Tödliche Strände

Schinias Beach: Der Strand, an dem der Westen geboren wurde

Diese Schlacht liegt zwar schon 2.500 Jahre zurück, doch sie bedeutet mehr für jeden Europäer als kaum eine andere: Prosperiert Europa unter griechischem Einfluss oder als Vasall des persischen Großreichs? Die Entscheidung findet wie so oft in der Geschichte an einem Strand statt.

© iStock / Rawf8

Das Meer ist kaum noch zu erkennen, so viele Schiffe liegen am Ufer vor Anker. Als die athenischen Soldaten an der Ebene von Marathon angekommen sind, haben die persischen Invasoren bereits vollständig entladen. Genau das war ihr Plan. Die Landung der Perser erfolgte rund 40 Kilometer von Athen entfernt, um alle Schlachtvorbereitungen getroffen zu haben, bevor die Athener ein Heer versammeln können. 

Es ist der 12. September 490 v. Chr., als sich die rund 10.000 Griechen einer Übermacht von 25.000 persischen Soldaten und rund 100.000 bewaffneten Matrosen und Ruderern stellen. 600 Trireme hatte der Perserkönig Dareios zur Eroberung Griechenlands geschickt. 

Beginn des Marathons

Doch die Athener haben eine Geheimwaffe: die Hopliten. Zunächst gelingt es den Griechen, die Perser vom Strand auf ein Schlachtfeld zu locken, das den Vorteil der persischen Bogenschützen und der Reiterei zunichtemacht. Auch ein Großteil der Matrosen und Ruderer verbleiben bei den Schiffen. 

Jetzt schlägt die Stunde der Hopliten. Diese gepanzerten Soldaten sind der persischen Infanterie weit überlegen: Sie bilden eine undurchdringliche Phalanx, eine Walze aus Speeren, die über die Perser hinwegrollt. An diesem Tag sterben mehr als 6.000 Perser, auf griechischer Seite sind es gerade mal 200. Mit diesem Sieg beginnt der Aufstieg Athens zum kulturellen und politischen Zentrum Europas – es ist der Beginn der westlichen Identität. Und der Beginn einer Langlaufdisziplin: Als nämlich ein Bote den Sieg über die Schlacht nach Athen bringt, läuft er etwa 42 Kilometer weit – einen Marathon.

Das könnte Sie auch interessieren