. Durch seine Adern und zwischen seinen Zellen fließt Salzwasser. Ohne dieses Salz könnte er nicht überleben.

Entstehung des Salzes

Die natürlichen Salzvorkommen bildeten sich vor etwa 230 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit floss das salzhaltige Wasser der Ozeane über seichte Meeresengen in abgetrennte Meeresbecken, wo es langsam verdunstete. Zurück blieb das Salz. Im Laufe der Zeit wurde es vom Festland überlagert. Es entstanden riesige Salzvorkommen, die sich heute zum Teil tief unter der Erde befinden.

Das weiße Gold

Salz hatte für die Menschen schon immer eine besondere Bedeutung. Denn wo es Salz und Wasser gab, ließen sich Menschen nieder. Das zeigen archäologische Funde, die aus der Zeit von etwa 10.000 vor Christus stammen. Ab 800 vor Christus dehnte sich der Handel mit Salz aus. Bis in das Mittelalter diente Salz als wichtiges Zahlungsmittel und war sogar häufiger Gegenstand von kriegerischen Auseinandersetzungen. Seine große Bedeutung als Tauschgut behielt es bis zur Zeit der Industrialisierung, also bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, bei. Es galt lange Zeit als wertvoller Edelstein und bekam daher den Namen „das weiße Gold“.
Auch heute noch ist Salz in einigen Teilen der Welt, wie beispielsweise in der Wüste, ein sehr kostbares Gut. Denn dort müssen die Menschen das Salz mit der Hand aus tiefen Salzwasserbecken schöpfen. In den westlichen Industrienationen dagegen ist der Luxusartikel ein Alltagsprodukt, das in riesigen Salzbergwerken mit Maschinen schnell und effektiv abgebaut wird. Es gelangt über spezielle Anlagen zur Weiterverarbeitung, wo es sich in Zerkleinerungs- und Siebmaschinen zu feinkörnigem Speisesalz formt.

Ist Salz schädlich?

Kochsalz, also Natriumchlorid (kurz NaCI genannt), ist für viele Körperfunktionen unentbehrlich. Wir nehmen es über die Nahrung in ausreichender Menge zu uns. Überschüssiges Salz scheiden wir normalerweise über den Urin aus. Bei einigen Menschen liegt aber ein Defekt in der Salzausscheidung vor. Sie leiden unter Bluthochdruck und müssen ihren Salzkonsum einschränken. Gesunde Menschen dagegen sollten Salz weder zusätzlich essen, noch darauf verzichten. Sie decken ihren Salzbedarf von etwa fünf Gramm pro Tag automatisch durch Brot, Käse oder Mineralwasser. Diese Menge braucht ihr Körper, denn Salz ist ein wichtiger Bestandteil des Blutes.

Warum es lebensnotwendig ist

Fast 50 Gramm Kochsalz fließen aufgelöst in Form von Natrium und Chlor-Ionen durch unseren Körper und umhüllen dabei jede einzelne Zelle. Dieses Salzwasser muss immer gleiche Anteile Wasser und Salz enthalten, um den Druck in und außerhalb der Zelle im Gleichgewicht zu halten.

Nimmt der Salzgehalt in der Flüssigkeit ab, kommt es zu einem gestörten Druckverhältnis in den Zellen. Die Folge: Die Zellen schwellen an, der Raum zwischen ihnen verschwindet, die Zellen bekommen keine Nährstoffe mehr und werden dadurch funktionsuntüchtig.

Auch in den Adern muss die Salzkonzentration immer konstant bleiben. Fließt dort nicht genug Salz, geraten die Druckverhältnisse in den Adern und in den darin enthaltenen Blutkörperchen außer Kontrolle. Als Folge dringt das wenige Salz in die roten Blutkörperchen, es entsteht ein Überdruck und die Blutkörperchen drohen zu platzen. Schließlich werden keine Nervenimpulse mehr an den Herzmuskel weitergleitet und das Herz hört zu schlagen auf.

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