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Frühjahrsputz: So macht man sein Fahrrad fit!

Frühjahrsputz: So macht man sein Fahrrad fit!

Es wird Frühling! Höchste Zeit also, das Fahrrad aus dem Winterschlaf zu wecken und fit für die Radsaison zu machen. Doch worauf muss man achten und wie bekommt man sein Bike mit einfachen Handgriffen fit?
  • Fahrradcheck

    Boa Specialized

    Die meisten Fahrradfahrer pausieren im Winter und der Drahtesel wird in den Keller oder die Garage verbannt. Sobald jedoch die ersten Strahlen der Frühlingssonne zu sehen sind, bekommt sogar der größte Sportmuffel wieder Lust darauf, sich auf zwei Rädern fortzubewegen. Doch Achtung: Wer sein Bike lange nicht benutzt hat, sollte ihm eine gründliche Inspektion gönnen – spätestens vor der ersten geplanten Tour. Entweder man sucht sich eine Fahrradwerkstatt um die Ecke oder man legt selbst Hand an. Welt der Wunder zeigt, was man in puncto Frühjahrssputz alles beachten muss.

  • Fahrradcheck

    istock/omgimages

    Wer sein Fahrrad bereits dreckig in den Keller gestellt hat, sollte ihm jetzt unbedingt einen Frühjahrsputz gönnen, denn Matsch und Streusalz fressen das Rad regelrecht an. Aber Hände weg von Hochdruckreinigern, denn sie pressen Wasser in die Fahrradlager und können dort jede Menge Schaden anrichten. Rahmen und alle Anbauteile sollte man besser mit Fahrradreiniger einsprühen, kurz einwirken lassen und mit einem Schwamm den Dreck abwischen. Dann mit einem feineren Putzzeug - etwa einer alten Zahnbürste - die verwinkelten Teile (Gangschaltung, Bremsen...) von ihren Belägen befreien. Schließlich das ganze Rad trocknen lassen, Wasserränder mit einem sauberen Lappen wegpolieren. Wer Lust hat, kann das Fahrrad abschließend noch mit Wachs polieren.

  • Fahrradcheck

    Sandra Leinfelder

    Wer keine Lust auf mühsame Handwäsche hat, kann – z.B. in München – sein Bike kurzerhand durch eine spezielle Waschanlage jagen. BikeWash eignet sich für alle Fahrräder und ist obendrein auch noch umweltfreundlich. Warum? Die Anlage arbeitet mit einem milden, ökologisch-abbaubaren Reinigungsmittel. Sie fängt das Schmutzwasser auf und verwendet es sogar erneut für den nächsten Reinigungsvorgang. Zudem ist der Wasserstrahl sehr sanft, so dass man keine Angst um Lack und Außenmaterial haben muss. Dem Dreck geht es mit Spezial-Rollenbürsten an den Kragen, das Ritzel am Hinterrad wird sogar mit einer Rotationsbürste gereinigt.

  • Fahrradcheck

    imago/Steffen Schellhorn

    Über die Wintermonate kann man gerne einen Platten bekommen, auch ohne Loch oder undichtes Ventil. Hier empfiehlt sich die „Daumenprobe“ - lässt sich der Reifen mehr als einen Zentimeter eindrücken, braucht er Frischluft. Der Druck beträgt in der Regel drei Bar, wie viel Minimum/Maximum an Reifendruck erlaubt ist, steht am Seitenprofil der Reifen. Experten empfehlen, lieber mit etwas weniger Druck zu fahren, ist komfortabler, aber auf keinen Fall unter dem angegebenen Minimum. Nun braucht man nur noch eine Fahrradpumpe mit Druckmesser.

  • Fahradcheck

    istock/ViktorCap

    Eine ungleichmäßige Speichenspannung und gerissene Speichen ziehen auf Dauer weitere Defekte nach sich. Deswegen sollte man unbedingt prüfen, ob eine Speiche gerissen oder locker ist. Wie? Indem man die benachbarten Speichen mit Daumen und Zeigefinger zusammendrückt. Hat die Felge einen Schlag? Den Schraubenzieher so halten, dass die Spitze etwa zwei Millimeter Abstand zur Felge hat und dann das Rad drehen. Sind deutliche Ausschläge zur Seite zu sehen oder schleift die Felge sogar am Bremsklotz, sollte das Laufrad zentriert werden.

  • Fahrradcheck

    imago/Steffen Schellhorn

    Die Kette braucht besondere Fürsorge - und zwar schon bevor sie quietscht, rostrot anläuft oder sich Kettenglieder festsetzen. Eine gründliche Wäsche mit Fettlöser ist nur bei extrem verschmutzten Ketten nötig. In der Regel genügt es, die Kette durch einen Lumpen laufen zu lassen, um den groben Schmutz abzustreifen. Dann je einen Tropfen Kettenöl auf jedes Glied auftragen, einige Male den Antrieb im Leerlauf drehen und schließlich das überflüssige Öl mit einem Lappen abwischen.

  • Fahrradcheck

    imago/Niehoff

    Bremsklötze sollten von Zeit zu Zeit erneuert werden, da sie beim Gebrauch nach und nach abreiben. Sind die Beläge bereits schräg abgefahren, müssen sie ausgetauscht werden. Bei alten Bremsen gilt: Bremsbeläge und Felgen gründlich mit einem Lappen reinigen. Ein Spritzer Teflonspray (ein Gleitmittel, Schmiermittel und Antihaftmittel) in die Enden der Außenhüllen reicht und das Bremskabel gleitet wieder leichter durch die Hülle.

  • Fahrradcheck

    imago/seelinger

    Je heller das Licht, desto besser sieht der Radfahrer im Dunklen. LED-Leuchten bieten mit bis zu 60 Lux optimale Sicht und können in alle Räder eingebaut werden. Bleibt alles dunkel, sollte die Kabelverbindung überprüft oder die Birne ausgetauscht werden. Grundsätzlich gilt: Außer bei Rennrädern ist ein Dynamo Pflicht!

  • Fahrradcheck

    imago/Caro

    Rutscht der Fuß beim Treten schnell weg, kann es sein, dass die Gummipedale abgenutzt sind. Ein Austausch ist hier erforderlich. Wenn die Pedale beim Treten knacken, sind möglicherweise die Tretlagerwelle, die Kurbeln oder das Lager der Pedale beschädigt. Dann hilft nur der Mechaniker.

  • Fahrradcheck

    imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

    Alle beweglichen Teile sollen laufen wie geschmiert. Deswegen ist es sinnvoll, auch auf die Drehpunkte der Schaltung, der Pedale sowie auf die Schalt- und Bremszüge einen Spritzer kriechfähiges Schmiermittel zu geben, zum Beispiel Teflonspray. Soweit vorhanden, brauchen auch Federgabel und Heckdämpfer an ihren Gleitbuchsen (an der Gabel) von Zeit zu Zeit eine kleine Fettpackung, damit der Schmutz draußen bleibt und die Federung geschmeidig arbeitet.

  • Fahrradcheck

    istock/naumold

    Sitzen alle Schrauben fest? Am besten man zieht alle Schrauben nach, aber nicht zu stark. Die Kraft einer Hand reicht dazu in der Regel aus.

  • Fahrradcheck

    imago/Sven Lambert

    Kettenschaltungen können sich während einer Winterpause verstellen – Kettenrattern, oder ungewollte Gangwechsel sind mögliche Folgen. Meist genügt es, mithilfe der kleinen Zugspannschraube (wo das Kabel in die Schaltung mündet) nachzujustieren: Dreht man sie gegen den Uhrzeigersinn, wandert das Schaltwerk zum größeren Ritzel und umgekehrt.

  • Fahrradcheck

    imago/Blickwinkel

    Hier ist natürlich entscheidend, wie viel Know-how und Fingerspitzengefühl man selbst mitbringt und um was für ein Modell es sich handelt. Logischerweise wird der Laie einen einfachen Reifenwechsel bei einem Citybike einfacher durchführen können, als bei einem High-Tech Mountainbike oder Rennrad. Wenn man sich unsicher ist: Finger weg von den Bremsen und der Schaltung, hier könnte es schnell gefährlich werden, wenn etwas falsch eingestellt wird. Dann lieber das Fahrrad zum Fachmann bringen. Ein Frühlingscheck kostet je nach Art der Reparatur und Dauer rund 50 Euro.

  • Fahrradcheck

    Bike Kitchen

    Die Bikekitchen München ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der Fahrradkultur. Das heißt: Wer Lust hat, kann an den unterschiedlichen Fahrradschraub-Aktionen teilnehmen, dabei das Selberreparieren lernen, nette Leute treffen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Die Grundidee kommt aus Portland und hat einen sozialen Gedanken: Radfahren soll für alle möglich sein. Gute Räder sind aber teuer. Gute ältere Räder werden im Fahrradgeschäft manchmal nicht mehr repariert, weil das zu teuer kommt. Genau da setzt die Bikekitchen an. Jeder kann vor Ort sein Rad mit Hilfe der freiwilligen Helfer kostenlos reparieren.

Es ist höchste Zeit, das Fahrrad aus dem Winterschlaf zu wecken und fit für die Radsaison zu machen. Doch worauf muss man achten und wie bekommt man sein Bike mit einfachen Handgriffen fit?

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