Welt der Wunder

Nicht glauben, sondern wissen

„Die Therapie hat mir das Leben gerettet – ich hätte mich sonst umgebracht!“

Diana Müll, Passagierin der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Deutschen Herbst 1977, ist zu Gast in der Nachmittagstalkshow „Raphaela Ackermann“ bei Welt der Wunder TV.

„Dann hat er dem Tower gesagt, dass er bis zehn zählt und wenn sie bis dahin nicht auftanken, erschießen sie mich“, erzählt Diana Müll einer sichtlich schockierten Moderatorin. Die 59-jährige Gießenerin ist zu Gast in der Nachmittagstalkshow Raphaela Ackermann und erzählt, wie sie die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch palästinensische Terroristen im Deutschen Herbst 1977 er- und vor allem überlebt hat. 
 
Diana Müll ist 19 Jahre jung und hat ein paar Urlaubstage auf Mallorca verbracht – ein Schönheitsköniginnen-Treffen. Als sie am 13. Oktober 1977, in Begleitung ihrer Freundinnen, gerade noch so den Flieger zurück nach Frankfurt erwischt, weiß sie nicht, dass dieser Tag ihr Leben für immer verändern wird.
 
Sie überlebt die 100 Stunden Geiselhaft – aber die traumatischen Folgen, die sie durch das schreckliche Erlebnis davonträgt, zerstören fast ihr Leben und das ihrer Familie. „Es fängt ganz langsam an, dass man merkt: Mit Einem stimmt etwas nicht. Ich war so ein lebensfroher und lebenslustiger Mensch – und ich habe die Dinge gar nicht wahrgenommen, die da so plötzlich kamen.“ Irgendwann ist ihr seelischer Schmerz sogar so stark, dass sie sich selbst die Haare ausreißt. 
 
Müll beginnt, ärztliche Hilfe zu suchen, da sie mit ihrer Familie nicht über das Erlebte sprechen kann. Das Problem: Sie findet über Jahre hinweg keinen Therapeuten – weder die Bundesregierung noch die Lufthansa unterstützen sie in Form von psychologischer Hilfe. Als sie endlich einen Experten auf dem Gebiet findet, muss sie feststellen, dass sie auch keine finanzielle Unterstützung vom Staat erhält, sie muss die Therapiekosten selbst zahlen. „Ich habe damals 900 Mark verdient, 175 hat meine Wohnung gekostet und 400 Euro im Monat die Therapie!“ erzählt sie.
 
Hoch verschuldet muss sie die Behandlung nach einem Jahr abbrechen, aber sie schafft es, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Heute ist sie Mutter einer erwachsenen Tochter, betreibt ein Kosmetikstudio in Gießen und hat gerade ihr zweites Buch veröffentlicht („Mogadischu: Die Entführung der ‚Landshut‘ und meine dramatische Befreiung“). Sie hat ihr Trauma bewältigt. Aber weiß auch, dass sie niemals das Erlebte vergessen wird: „Du darfst es nicht versuchen, abzuschütteln – das funktioniert nicht. Du musst lernen, damit zu leben. Erst dann, kannst Du alles schaffen.“
 
Weitere Details über ihre Erlebnisse während der 100 Stunden Gefangenschaft erzählt Diana Müll im Gespräch mit Raphaela Ackermann. Der Talk ist in voller Länge am 16. Oktober von 16 bis 17 Uhr auf Welt der Wunder TV zu sehen.
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