Die größten Mythen

Sparta: Wer rettete das Abendland wirklich vor den Persern?

Der listige Staatsmann Themistokles aus Athen ist für viele Experten der wahre Held, der die Eroberung Europas durch die Perser verhindert hat. Einige Historiker glauben sogar, dass es ohne ihn heute kein Abendland gäbe. Doch ohne seine List wäre auch er gescheitert.

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Welle um Welle branden die Perser gegen die 300 Sparti­aten. 480 vor Christus, bei der Enge von Thermopylen, spielt die zahlenmäßige Überlegenheit von Griechenlands Feinden keine Rolle. Die 300 stehen wie ein Wall aus Schilden und Speeren auf dem Pass zwischen Bergen und Meer – rund 20.000 Perser fallen laut zeitgenössischen Quellen bei dem Ansturm. Doch selbst der große Leonidas kann die Soldaten des Gottkönigs Xerxes nicht stoppen – nur ausbremsen. Nach dem Tod der Spartaner dringen die Perser unaufhaltsam vor. Was der sie­gessichere Xerxes nicht ahnt: Sein nächster großer Gegner hat die Zeit genutzt, die ihm die Spartaner verschafft haben. Themistokles aus Athen. Der listige Staatsmann ist für viele Experten der wahre Held, der die Eroberung Europas durch die Perser verhindert. Historiker wie der Brite Peter Green gehen sogar davon aus, dass es ohne Themistokles heute kein Abendland gäbe. 

Listiger Hinterhalt

Nach der Schlacht von Thermopylen marschieren die Perser bis vor die Tore Athens – und finden die Stadt menschenleer. Themis­tokles hat Athen vollständig evakuieren lassen. Für die Perser hinterlässt er eine Nachricht: Wir warten bei Salamis auf euch! Außer sich vor Wut lässt Xerxes Athen verwüsten. Dann segelt er nach Salamis, eine kleine Insel in der Nähe von Athen – wo die Falle schließlich zuschnappt. Denn Themistokles hat nicht nur die eigene Flotte massiv aufrüsten lassen, er hat es auch geschafft, die eigentlich untereinander verfeindeten griechischen Staaten für den Kampf gegen die Perser zu einen. 

Dazu bedient er sich einer List: Obwohl Leonidas zu Lebzeiten zu seinen gefährlichsten Konkurrenten im Kampf um die Vorherrschaft in Griechenland gehörte, erklärt Themistokles den Spartaner-König persönlich zum Helden aller Griechen. Erst durch sein Opfer habe man sich organisieren können. Nun müsse man den ersten Nationalhelden Griechenlands ehren, in dem man zusammenhält. Und tatsächlich entsenden alle Städte Soldaten, Schiffe und Ressourcen gegen Xerxes. Bei Salamis wird die persische Flotte vernichtend geschlagen, Xerxes muss sich für immer aus Griechenland zurückziehen. Während Leonidas durch den Sieg zur Legende wird, mutiert Themistokles zum tragi­schen Helden: Weil er Athen kampflos den Persern überlassen hat, wird er aus der Stadt verbannt – und findet Asyl bei den Persern.

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