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Solar Impulse 2: Ohne Sprit einmal um die Welt

Solar Impulse 2: Ohne Sprit einmal um die Welt

Die zwei Piloten des „Solar Impulse 2“ haben große Ziele. Sie wollen mit dem Solarflieger die Welt umrunden – und das allein mit der Kraft der Sonne.

09. März 2015, 7.12 Uhr: Endlich ist es soweit! Acht Tage nach geplantem Start am 1. März hebt das Flugzeug vom arabischen Boden in Abu Dhabi ab. An Bord: der ehemalige Militärpilot André Boschberg und Arzt und Psychologe Bertrand Piccard, beide Schweizer. Ihre Mission: über 35.000 Kilometer in zwölf Etappen in einer Maschine zurücklegen, die weder mit Kerosin noch anderen künstlichen Treibstoffen auskommt.

Fliegengewicht mit beeindruckender Spannweite

Das Fluggerät ist ein Meisterwerk aus Menschenhand: Mit den Ausmaßen eines Airbus A380 bringt das solarbetriebene Leichtgewicht gerade einmal 2,3 Tonnen auf die Waage. Damit wiegt der Solarflieger nicht einmal ein Prozent von einem 421 Tonnen schweren Airbus, sondern spielt eher in der Gewichtsklasse eines größeren Geländewagens mit. Auf einer Flügelspannweite von 72 Metern sind 17.000 ultradünne Solarzellen verteilt. Sie speisen mit der eingefangenen Sonnenenergie vier Elektromotoren.

Nachts fliegt die Maschine mit der Energie, die sie über den Tag in Batterien gespeichert hat. 25 Flugtage soll die Mission benötigen. Über Indien, China und die USA geht es – je nach Windverhältnissen – entweder über Südeuropa oder Nordafrika zurück zum Ausgangspunkt nach Abu Dhabi. Ende Juli/Anfang August rechnen die zwei Männer damit, ihr lang geplantes Abenteuer erfolgreich beendet zu haben.

Eine körperliche und geistige Meisterleistung

Nach jeder Zwischenlandung wechseln sich die beiden Piloten ab, die – für den Fall eines Absturzes über offenem Meer – vor ihrem Start speziell von der Deutschen Marine angeleitet wurden. Käme es zu einem solchen Zwischenfall, könnten sie mit dem Fallschirm abspringen und zuverlässig in eine aufblasbare Rettungsinsel klettern – selbst wenn sich diese bei hohem Seegang umgedreht hat.

Bei der besonderen Reise wird Piccard und Borschberg psychisch und physisch immens viel abverlangt. Wenn sie die beiden großen Teiche, den Atlantik und den Pazifik, überqueren, müssen die Piloten fünf Tage und fünf Nachte am Stück in der Luft sein. Und das unter Komfortbedingungen, die aufgrund der nötigen Gewichtseinsparungen mehr als zu wünschen übrig lassen.

Geschlafen wird nur kurz

Piccard und Borschberg müssen während ihrer Flüge extremste Temperaturschwankungen aushalten – von zweistelligen Minusgraden bis hin zu 40 Grad im Plusbereich. Eine Heizung oder Klimaanlage gibt es an Bord keine. Mehrfache Daunenjacken sollen stattdessen warm halten. Auch dürfen die Piloten in der Zeit nicht in lange Tiefschlafphasen verfallen. Damit ihnen das gelingt, haben sie monatelang dafür trainiert und sind nun in der Lage, in kurzen Schlafintervallen ausreichend Kraft und Konzentration zu sammeln.

Sollte die Mission reibungslos verlaufen, hat sie in den knapp 13 Jahren Entwicklungszeit rund 150 Millionen Franken (etwa 140 Millionen Euro) gekostet. Die finanzielle Unterstützung kam zum Großteil von Sponsoren und Technologiepartnern wie Abb, Solvay, Omega und Schindler. Mit dem Solarprojekt wollen die beiden Abenteurer und Umweltaktivisten weltweit für die Förderung erneuerbarer Energien werben.

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