Was ist EHEC und wie wird es übertragen?
Die Abkürzung EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia coli. Diese Bakterien produzieren Giftstoffe, die zu schweren Erkrankungen führen können. Die Übertragung erfolgt meist durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln wie rohem Fleisch, Rohmilch oder verunreinigtem Wasser. Auch eine direkte Übertragung von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch ist möglich.
Was sind die Symptome einer EHEC-Infektion?
Die ersten Anzeichen einer EHEC-Infektion sind wässriger, oft blutiger Durchfall, starke Bauchkrämpfe und Erbrechen. Bei manchen Betroffenen tritt Fieber auf. Die Symptome beginnen häufig drei bis vier Tage nach der Ansteckung, können aber auch schon nach einem Tag oder erst nach bis zu zehn Tagen auftreten.
Kann eine EHEC-Infektion tödlich verlaufen?
In schweren Fällen kann es zu Komplikationen wie dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) kommen. Dies ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die vor allem die Nieren betrifft und zu Nierenversagen führen kann.
Dabei schädigen die von den Bakterien gebildeten Giftstoffe die Blutgefäße. Mögliche Folgen sind Nierenversagen, Blutarmut und neurologische Komplikationen. Eine schnelle medizinische Behandlung verbessert die Heilungschancen erheblich. Dennoch können schwere Verläufe tödlich enden.
Wer ist besonders gefährdet?
Ein höheres Risiko für schwere Verläufe haben Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei diesen Personengruppen kann die Infektion lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.
Doch auch gesunde Erwachsene sollten eine EHEC-Infektion ernst nehmen. In seltenen Fällen sind auch bei ihnen schwere Verläufe möglich.
Aktueller Rückruf: Welche Produkte sind betroffen?
- Der Landkreis Göttingen hat am 15.07.2026 einen Rückruf unter anderem für folgende Produkte der Firma Fleischwaren Wulff veröffentlicht:
- Zwiebelmettwurst (verschiedene Größen und Chargen)
- Schinken-Zwiebelmettwurst (verschiedene Größen und Chargen)
- Pfefferlinge
- Streichmettwurst
Die vollständige Liste der betroffenen Chargen und Produkte finden Sie auf www.lebensmittelwarnung.de.
Was tun, wenn Sie betroffene Wurstwaren gekauft haben?
Vernichten Sie die Produkte oder bringen Sie sie zum Händler zurück. Falls bereits Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder Fieber auftreten, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Geben Sie dabei an, dass Sie möglicherweise mit EHEC kontaminierte Lebensmittel gegessen haben.
Wie gelangen EHEC-Bakterien in Wurstwaren?
Eine Kontamination findet in der Regel bereits während der Schlachtung oder der Fleischverarbeitung statt. Die Erreger kommen natürlich im Darm gesunder Wiederkäuer vor, insbesondere bei Rindern, ohne die Tiere selbst krank zu machen.
Wenn bei der Schlachtung Darminhalt auf das Fleisch gelangt, kann es mit EHEC kontaminiert werden. Werden die Keime während der weiteren Verarbeitung nicht beseitigt, können sie in Hackfleisch, Mett oder anderen Wurstwaren enthalten sein. Besonders kritisch sind Produkte aus rohem oder nur leicht gereiftem Fleisch, da die Bakterien hier nicht durch Hitze abgetötet werden.
Ein erhöhtes Risiko besteht zudem, wenn bei der Herstellung oder Zubereitung Hygienemängel auftreten. Verunreinigte Messer, Schneidebretter, Maschinen oder Hände können EHEC auf weitere Lebensmittel übertragen und sogenannte Kreuzkontaminationen verursachen.
Bereits wenige Bakterien reichen aus, um eine Infektion auszulösen. Daher sind strenge Hygienestandards in Schlachthöfen und lebensmittelverarbeitenden Betrieben ebenso wichtig wie eine sorgfältige Küchenhygiene im Haushalt.
Wie können Sie sich vor EHEC schützen?
Eine konsequente Küchenhygiene ist entscheidend. Waschen Sie sich deshalb regelmäßig und gründlich die Hände, insbesondere nach dem Aufenthalt im Bad, vor dem Kochen und nach dem Kontakt mit rohem Fleisch. Verwenden Sie separate Schneidebretter und Messer für rohes Fleisch und andere Lebensmittel.
Lagern Sie außerdem rohe und gegarte Lebensmittel getrennt voneinander. Erhitzen Sie Fleisch immer ausreichend, insbesondere Hackfleisch und Rohfleischprodukte. Kaufen Sie Rohwürste nur von vertrauenswürdigen Herstellern. Lagern Sie sie gut verpackt bei maximal 4 Grad Celsius im Kühlschrank, getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln.
Der EHEC-Ausbruch im Jahr 2011
Der EHEC-Ausbruch im Frühjahr 2011 zählt zu den schwersten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in der Geschichte Deutschlands. Ausgelöst wurde er durch einen besonders aggressiven Stamm des Darmbakteriums Escherichia coli (EHEC O104:H4).
Betroffene litten vor allem unter blutigen Durchfällen und entwickelten in vielen Fällen das lebensbedrohliche hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Laut Robert Koch-Institut erkrankten in Deutschland mehr als 4000 Menschen. Über 850 von ihnen entwickelten HUS und 53 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Besonders betroffen waren Erwachsene, vor allem Frauen, was für EHEC-Ausbrüche ungewöhnlich ist.
Die Suche nach der Infektionsquelle sorgte zunächst für Verunsicherung. Anfangs gerieten Gurken, Tomaten und Blattsalate zu Unrecht in Verdacht, was erhebliche wirtschaftliche Schäden für Gemüsebetriebe verursachte. Erst Anfang Juni 2011 konnten Sprossen eines Biohofs in Niedersachsen als wahrscheinliche Ursache identifiziert werden.
Der Ausbruch führte zu einer umfassenden Überprüfung der Lebensmittelüberwachung und der Krisenkommunikation in Deutschland und Europa. Zudem wurden die Meldewege verbessert und die Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln ausgebaut.
Definitionen und Begriffserklärungen
Was ist EHEC?
EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) sind Bakterien, die schwere Darminfektionen auslösen können. Sie produzieren Toxine, die blutigen Durchfall und in schweren Fällen Nierenversagen verursachen können. Eine Übertragung erfolgt in der Regel durch kontaminierte Lebensmittel oder den direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen.
Wie wird EHEC übertragen?
EHEC wird vor allem durch den Verzehr von rohen oder unzureichend erhitzten Lebensmitteln übertragen. Besonders riskant sind Rohwürste, rohes Hackfleisch und Rohmilch. Auch eine Übertragung von Person zu Person ist möglich.
Was ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS)?
HUS ist eine schwere Komplikation einer EHEC-Infektion. Es führt zur Zerstörung roter Blutkörperchen, einem Abfall der Blutplättchen und Nierenversagen. HUS tritt vor allem bei Kindern auf und kann lebensbedrohlich sein. Eine frühe medizinische Behandlung ist entscheidend.
Häufig gestellte Fragen zu EHEC-Bakterien
Sind EHEC-Bakterien in Rohwürsten gefährlich?
EHEC kann schwere Darmerkrankungen auslösen, besonders bei Risikogruppen wie Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen.
Was tun bei Verdacht auf eine EHEC-Infektion?
Bei Symptomen wie blutigem Durchfall oder Erbrechen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Wie kann man sich vor EHEC schützen?
Gründliche Küchenhygiene, getrennte Lagerung von rohen und gegarten Lebensmitteln sowie das ausreichende Erhitzen von Fleisch sind entscheidend.
Welche Symptome deuten auf eine EHEC-Infektion hin?
Die typischen Symptome sind wässriger oder blutiger Durchfall, starke Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen kommen.
Wie lange dauert es, bis Symptome nach einer EHEC-Infektion auftreten?
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage, kann aber auch zwischen 1 und 10 Tagen liegen.
Kann man EHEC durch Kochen abtöten?
EHEC-Bakterien werden durch gründliches Erhitzen (mindestens 70 Grad Celsius Kerntemperatur) abgetötet.
Warum sind Rohwürste besonders anfällig für eine Kontamination mit EHEC?
Rohwürste werden nicht erhitzt, sodass eventuell vorhandene EHEC-Bakterien nicht abgetötet werden. Zudem können die Erreger während der Herstellung oder Lagerung in das Produkt gelangen.
Wo finde ich aktuelle Informationen zu Lebensmittelrückrufen?
Aktuelle Rückrufe werden auf der Plattform www.lebenswittelwarnung.de veröffentlicht. Auch die Verbraucherzentralen und lokale Gesundheitsämter informieren über aktuelle Warnungen.