„Politiker sind – was den Tagesablauf angeht – richtig arme Schweine!“

Christian Ude, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt München ist zu Gast in der Nachmittagstalkshow „Raphaela Ackermann“ bei Welt der Wunder TV.

© Welt der Wunder

Über Politik wird an diesem Nachmittag beim Talk mit Raphaela Ackermann zwar auch, aber nicht überwiegend gesprochen. Im Gegenteil: Der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude betont im Anschluss der Aufzeichnung sogar, dass er es äußerst erfrischend fand, mal nicht nur über sein neues Buch Die Alternative – macht endlich Politik gesprochen zu haben. Zwar findet der 69-Jährige äußerst klare Worte gegenüber seinen Kritikern – aber er gewährt der Gastgeberin auch sehr tiefe Einblicke in sein Privatleben. 
 
Tolerant, weltoffen, menschlich – so kennt man Christian Ude. Und genauso gibt er sich abseits vom politischen Leben gegenüber den Menschen, denen er begegnet. Auch Raphaela Ackermann betont während des Gesprächs immer wieder seine„extrem coole und menschenfreundliche“ Art. Ude scheint seine Wirkung auf die Menschen zu kennen und antwortet wenig bescheiden: „Vielen herzlichen Dank, das ist eine fürchterliche Situation: Denn ich kann Ihnen nicht widersprechen und wenn ich Ihnen zustimme, ist das auch peinlich!“
 
Mit zehn Jahren hatte Christian Ude bereits den Entschluss gefasst, Bürgermeister zu werden, mit 19 trat er in die SPD ein. Danach legte er eine steile Karriere hin: Er war zunächst Redaktionsmitglied bei der Süddeutschen Zeitung, studierte Jura und übte nach seinem Beruf als Mieteranwalt schließlich von 1993 bis 2014 das Amt des Oberbürgermeisters aus. Der Wille, gute Kommunikation und Glaubwürdigkeit – das sind nach Aussage von Christian Ude die nötigen Eigenschaften, um als Politiker erfolgreich zu sein. Dabei betont er das unfassbare Arbeitspensum, das man dabei jeden Tag bewältigen muss: „Diejenigen, die im Netz auf die faulen Säcke schimpfen, die sich die Taschen vollstopfen, würden keinen Arbeitstag eines Oberbürgermeisters, eines Ministers oder eines Fraktionsvorsitzenden überstehen.“
 
Ude selbst bringt dafür die besten Voraussetzungen mit – vor allem aus seinem Privatleben. Mit 25 Jahren heiratete er seine jetzige Frau, die acht Jahre älter ist als er und sechs Kinder mit in die Ehe brachte – eine halbe Fußballmannschaft plus Trainer. „Wer das nervlich durchsteht, hat auch sonst vor Problemen im Leben keine Angst mehr“, scherzt er. Und nach wie vor profitiert er von der Großfamilie, denn das Ehepaar Ude lebt auch heute mit fünf der sechs Kinder, samt Ehegatten und Enkelkindern, unter einem Dach. „Aktive Großeltern sind jünger als kinder- und enkellose Senioren“, sagt er. Denn man lebe sonst nur in der eigenen Generation und deren Thematik und Problematik, als wenn man sich mit Kindern und dann mit Enkeln befasst.
                                                     
Was der ehemalige Münchner Oberbürgermeister mit ganz viel Macht anfangen würde, wovor er am meisten Angst hat und warum ein Marathonläufer nicht an Wolfgang Schäuble herankommt – all das verrät der gebürtige Münchner im Gespräch mit Raphaela Ackermann. Der Talk ist in voller Länge am 12. Oktober von 16 bis 17 Uhr auf Welt der Wunder TV zu sehen.
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