Foodtrends

Wunderpflanze: Sind Lupinen das bessere Soja?

Heimisch, eiweißreich und vegan: Lupinen sind der neue Food-Trend. Sie bringen Farbe in die Gärten, würzigen Geschmack auf die Teller und aromatischen Kaffee in die Tassen. Das Ganze ohne Genmanipulation und von Haus aus gluten-, laktose-, und cholesterinfrei.

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Die Samen von Lupinen und Soja sind pflanzliche Alternativen zu tierischem Eiweiß. Während Soja jedoch in Anbauländern wie Argentinien meist genmanipuliert ist, sind die heimischen Lupinen naturbelassen und dank kurzer Transportwege nachhaltig. Nicht nur für ökologisch bewusste Konsumenten sind Lupinen deshalb eine gute Wahl. Auch Soja-Allergiker und Menschen mit zu hohem Cholesterinspiegel profitieren inzwischen von zahlreichen Lupinen-Produkten, da Lupinensamen im Gegensatz zu Fleisch und Eiern cholesterinfrei sind und ihr hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren sogar den Cholesterinspiegel senkt. 

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Wichtig: Schön heißt giftig
Die von Mai bis August oft in Bauerngärten bunt blühenden Lupinen (Lupinus) aus der Familie der Schmetterlingsblütler sind jedoch für Laien mit Vorsicht zu genießen. Denn, während die Samen der gezüchteten Süßlupine keine Bitterstoffe mehr enthalten und essbar sind, besitzen die wild-wachsenden Bitterlupinen gefährliche Giftstoffe. Giftig oder nicht zeigt hier nicht die Farbe, sondern der Blütenstand. Die essbaren Süßlupinen weisen im Gegensatz zur kerzenförmigen Blütenpracht der Bitterlupine nämlich eher mickrige Blüten auf. Bevor die Samen (vier bis fünf Samen pro Blüte) der Süßlupine jedoch verarbeitet werden können, müssen sie ein bis zwei Tage in Salzwasser eingelegt und danach zwei Stunden gegart werden. 

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Gutes für die Erde
Lupinen wachsen nach dem Motto: „Erde gut, alles gut!“ Sie binden Stickstoff aus der Luft und fixieren ihn in sogenannten Wurzelknöllchen. Ohne Stickstoff wäre ein Wachstum für Pflanzen nicht möglich, weshalb durch die Lupine der Einsatz von Düngemittel stark reduziert werden kann und der Boden langfristig mit Stickstoff angereichert wird. Weiterer Vorteil: Die bis zu 1,5 m langen Lupinenwurzeln lockern den Boden und nehmen tiefliegende Nährstoffe auf, sodass ein perfekter Boden für Folgekulturen entsteht. 

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Ein echter Alleskönner: Müsli, Nudeln und Steirer Kaffee 
Obwohl die Steiermark mit rund 100 ha Anbaufläche zu den kleinen Produzenten Europas zählt, ist die Anzahl der Unternehmen, die mit kreativen Ideen erfolgreich an immer wieder neuen Lupinen-Produkten experimentieren sehr groß. Süßlupinenmehl, Müsliflocken, Lupinenkerne, Würzsaucen oder Nudeln sind nur ein kleiner Auszug aus der steirischen Ideenschmiede. Sehr beliebt unter den steirischen Produkten ist auch der Steirer Kaffee. Das Kaffeeersatzgetränk aus Lupinen ist dem Kaffeepulver sehr ähnlich und trifft auch den Geschmack ganz gut. Dazu punkten kurze Transportwege und fehlendes Koffein, Gluten und Kaffeesäure. Was Hersteller Johann Krois am Lupinen-Kaffee besonders schätzt: „Die Lupine hat von Natur aus eine nussige Note, die nach der Rösterei in einen Karamell-Geschmack verfällt.”

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