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Wahr oder falsch: Mythen des Alltags – Teil 2

Wahr oder falsch: Mythen des Alltags – Teil 2

Sind Chilis nur wegen ihrer Kerne scharf? Landen Katzen immer auf den Füßen? Haben Goldfische ein begrenztes Erinnerungsvermögen? Welt der Wunder testet hartnäckige Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt …
  • Gewehrkugel

    iStock/alptraum

    Es ist eigentlich immer nur eine Frage des Gewichts und der Form, wie gefährlich ein herabfallendes Objekt für einen Menschen wird. Lässt man eine flache, 2,3 Gramm schwere Ein-Cent-Münze aus zwei Kilometern Höhe fallen, beschleunigt sie höchstens auf rund 150 km/h: Dank des Luftwiderstands wird sie nicht schneller und tut einem Menschen kaum weh. Ganz anders ein Gewehrschuss nach oben: Das rund zehn Gramm schwere Geschoss fliegt über zwei Kilometer hoch und kehrt dann nach unten zurück. Beim Herabfallen erreicht es etwa 500 km/h und kann am Boden jeden Knochen im Körper zertrümmern – und das kommt öfter vor, als man denkt: Allein im Großraum Los Angeles starben in einem Jahrzehnt 38 Menschen durch herabfallende Projektile von gedankenlos abgefeuerten Salutschüssen.

  • Raumstation

    iStock/Daniela Mangiuca

    Die Schwerkraft eines Objektes wirkt unendlich, sie wird mit der Entfernung nur immer schwächer. Der Eindruck von Null-Gravitation etwa in der Raumstation ISS entsteht durch deren Rotation um die Erde – würde die ISS anhalten, würde die Schwerkraft der Erde sie ziemlich schnell abstürzen lassen.

  • Flugzeug

    iStock/PatriciaSoon

    Tragflächen sind gewölbt, weil die anströmende Luft dann an der Oberseite schneller fließen muss als an der Unterseite. So entsteht ein Sog nach oben. Aber wieso können dann manche Flugzeuge kopfüber fliegen? Faktisch ist dieser Sog viel zu klein, um ein Flugzeug anzuheben. In Wahrheit ist der Anstellwinkel entscheidend: Je mehr Luft die Tragflächen nach unten pressen können, desto stärker ist der Druck nach oben – wer schon einmal die flache Hand aus einem fahrenden Auto gehalten hat, weiß, was hier gemeint ist. Es ist das Newtonsche Prinzip von Kraft und Gegenkraft: Luft geht nach unten, dafür muss Flugzeug nach oben. Auch mit flachen Tragflächen wäre das Abheben möglich.

  • Titanic

    Imago/ United Archives

    Das kommt ganz auf das Schiff an: Je größer und massiver es ist und je schneller es sinkt, desto mehr verwirbelt das Wasser. Das heißt, das Schiff verdrängt Flüssigkeit beim Herabsinken, die hinter ihm wieder zusammenfließt – für Schwimmer ein tödlicher Strudel. Doch Passagierschiffe haben in der Regel viele Öffnungen wie Fenster und Luken. Das bedeutet, Wasser strömt beim Herabsinken in das Innere, was die Wasserverdrängung zur Seite und damit den Sogeffekt wesentlich verringert. Hier kommt jedoch ein anderes Phänomen zum Tragen: Das Schiff verwirbelt Wasser und Luft zu einem Gemisch, das wesentlich leichter als reines Meerwasser ist und dementsprechend weniger Auftrieb bietet. Selbst gute Schwimmer „fallen“ hier in die Tiefe, ähnlich wie man in einem Whirlpool nicht schwimmen kann.

  • Möwe

    iStock-PatriciaSoon

    Menschen verdursten, wenn sie zu viel Salzwasser trinken, denn es löst Süßwasser aus den Zellen heraus. Ganz anders bei Möwen und anderen Seevögeln: Das Meerwasser macht das Blut der Tiere zwar erst einmal salziger. Doch in ihrem Kopf sitzen sogenannte Salzdrüsen, die die Salz-Ionen durch einen physikalischen Prozess herausfiltern. Dabei entsteht eine Flüssigkeit, die manchmal doppelt so salzig wie Meerwasser ist. Dieses Sekret scheidet die Möwe schließlich über die Nasenlöcher aus.

  • Schwimmen

    Istock / stefanschurr

    Geh bloß nicht nach dem Essen ins Wasser – das haben ganze Generationen von Müttern ihrem Nachwuchs eingeschärft. Doch ein voller Magen unter Wasser allein verursacht noch keinen Krampf. Richtig ist: Ein Drei-Gänge-Menü ermattet unseren Körper, er braucht das Blut im Verdauungstrakt. Jede zusätzliche Anstrengung kann etwa bei alten Menschen zum Kreislaufkollaps führen. Deswegen lieber erst einmal ausruhen – das aber gern in einem angenehm temperierten Pool ...

  • Chilischote

    iStock/Lvenks

    Wer in eine Chilischote beißt, kann manchmal geradezu unerträglichen Schmerz erleben – je nachdem, wie viel Capsaicin sie enthält. Dieses Alkaloid reizt die Schmerzrezeptoren der Schleimhäute und löst so das Schärfeempfinden aus. Doch am meisten davon steckt nicht – wie vielfach angenommen – in den Kernen, sondern in der weißen, schwammigen Masse um die Kerne herum, der sogenannten Plazenta. Sie produziert das Capsaicin, das wahrscheinlich Fressfeinde abschrecken soll. Vögel reagieren auf die Schärfe der Chilis übrigens überhaupt nicht – im Gegenteil: Die Schoten fördern die Verdauung.

  • Blitz

    iStock/DanielLoretto

    Diesem Mythos fehlt jede wissenschaftliche Grundlage, denn kein Gewitter der Erde führt eine Statistik darüber, wo es bereits eingeschlagen hat. Die Freiheitsstatue etwa wird pro Jahr von ungefähr 600 Blitzen erwischt. Auch Menschen bleiben nicht verschont: Der amerikanische Forstarbeiter Roy Sullivan wurde siebenmal getroffen – und überlebte immer.

  • Sonne und Erde

    iStock/ Igor Zhuravlov

    Es ist allein der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen, der die Jahreszeiten bestimmt und nicht etwa der Abstand der Erde von der Sonne. Steht die Sonne tief und scheint kurz, dann ist Winter. Am weitesten entfernt sich die Erde übrigens im Juli von ihr, also mitten im Hochsommer auf der Nordhalbkugel: Dann beträgt der Abstand 152 Millionen Kilometer. Im Januar befinden wir uns gute fünf Millionen Kilometer näher an der Sonne.

  • Katze

    iStock/Dixi

    Verblüffend: Selbst Stürze von hohen Gebäuden überstehen Katzen fast unbeschadet – und landen scheinbar sicher auf allen vier Pfoten. Verantwortlich dafür ist ein angeborener Reflex: Die Tiere drehen die vordere Körperhälfte entgegen der hinteren und ziehen anschließend blitzschnell das Hinterteil nach. Die Mindestfallhöhe für diesen Trick beträgt nur einen bis eineinhalb Meter. Das Manöver scheint mit der Sehkraft und nicht mit dem Gleichgewichtssinn gekoppelt zu sein: Blinden Katzen gelingt es nicht.

  • Goldfisch

    iStock/Ersler

    Welch ein aufregendes Leben: Alle paar Sekunden entdecken Goldfische die ewig gleiche Umgebung immer wieder neu. Doch leider ist das nur ein Mythos: Für diesen Goldfisch ist das Leben tatsächlich so trostlos, wie es für einen Menschen in einer Glaskiste wäre. Denn Goldfische haben keinesfalls ein „Fischgehirn“, sondern eine ganz erstaunliche Lernfähigkeit: Einem Forscherteam gelang es beispielsweise, sie auf ein Tonsignal hin zum Futterplatz zu „rufen“. Und in einem anderen Fall lernte ein Schwarm, einen Hebel zu drücken, um an Futter zu gelangen – obwohl der immer nur eine Stunde am Tag aktiv war. Statt von einem Drei-Sekunden-Gedächtnis sprechen Forscher eher von Speichervermögen, das mindestens drei Monate zurückreicht.

Sind Chilis nur wegen ihrer Kerne scharf? Landen Katzen immer auf den Füßen? Haben Goldfische ein begrenztes Erinnerungsvermögen? Welt der Wunder testet hartnäckige Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt…

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