Kreaturenpodcast

#10 Der Beo mit Manfred Maurenbrecher

In Folge 10 des Kreaturen Podcast erzählt Euch der Liedermacher Manfred Maurenbrecher die Geschichte vom Beo. Einer komischen Kreatur, die Stimmen, Klingeltöne oder einen bellenden Hund täuschend echt imitieren kann. „Beo“ kommt aus dem Indonesischen. Und bedeutet so viel wie Quasselstrippe, Plappermaul, Labertasche. Der Name ist Programm. Hört, hört... Präsentiert von Citizen Conservation – Haltung rettet Arten.

© Citizen_Conservation

Der Beo
Zum beliebten Passat-Café auf der Nordseeinsel Föhr gehörten neben legendären Eisbechern und Kuchen auch zwei Beos. Sie bewohnten eine hoch hängende Voliere, die man als Cafébesucher auf dem Weg zu den Toiletten passierte. Die meisten bemerkten die Vögel dort zuerst gar nicht – bis diese anfingen, den Leuten etwas hinterherzurufen. „Hallo“, riefen sie, oder auch „Du Süßer“. Aber selbst dann kamen die wenigsten Besucher auf die Idee, die Anmache auf die beiden schwarzen Vögel aus der Familie der Stare zurückzuführen, denn die Stimmen klangen einfach zu menschlich. Fast schon übermenschlich, wie aus einem Lautsprecher abgespielt. 
Der Name „Beo“ ist indonesisch und bedeutet wohl so etwas wie Quasselstrippe. Plappermaul. Labertasche. Beos können menschliche Stimmen beeindruckend imitieren. Sie können aber auch klingeln wie das Telefon, bellen wie der Hund oder quietschen wie die schlecht geölte Tür. Fast so, als hätten sie ein Aufnahmegerät verschluckt. 
Beheimatet sind Beos aber weder an der Nordsee noch in Caféhäusern, sondern in mehreren Arten in den Wäldern Südostasiens. Auch dort, in freier Wildbahn, wo Beos nicht mit Menschen zusammenleben, ist ihr Ruf- und Singverhalten speziell. Wie alle Vögel lernen sie unterschiedliche Rufe von älteren Kollegen aus ihrer Umgebung, und wie bei anderen Vögeln auch führt das dazu, dass sich lokale Dialekte in Vogelpopulationen herausbilden. Da die Beos aber so exakte Imitatoren mit solch bemerkenswerten stimmlichen Fähigkeiten sind, ist dieses Phänomen bei ihnen ganz besonders ausgeprägt. Beos, die weiter als 15 Kilometer voneinander entfernt leben, können sich kaum mehr miteinander verständigen.  

Das könnte Sie auch interessieren