Frage der Woche

Kann die Toilette bei einem Brand zum Lebensretter werden?

Wenn es brennt, heißt es: raus aus dem Gebäude. Doch was, wenn die Flammen eine Flucht unmöglich machen? Mit dem WC-Schnorchel können Betroffene ­„frische“ Luft aus dem Kanal einatmen und so zumindest dem Erstickungstod entgehen. Doch kann eine Toilette wirklich zum rettenden Helfer werden?

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Rund 95 Prozent aller Brandopfer sterben nicht durch Verbrennungen, sondern erliegen einer Rauchvergiftung. Sie atmen gefährlicher Gifte ein, wie Kohlenstoffdioxid und Cyanid und bekommen zu wenig Sauerstoff. Die Folgen sind fatal, und reichen von Hustenreiz, Schwindel, Kopfschmerzen bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Tod. 

Bei Rauchentwicklung sollten daher alle das Gebäude so schnell wie möglich verlassen. Erst dann sollte die Feuerwehr alarmiert werden. Doch ist es für eine Flucht aus dem Gebäude schon zu spät, hilft nur noch das: Ruhe bewahren, sich an den Fenstern bemerkbar machen, Türschlitze mit feuchten Tüchern versiegeln und auf Hilfe warten.

Lebensrettender Luftschnorchel

Um in solch einer Situation die Überlebenschance zu erhöhen, entwickelte 1981 der Erfinder William O. Holmes eine raffinierte Apparatur und ließ sich diese patentieren. Es handelt sich um einen Schlauch, der nach dem gleichen Prinzip wie eines Schnorchels funktioniert. Dadurch können Betroffene die Frischluft des Abwasserkanalnetzes beziehungsweise der Abwasserbelüftung nutzen. Durch einen Schlauch, der zur Überbrückung des Siphons dient, kann man die lebenswichtige Luft inhalieren. Ein Aktivkohlefilter, der in der Apparatur sitzt, reinigt die Toilettenluft zusätzlich von schädlichen Verunreinigungen. Auch wenn diese Methode nicht appetitlich klingt, soll sie im Notfall Leben retten können. Allerdings ist dieses Patent noch nicht in Serie gegangen - vermutlich sollte man sich daher nicht allein auf diese skurrilen Lebensretter verlassen.

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