Solitärdelfine: sonderbare Einzelgänger auf Kontaktsuche

Welt der Wunder Redaktion
13. März 2021

Meist handelt es sich bei Solitärdelfinen um Große Tümmler (Tursiops truncatus). Gelegentlich sind auch andere Arten darunter, wie der eingangs erwähnte Gemeine Delfin, Orcas (Orcinus orca), Fleckendelfine (Stenella attenuata) und sogar mehrfach Belugawale (Delphinapterus leucas). Die Verteilung der Geschlechter zeigt ein paar mehr männliche Tiere (55) als weibliche (42), wie die britische Naturschutzorganisation Marine Connection in ihrem Bericht „Lone Rangers“ ausführt. Allerdings ist das Geschlecht nicht bei jedem der von Marine Connection 114 dokumentierten Fälle bekannt.

Solitärdelfine sind kein neues Phänomen

Der älteste bekannte einzelgängerische Delfin existierte im 19. Jahrhundert. In Großbritannien schaffte es 1814 ein Großer Tümmler namens Gabriel zu einiger Berühmtheit. Noch berühmter dürfte Pelorus Jack sein. Der Rundkopfdelfin hielt sich von 1888 bis 1912 in der Cookstraße zwischen den beiden Hauptinseln Neuseelands auf. Dort begleitete er regelmäßig durchfahrende Schiffe. Viel näher kam er Menschen allerdings nicht. Nachdem 1904 von einem Schiff aus auf ihn geschossen wurde, stellte die Regierung ihn unter Schutz, bis er 1912 verschwand.

Warum werden Delfine zu Einzelgängern?

Auch wenn Meeresdelfine, oder beispielsweise Belugawale, sozial lebende Tiere sind, ist es grundsätzlich nicht ungewöhnlich, sie gelegentlich allein anzutreffen.

Doch warum diese Meeressäuger über einen langen Zeitraum hinweg ganz oder größtenteils ohne Artgenossen leben und teilweise sogar mit Menschen interagieren, ist nach wie vor unbekannt. Wissenschaftler stellten hierzu verschiedene Theorien auf. So kann ein einzelgängerisches Leben krankheits- oder verletzungsbedingt sein.

Möglich wäre auch ein zugrunde liegendes Trauma. Ausgelöst etwa, wenn ein Jungtier (beispielsweise durch ein Unwetter) von der Mutter getrennt wird, und es daher keine sozialen Kompetenzen erlernt. Oder wenn ein Delfin, aus welchen Gründen auch immer, einen Artgenossen oder eine Gruppe, mit dem beziehungsweise der er umhergezogen ist, verliert.

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