
Tabus der Weltgeschichte: Der Kreuzzug gegen die Christen
„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“ Dieses Zitat des antiken Dramatikers Aischylos hat sich bis heute tausendfach bewahrheitet – so auch im Herbst 1208: Europa ist im Umbruch. Die verarmte Landbevölkerung sucht ihr Glück in den schnell wachsenden Städten. Doch die Menschen finden erneut nur Not. Im Zuge großer sozialer Umwälzungen wächst im Süden Frankreichs eine Hunderttausend Mann starke neue christliche Glaubensmacht heran, die sich Albigenser nennt (nach der französischen Stadt Albi). Ihre Gegner bezeichnen sie als Katharer – woraus sich der spätere Ausdruck „Ketzer“ ableitet. Die christliche Splittergruppe besteht aus Menschen, die nichts zu verlieren haben und daher zu allem entschlossen sind. Sie werden von charismatischen Führern geleitet, und täglich strömen neue Gefolgsleute herbei.