Hängen Extremwetterphänomene mit dem Klimawandel zusammen? Lange Zeit konnten Wissenschaftler keinen direkten Zusammenhang nachweisen. Neue, detailliertere Klimamodelle und die höhere Rechenleistung moderner Computer machen das jetzt aber möglich.
Auch in Deutschland ändert sich das Wetter
Im Sommer 2017 wurde deutlich, wie extreme Wetterlagen das Leben in Deutschland fast zum Erliegen bringen können. Starkregen in Berlin ließ die Feuerwehr den Notstand ausrufen, in Niedersachsen mussten Wohngebiete evakuiert werden und in vielen Teilen Thüringens sorgten Überschwemmungen für Stillstand.
Internationale Untersuchungen zum Klimawandel
Auch der Blick über die deutschen Grenzen hinaus gibt Anlass zur Beunruhigung: Internationale Forscherteams haben 30 Extremwettereignisse aus dem Jahr 2014 untersucht. Darunter waren Hitzewellen in Europa und Argentinien, eine Dürre in Ostafrika, Blizzards in den USA und im Himalaya, starke Regenfälle in Großbritannien, Frankreich und Asien sowie Waldbrände in Kalifornien und ein tropischer Wirbelsturm über Hawaii.
Dramatischer Anstieg der wetterbedingten Todesfälle
Ein Blick in die fernere Zukunft prognostiziert noch dramatischere Folgen: Wenn der Klimawandel nicht gebremst wird, drohen im Jahr 2100 in Europa 150.000 Menschen an den Folgen von Unwettern, Überschwemmungen und Hitzewellen zu sterben – dieser Auffassung sind zumindest Forscher der EU-Kommission. Das wäre das Fünfzigfache der heutigen Menge (3.000 Tote im Jahr).
99 Prozent der Todesfälle wären laut diesem Modell auf extreme Hitzewellen zurückzuführen. Der Klimawandel sei zu 90 Prozent verantwortlich für den dramatischen Anstieg der Todesfälle, so die EU-Wissenschaftler weiter. Weitere Faktoren seien der Zuzug von Menschen in küstennahe (und somit risikobehaftete) Gebiete sowie das allgemeine Wachstum der Bevölkerung.