Social Media

Wenn Influencer Tierleid in Kauf nehmen

Tierleid in den sozialen Netzwerken bedeutet nicht immer nur, dass rohe Gewalt gegenüber Tieren zu sehen ist. Die Welttierschutzgesellschaft, die sich im Rahmen der Kampagne „Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken“ für ein Ende der uneingeschränkten Darstellung von Tierleid-Inhalten stark macht, beobachtet mit Sorge auch die wachsende Bekannt- und Beliebtheit von Tierleid-Produkten – aktuell sind es Hundeschuhe, die durch die Präsenz in den sozialen Netzwerken zum Trend werden können.

© Envato

Ja, Sie haben richtig gelesen: kleine, modische Schuhe für Hunde, die für Frauchen oder Herrchen im Partnerlook zu erhalten sind. Die intensive Vermarktung in sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook, wo zuletzt einige bekannte Influencer*innen stolz ihre Vierbeiner mit solchen Schuhen in Szene setzten, haben einen bedeutenden Anteil an diesem Trend.
Aus Tierschutzsicht ist das Resultat eindeutig Tierleid: Die Pfoten eines Hundes sind – wie Maul und Nase – wichtige Körperteile, die die Körpertemperatur des Tieres regulieren. Werden sie, wie in diesem Fall, eng in Plastikschuhe geschnürt, kann das die körpereigenen Funktionen des Tieres stören und behindern. Das führt dazu, dass die Tiere, besonders bei heißem Wetter und ohne anderweitige Abkühlung, physisch schwer darunter leiden.
Natürlich können sich Hunde, zum Beispiel, wenn es tiermedizinische Gründe dafür gibt, an das Tragen von Schuhen gewöhnen. Abzulehnen ist es allerdings im Interesse des Tieres, wenn sie allein aus modischen Gründen auf ihre Pfoten als wichtige „Tastorgane“ verzichten sollen.
Daher appelliert die Welttierschutzgesellschaft, diesem neuen Trend keinen weiteren Aufschwung zu geben: Inhalte, die die Hundeschuhe unkritisch bewerben, sollten nicht gelikt oder weiterverbreitet werden, denn das würde die Reichweite der Beiträge steigern und den fragwürdigen Trend noch befeuern.
Um die Darstellung von Tierleid wie diesem aber auch weit verbreitete Gräueltaten schwerer Gewalt gegen Tiere speziell in den sozialen Medien langfristig einzudämmen, müssen die Betreiber der sozialen Netzwerke aus Sicht der Welttierschutzgesellschaft Verantwortung übernehmen und konsequent handeln. Dafür gelt es, dass die Gemeinschaftsstandards angepasst und derartige Inhalte gelöscht werden. Die Welttierschutzgesellschaft wendet sich im Rahmen ihrer Kampagne mit einer Online-Petition an die Betreiber der Netzwerke (www.welttierschutz.org/petition). 

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