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Tierwelt

Warum haben Giraffen so einen langen Hals?

Warum haben Giraffen so einen langen Hals?

Sie können problemlos aus der Dachrinne eines Einfamilienhauses trinken: Giraffen werden über sechs Meter groß – und sind damit die höchsten Säugetiere der Erde. Das verschafft ihnen zwar Vorteile bei der Nahrungssuche, stellt ihren Körper aber vor große Herausforderungen.

Die afrikanische Savanne ist ihr Zuhause: Hier leben Giraffenfamilien in lockeren, weit verstreuten Herden. Die meiste Zeit verbringen sie damit, auf der Suche nach Akazienblättern umherzustreifen. Mit ihrer Körperhöhe von über sechs Metern müssen Giraffen keine Nahrungskonkurrenten fürchten. Ihr geflecktes Fell lässt sie in dieser Umgebung fast verschwinden und bietet so einen wirksamen Schutz vor Feinden. Doch die Fellzeichnung der Giraffen hat noch eine andere wichtige Funktion: Sie ist individuell wie ein Fingerabdruck und erlaubt es den Tieren, sich untereinander zu erkennen.

Langhälse mit Sicherheitsventilen

Das Markenzeichen der Giraffe ist ihr langer Hals. Er misst bis zu zwei Meter fünfzig. Seine herausragende Länge hat mit dem Konkurrenzkampf um die Nahrung zu tun. Denn in der afrikanischen Savanne gibt es viele Mitstreiter um das knappe Futter am Boden. Mit ihrer Reichweite hoch in die Bäume ist die Giraffe dagegen konkurrenzlos – ein entscheidender Vorteil in der Evolutionsgeschichte.

Wie bei fast allen Säugetieren besteht auch der Hals der Giraffe aus nur sieben Wirbeln. Ursprünglich waren diese um ein Vielfaches kürzer als heute. Damit sich die Giraffe aber auch Blätter aus höheren Baumregionen als Nahrungsquelle erschließen konnte, mussten sich diese Wirbel im Laufe der Evolutionsgeschichte verlängern und verdicken. Ein mittlerer Halswirbel misst heute etwa 35 Zentimeter, das ist mehr als die Höhe eines Aktenordners.

Der lange Hals stellt das Herz der Giraffe aber auch vor erhebliche Herausforderungen. Das Tier benötigt einen dreimal höheren Blutdruck als der Mensch, damit das Giraffenhirn, zwei Meter über dem Rumpf, ausreichend mit Blut versorgt wird. Was passiert aber, wenn die Giraffe ihren Kopf aus sechs Metern Höhe senkt, etwa um zu trinken? Bei diesem hohen Druck müsste das Blut eigentlich mit solcher Wucht in den Kopf schießen, dass die Giraffe ohnmächtig wird. Doch das sogenannte Wundernetz unterhalb des Gehirns, ein Trick der Evolution, löst das Problem: Dabei handelt es sich um ein Netzwerk aus feinverzweigten Kopfarterien, das das anströmende Blut wie ein Schwamm aufnimmt. Außerdem verhindert das Wundernetz, dass das Blut zu schnell abfließt, wenn die Giraffe den Kopf hebt. Denn auch das könnte zu einer Ohnmacht führen. Zusätzlich sitzen in der Halsvene extrem starke Gefäßklappen, die verhindern, dass das Blut mit zu hoher Geschwindigkeit zum Herzen schießt.

Kampf um die täglichen Blätter

Giraffen sind fast pausenlos am Fressen – jeden Tag etwa 15 Stunden lang. In dieser Zeit vertilgen sie durchschnittlich hundert Kilogramm Futter. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei ihre muskulöse Greifzunge. Sie ist ungefähr 45 Zentimeter lang, bläulich-schwarz in der Farbe und umfasst die begehrten Akazienblätter wie eine Schlinge.

Die Bäume aber haben Mittel entwickelt, die sie vor den Giraffen schützen sollen. Ihre Zweige haben Dornen, die ihre Blätter wie Stacheldraht umranken. Außerdem füllen die Akazien ihre Blätter mit Tannin, einem hochgiftigen Wirkstoff. Trotzdem: Die Giraffen lassen sich davon nicht stören. Unbeeindruckt schlängeln sich ihre langen Zungen an den Stacheln vorbei, um an die begehrten Blätter zu gelangen. Auch das Gift kann den Tieren nichts anhaben. Denn sie haben eine Gegenwaffe entwickelt: ihre Spucke. Mit deren Hilfe schaffen es Giraffen, das Gift in ihrem Maul zu neutralisieren. Von außen ist das an der Bildung langer Spuckefäden sichtbar.

So bleibt den Akazien nur Hilfe von außen – durch Ameisen. Sie bewohnen den Baum und verteidigen ihn im Gegenzug gegen Fressfeinde. Sobald eine Giraffe an den Blättern zu fressen beginnt, eilen die Ameisen zum Angriff. Von den Zweig- und Stachelspitzen setzen sie auf Kopf und Hals des Tieres über und versuchen es zu beißen. Erst allerdings, wenn es ihnen gelingt, an das empfindliche Zahnfleisch oder die Naseninnenwände zu gelangen, wird es der Giraffe unangenehm und sie wendet sich zum Gehen.

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