Almenwanderung

Sieben auf einen Streich: Die Hochalmen-Rundwanderung im Gaistal

Das Gaistal ist als Almenparadies bekannt und macht seinem Namen alle Ehre: hier wartet eine besuchenswerte Alm nach der anderen auf Wanderer und Radlfahrer. Die wohl lohnenswerteste Wanderung im Gaistal ist daher die Hochalmen-Rundwanderung: sie verbindet sieben der schönsten Almen im idyllischen Tal. Und all das auf herrlichen Wegen. Was dich auf dieser Runde erwartet und welche Highlights du auf welcher Alm nicht verpassen solltest, erfährst du hier.

© Olympiaregion_Seefeld

Wer Alm sagt, muss auch Gaistal sagen
Auf der einen Seite die Hohe Munde, auf der anderen das Wettersteingebirge und dazwischen ein grünes Tal, ein türkisfarbener Fluss, viel Wald, sehr viele Kühe und noch mehr Murmeltiere: das ist das Gaistal bei Leutasch. Und nicht zu vergessen natürlich: die zahlreichen Almen und Hütten! Egal ob am Talboden oder in luftiger Höh‘, in dem weitläufigen Tal haben sich mehr als zehn urige und aussichtsreiche Almen angesammelt. Bei der Hochalmen-Rundwanderung kann man gleich sieben davon erwandern: Die Wettersteinhütte, die Wangalm, die Rotmoosalm, das Steinerne Hüttl, die Tillfussalm, die Gaistalalm und die Hämmermoosalm. Was man für die Wanderung mitbringen sollte sind eine gute Kondition, etwas Trittsicherheit und viel Hunger für gutes Hüttenessen! Je nach Pausen auf den Hütten ist man dabei mindestens zehn Stunden unterwegs. Falls ihr doch auf einer Hütte (zu) lange verhocken solltet: Die Wanderung kann an mehreren Stellen einfach abgekürzt werden.

Der aussichtsreiche Auftakt: Wettersteinhütte & Wangalm
Start der Rundwanderung ist am Anfang des Gaistals, am besten schon früh am Morgen. Hier wartet geich ein sportliches Steilstück, bei dem man bereits einige Höhenmeter überwindet. Danach geht es über die Forststraße oder einen kleinen Waldweg zur Wettersteinhütte (1.717m). Hier liegt bereits die erste herrliche Sonnenterrasse der Tour, von der man zum ersten Mal tolle Blicke über die Leutasch genießt.
Das solltest du auf der Wettersteinhütte nicht verpassen: die sonnige Terrasse, Kaffee (nach einem frühen Start sicher wohlverdient) und Kuchen, den berühmten blauen Enzianschnaps.
Nur zehn Minuten oberhalb von der Wettersteinhütte steht die nächste wunderschöne Alm: Die Wangalm (1.753m). Noch eine tolle Terrasse, diesmal mit Blick auf die Wettersteinhütte und die Leutasch, wartet hier auf die Wanderer. Oft trifft man hier auch Kletterer, die die Wände des dahinterliegenden Schüsselkars erklimmen.
Das solltest du auf der Wangalm nicht verpassen: das Wangalmbrettl, den Kaiserschmarrn und die Aussicht auf die Wettersteinhütte.

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Die Wächterin des Gaistals: Die Rotmoosalm
Nach den ersten beiden Almen folgt ein landschaftlich beeindruckender Wegabschnitt. Hinter der Wangalm steigt man mit Blick auf die schroffen Wände des Schüsselkars durch den Steingarten im Scharnitztal auf. Am großen Felsblock biegt man zum Scharnitzjoch ab und überwindet über den kleinen Steig wieder einige Höhenmeter. Am Joch angekommen kann man auf die gegenüberliegende Gehrenspitze, die Hohe Munde und das Gaistal blicken – und auch die Rotmoosalm zeigt sich zum ersten Mal. Weiter geht es unschwierig und mit wenig Höhenmetern über den Südwandsteig. Etwas Trittsicherheit ist gefragt, aber die Ausblicke bleiben auch hier beeindruckend schön. Nach einem kurzen Abstieg vom Schönberg erreicht man schließlich die spektakulär gelegene Rotmoosalm, die auf 2.030 Metern über dem Gaistal thront und damit die höchstgelegene Alm des Tals ist.
Das solltest du auf der Rotmoosalm nicht verpassen: die in Butterschmalz angebratenen Kaspressknödl und die hausgemachten Kuchen von Wirtin Gabi.


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Die vielleicht urigste Alm der Alpen: Das Steinerne Hüttl
Nach der Rotmoosalm folgt die vierte der sieben Hütten: das Steinerne Hüttl(1.925m). Wer müde Beine hat oder sich nicht von der Sonnenterrasse der Rotmoosalm trennen kann, kann von hier direkt zur Gaistalalm absteigen, ansonsten geht es über den schönen Südwandsteig weiter. Dabei steigt man wieder leicht bergauf in Richtung Predigtstuhl. Vom Joch geht es leicht bergab bis zum Hüttl. Das Steinerne Hüttl ist die urigste Alm im Gaistal, und mit „urig“ ist vor allem „einfach“ gemeint: die kleine Hütte aus Stein und Holz hat eine feine, aussichtsreiche Terrasse und eine sehr kleine, gute Karte.
Das solltest du auf dem Steinernen Hüttl nicht verpassen: den Blick bis hin zum Zillertaler Gletscher, die erfrischenden Getränke aus dem kühlen Brunnen.

Über schöne Wege ins Tal: Zur Tillfussalm
Nun folgen einige Höhenmeter bergab zurück ins Gaistal. Über einen kleinen Steig geht es stetig Richtung Tal, bis die Oberschenkel schon langsam beginnen zu brennen. Da kommt die Tillfussalm (1.382m) genau richtig und wartet mit einer erholsamen Einkehr, während man nun von der Sonnenterrasse wieder einmal auf die Hohe Munde und die friedlich grasenden Jungkühe blickt. Hinter der Tillfussalm steht übrigens das hübsche Jagdhaus, in dem der bayerische Schriftsteller Ludwig Ganghofer einst seine Werke schrieb.
Das solltest du auf der Tillfussalm nicht verpassen: das Tillfussbrettl, die hausgemachte Buttermilch, das frische Joghurt mit Früchten.

Weiter durch das Gaistal: Die Gaistalalm
Entlang der türkisblauen Leutascher Ache (herrliche Abkühlung an heißen Tagen!) wandert man weiter zur vorletzten der sieben Almen, die Gaistalalm(1.373m). Hier kann man es sich noch einmal so richtig gut gehen lassen und das Kaloriendefizit der langen Tour vollständig ausgleichen.
Das solltest du auf der Gaistalalm nicht verpassen: das Knödelduo, die Almrösti, den hausgemachten Apfelstrudel (schmeckt wie von der Oma!).

Das Grande Finale der Wanderung: Die Hämmermoosalm
Wer noch genügend Kraft in den Beinen hat, macht sich von der Gaistalalm auf den Weg zur Hämmermoosalm. Wer schon genug hat oder spät dran ist, kann sie auch auslassen und auf direktem Wege zurückgehen. Der Weg über den Ganghoferweg ist flach und schön zu gehen, bis man schließlich bei der großen Alm am Anfang des Tals ankommt.
Das solltest du auf der Hämmermoosalm nicht verpassen: die berühmten Schnitzel, den Hämmermoos-Salat und ein letztes Mal den Blick auf die stetige Begleiterin der Tour, die Hohe Munde.
Schließlich geht es über den Ganghoferweg oder den Forstweg zurück. Am Parkplatz Salzbach kann man noch einmal die Füße in der Naturkneippanlage an der Leutascher Ache abkühlen – schließlich ist das die beste Regeneration nach der ausgiebigen Tour.

Für Genießer: die Hochalmen-Rundwanderung als 2-Tagestour
Wer es lieber gemütlich angeht, kann die Hochalmen-Rundwanderung auch in zwei Tagen machen, denn alle Hütten bieten auch schöne Übernachtungsmöglichkeiten an.

Auf einen Blick: Die Hochalmen-Rundwanderung im Gaistal
Länge: 24,2 km
Höhenmeter bergauf: 1264 hm
Höchster Punkt: 2.132 m
Dauer: 9:45 min
Start- & Endpunkt: Parkplatz Stupfer im Gaistal

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