Bevor Alexander Fleming in diesem Sommer 1928 endlich in seinen wohlverdienten Urlaub gehen kann, muss er nur noch sein Labor in der St. Mary’s Hospital Medical School aufräumen. Eine Kleinigkeit, die nur wenige Minuten dauert. Doch in Gedanken stellt der Bakteriologe eine Petrischale mit Staphylokokken-Kulturen in ein Spülbecken, um sie später zu säubern – und vergisst sie. Ein unbedeutendes Malheur, das aber Geschehnisse in Gang setzt, an deren Ende zehn Jahre später ein Medikament steht, das nicht nur Milliarden Menschenleben retten wird, sondern auch den Zweiten Weltkrieg entscheidend beeinflusst. Doch wie kann das sein?
Die Wirkung einer verunreinigten Petrischale
Exakt zehn Jahre passiert nicht viel. Fast erscheint es, als würde Flemings Entdeckung im Nebel der Geschichte verschwinden. Doch der kleine Flügelschlag, der von einer verunreinigten Petrischale ausgelöst worden war, entfaltet seine Kraft langsam, aber stetig – bis er sich im Jahr 1938 zu einem rauen Wind steigert: Flemings Erkenntnisse erreichen einen anderen Forscher. Howard Walter Florey liest zufällig Flemings Bericht – und erkennt das Potenzial. 1941 testet er das Stoffwechselprodukt des Penicillium-Pilzes erstmal an einem Menschen – und löst einen globalen Sturm aus. Kurz darauf geht das Ur-Antibiotikum in den USA in die Serienproduktion – und das keine Sekunde zu spät für die alliierten Soldaten.
